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Mütter helfen Kreuzlinger Müttern

Ein neues Angebot von Stadt und Schule verspricht unkomplizierten Rat in Erziehungsfragen.
Martina Eggenberger Lenz
Familienhelferin Monika Hauser, Schulberaterin Ulrike Wolf und Coach Loredana Pachioli spielen mit Figuren Familiensituationen nach. (Bild: Reto Martin)

Familienhelferin Monika Hauser, Schulberaterin Ulrike Wolf und Coach Loredana Pachioli spielen mit Figuren Familiensituationen nach. (Bild: Reto Martin)

«Hätte es bei mir so etwas gegeben: Ich hätte angerufen», sagt Monika Hauser. Die zweifache Mutter ist eine von sechs Frauen, die beim neuen Projekt «Erziehen ohne Stress» mitmachen. Mit dem Angebot wolle man ganz niederschwellig Hilfe anbieten. Ein Anruf auf die Handynummer der Schulberatung reicht und die Interessierten werden rasch an eine erfahrene Mutter weitergeleitet. Diese kommt in die Familie und bespricht vor Ort Zuhause bei den Eltern und ihren Kindern Erziehungsprobleme.

«Mal geht es darum, wie man das Kind am besten bei den Hausaufgaben unterstützt. Bei den nächsten will der Nachwuchs abends nicht ins Bett. Wieder andere haben ganz konkrete Fragen zum Schulsystem», erzählt Monika Hauser. Sie ist selbst vor vielen Jahren aus Deutschland nach Kreuzlingen gezogen. Sie weiss darum, was es bedeutet, den Familienalltag ohne grosses soziales Umfeld zu schaffen. «Ich sehe mich ein bisschen wie eine Freundin der Mütter, die ich besuche.»

Gratis und ohne Formalitäten

Loredana Pachioli betont, dass das «Erziehen ohne Stress»-Projekt einiges unkomplizierter ist als der Kontakt mit einer Fachstelle. Pachioli betreut als Coach das Angebot mit. Die beauftragten Familienfrauen treffen sich mit ihr regelmässig zur Supervision und zu Einzelcoachings. «Anders als bei der Familienhilfe, die wir vor zwölf Jahren gestartet haben, ist es beim neuen Angebot auch möglich, sich nur ein, zwei Mal zu treffen. Es gibt keine Formalitäten.» Zudem sei der Dienst gratis.

Finanziert wird die Hilfe von der Stadt und der Schule Kreuzlingen gemeinsam. Ulrike Wolf von der Schulberatung erwähnt, dass die Frauen sieben verschiedene Sprachen sprechen. Sie würden sich durch Kontaktfreudigkeit, Toleranz und einen grossen Erfahrungsschatz auszeichnen. Eines der Hauptprobleme vieler Eltern sei heute, dass sie in Sachen Erziehung unsicher sind.

«Erziehung ist eben richtig Arbeit.»

Häufig gehe es darum, den Alltag zu strukturieren und Rituale einzuführen. «Kinder haben gerne ein bünzliges Leben.», sagt Loredana Pachioli. Ernährung sei auch oft ein Thema bei Gesprächen von Mutter zu Mutter. Und auch da fehle es manchmal an der nötigen Entschlossenheit der Eltern. «Wenn das Kind nur Pommes essen möchte, dann muss man ihm klar sagen, dass das nicht geht», meint Monika Hauser. Insgesamt sehe sie aber viele bemühte, liebende Eltern.

Alle sind immer happy

Ulrike Wolf erinnert sich zurück, als in Kreuzlingen die Familienhilfe mit den Laien-Betreuerinnen gestartet wurde. «Damals haben alle gesagt: Seid ihr verrückt? Ihr verheizt die Frauen.» Doch das Konzept habe sich total bewährt.

Interessant sind auch noch ein paar Details aus der Statistik. Der grosse Teil der Nutzer des Projekts sei verheiratet oder lebe im Konkubinat, die Hälfte der betreuten Familien seien Schweizer und die meisten recht gut situiert, erwähnt Loredana Pachioli. Das sei eben die Krux am Elternsein heute: Durch die Medien werde der Eindruck vermittelt, dass immer alle happy seien, erzählt Ulrike Wolf. Dabei tue es doch einfach gut, seine Sorgen irgendwo abzuladen.

Hinweis

Kontakt «Erziehen ohne Stress»: 079 329 57 37

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