Musikanten-Familie Gubler aus Märstetten hat Erfolg

Daniel, Roger, Matthias und Ruth Gubler bilden die erfolgreichste Musikerfamilie des
Thurgauer Kantonal-Musikfests in Kradolf. Eine Ansammlung glücklicher Zufälle hat zum Erfolg geführt.

Janine Bollhalder
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Die Söhne Daniel und Roger zu Gast im Garten ihrer Eltern Matthias und Ruth Gubler. (Bild: Andrea Stalder)

Die Söhne Daniel und Roger zu Gast im Garten ihrer Eltern Matthias und Ruth Gubler. (Bild: Andrea Stalder)

«Der Erfolg ist der Lohn für die geleistete Arbeit», sagt Matthias Gubler. Der 58-Jährige ist Teil der erfolgreichsten Musikerfamilie des Kantonal- Musikfests in Kradolf (siehe Kasten) vom vergangenen Wochenende. Wie viel Zeit und Ehrgeiz die Familie für die guten Platzierungen investiert hat, verrät der 32-jährige Daniel Gubler: 

«Seit Februar haben wir für das Musikfest geprobt. Im letzten Monat vor dem Fest drei- bis viermal pro Woche.»

Je nach Stärkeklasse und Kategorie können solche Wettspiele, bei denen zwei Werke vor Publikum und einer Jury vorgetragen werden, bis zu einer Stunde dauern. Entsprechend lange im Voraus wird auf den Anlass hin geprobt. Ein immenser Zeitaufwand also, der hinter einem Wettspiel steckt. Unzählige Stunden, welche von der kostbaren Familienzeit abgehen.

Kleine Musikerbuben im Festzelt

«Wir haben die Auftritte unserer Eltern schon als Kleinkinder miterlebt», erzählt Roger Gubler. Die Musik sei in seiner Familie ein generationenübergreifendes Hobby: «Schon mein Grossvater hat musiziert und dirigiert.» Die Hingabe zur Musik beruht auf deren Faszination: «Musik erzeugt Gänsehaut und ist über alle Sprachen hinweg verständlich.»

Ruth Gubler hat sich anfangs schwergetan, mit der Leidenschaft ihres Mannes umzugehen:

«Er hat gesagt, er würde die Musik niemals für eine Frau aufgeben»

sagt die medizinische Praxisassistentin, welche aus einer unmusikalischeren Familie stammt. Durch Matthias habe sie dann eine engere Beziehung zur Musik aufgebaut und kann inzwischen auf 38 Jahre als Musikantin zurückblicken. Selbst nach der Geburt ihrer beiden Söhne sind Ruth und Matthias ihrer Leidenschaft treu geblieben. «Wir haben uns oft die Türklinke in die Hand gegeben», sagt Ruth Gubler über jene Zeit, in der es galt, Musik und Kleinkinder unter einen Hut zu bringen.

Bissigere Kritik für den Bruder

Auch Sohn Daniel, der seit drei Monaten Vater ist, trifft bei seiner Partnerin auf Verständnis: «Die Musik gehört zu mir», sagt er. Gerade auf ihm lastet eine mehrfache Verantwortung: als Vater, Musikant und bereits seit zehn Jahren als Dirigent – er dirigiert auch den Verein, in welchem sein Bruder Roger spielt. «Natürlich gibt das Konfliktpotenzial, da ich mich bei ihm zu bissigeren Kritiken hinreissen lasse.» Er bewundert, wie gut sein jüngerer Bruder damit umgeht. Der 28-jährige Schlagzeuger sieht darin allerdings kein Problem:

«Musik ist ein Gemeinschaftssport, der Erfolg Teamarbeit.»

Den Erfolg am kantonalen Musikfest bezeichnet er als eine Ansammlung glücklicher Zufälle. Gute Platzierungen oder gar Bekanntheit sind ihm genauso unwichtig, wie dem Rest der Musikerfamilie: «Was zählt, ist das gute Gefühl beim Verlassen der Bühne und die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung», sagt Daniel zustimmend. «Das Musizieren kostet keine Familienzeit. Es ist Familienzeit.»