Museumssonntag
Er war Bauernsohn, Erfinder und Komponist: Das spannende Leben des Amriswilers Ernst Grundlehner

Die vier Amriswiler Museen öffnen morgen Sonntag im Rahmen des Oberthurgauer Museumstages ihre Türen.

Manuel Nagel
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Er war ein spannender Mann. Ernst Grundlehner kam 1905 in Amriswil zur Welt und war das jüngste Kind der Familie Grundlehner-Schoop. Diese war die letzte Bauernfamilie im Zentrum und hatte ihren Hof dort, wo sich an der Bahnhofstrasse nun der Salon von «Hairstylist Pierre» und die Post befinden.

Der Bauernhof der Familie Grundlehner befand sich an der Bahnhofstrasse in Amriswil, etwa dort, wo sich nun die Post befindet.

Der Bauernhof der Familie Grundlehner befand sich an der Bahnhofstrasse in Amriswil, etwa dort, wo sich nun die Post befindet.

Bild: PD

Mit 25 Jahren und mit einem Studium als Elektroingenieur am Technikum Winterthur in der Tasche entschied sich Ernst Grundlehner, in die USA auszuwandern, wo er bei der Firma Bendix Corporation in New Jersey Arbeit fand. Er machte sich als Erfinder einen Namen und liess 1947 seine Rechenscheibe, mit der sich Bruchteile von Zoll und Fuss addieren liessen, patentieren. Ausserdem erfand er auch einen «Schraubenwähler», mit dem man die korrekten Masse verschiedener Schrauben, Gewinde und Muttern bestimmen konnte und einen miniaturisierten Gleichrichter. Zudem komponierte Grundlehner mit seiner Frau auch Stücke für das Orchester.

Werner Grundlehner ist zu Gast in der Erzählstunde.

Werner Grundlehner ist zu Gast in der Erzählstunde.

Bild: PD

An der Erzählstunde morgen um 15 Uhr im Ortsmuseum referiert Werner Grundlehner aus dem Leben seines Grossvaters, und um 16 Uhr spielt die Stadtharmonie ein Platzkonzert mit der Komposition Grundlehners.

Museen verwöhnen ihre Besucher auch kulinarisch

Doch auch in den anderen drei Museen ist von 10 bis 17 Uhr allerhand los. Einen Steinwurf vom Ortsmuseum entfernt gibt es in der Kutschensammlung ab 11 Uhr zu jeder vollen Stunde eine Führung. Ab 11.30 können sich die Besucher in der Festwirtschaft mit Bratwurst, Kaffee und Kuchen verköstigen, und Kindern bis zwölf Jahre spendiert Andreas Sallmann, der Besitzer der Kutschensammlung, eine Glace.

Kaffee und Kuchen gibt es auch im Bohlenständerhaus, dazu eine «Stubete» mit dem Frickbuebe um 10.30, 11.30, 14 und 15 Uhr. Das Museum hat ebenfalls durchgehend geöffnet.

Ebenfalls im Westen der Stadt ist das Schulmuseum, das sich direkt beim Mühlebacher Kreisel befindet. Dort gibt es jede Stunde Museumshäppli: Das sind Kurzführungen mit Pausensnack. Ausserdem hat es auch im ganzen Haus Aktionsecken für die ganze Familie.

Dass die vier Amriswiler Museen für einmal nicht am ersten Sonntag im Monat geöffnet haben, liegt am Oberthurgauer Museumstag, der aufgrund des internationalen Museumstages jährlich am 15. Mai begangen wird. Zwischen den elf Museen im Oberthurgau verkehren den ganzen Tag drei Gratisbusse auf einem Rundkurs zwischen Amriswil, Arbon und Romanshorn.

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