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Münsterlingen: ein Friedhof für alle

Die Einwohner der Gemeinde Münsterlingen werden in Zukunft bei der evangelischen Kirche Scherzingen bestattet – ausser sie wünschen das ausdrücklich anders. So sieht es ein überarbeitetes Reglement vor. Am 23. September wird darüber abgestimmt.
Martina Eggenberger Lenz
Der Friedhof bei der Kirche Scherzingen soll zur letzten Ruhestätte von allen Münsterlingern werden. (Bild: Donato Caspari)

Der Friedhof bei der Kirche Scherzingen soll zur letzten Ruhestätte von allen Münsterlingern werden. (Bild: Donato Caspari)

Das Friedhof- und Bestattungswesen ist eigentlich Sache der Politischen Gemeinde. In Münsterlingen haben sich bislang aber die Kirchgemeinden um die letzte Ruhe gekümmert. Sie sorgen traditionell für Betrieb und Unterhalt der Friedhöfe und verrechnen der Gemeinde ihren Aufwand.

Bekanntlich hat sich nun aber die Katholische Kirchgemeinde neu organisiert. «Wir haben der Gemeinde Münsterlingen den Anstoss gegeben, in diesem Zusammenhang das Friedhofswesen neu zu regeln», sagt Marc Derungs, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Altnau Güttingen Münsterlingen. Die Revision des entsprechenden Reglementes liegt nun vor und gelangt am 23. September zur Abstimmung.

Formulierung ist schärfer als beabsichtigt

Kernpunkt der Botschaft ist, dass der evangelische Friedhof in Scherzingen zum offiziellen Gemeindefriedhof für alle Einwohner wird, egal welcher Konfession und ob in Scherzingen oder Landschlacht wohnhaft. Bislang wurden die Landschlachter Kirchbürger in Altnau beerdigt, sowohl die katholischen wie die evangelischen. «Das wird nach wie vor möglich sein», betont Gemeindepräsident René Walther, «und zwar problemlos.» Die Formulierung in der Botschaft, Bestattungen in Altnau seien «auf ausdrücklichen Wunsch hin in Einzelfällen» möglich, dürfe nicht falsch verstanden werden. Wünsche ein Einwohner eine Bestattung in Altnau, dann handhabe man das wie gehabt: Die dortige Gemeindeverwaltung übernimmt die Administration der Bestattung und stellt diese Münsterlingen in Rechnung. «Das geht nach wie vor.»

Walther erklärt aber auch, dass sich bereits heute relativ wenige Landschlachter in Altnau bestatten lassen würden. Bei den durchschnittlich 20 Todesfällen, die Münsterlingen pro Jahr verzeichnet, würden etwa fünf explizit einen bestimmten Friedhof wünschen. «Viele sind heutzutage aber konfessionslos, wollen auf einen Waldfriedhof oder die Verwandten nehmen die Urne heim. Die Gesellschaft hat sich verändert.»

Scherzingen hat noch grosse Platzreserven

Den katholischen Einwohnern steht in begründeten Einzelfällen weiterhin der Friedhof bei der Klosterkirche Münsterlingen zur Verfügung. Langfristig wolle man diesen aber aufheben. Dass seine katholischen Mitbürger in Zukunft neben einer evangelischen Kirche ruhen werden, findet Marc Derungs überhaupt nicht schlimm. «Das ist je länger je weniger wichtig.» Die Abdankungsfeier könne direkt am Grab oder in der Klosterkirche stattfinden.

Der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Scherzingen-Bottighofen, Claude Ferrari, begrüsst es, dass die Strukturen mit der Revision vereinfacht werden. Er betont, dass die Gemeinde allen entgegen komme, indem unbefristet Beerdigungen in Altnau oder bei der Klosterkirche möglich würden. Dass die Gemeinde sich auf den evangelischen Friedhof konzentriere, sei sinnvoll, denn dort gebe es genügend Platzreserven. «Mir schwebt zum Beispiel die Erweiterung zu einem Parkfriedhof vor», sagt Ferrari. Er sieht zudem die Chance, so das Zusammengehörigkeitsgefühl von Scherzingern und Landschlachtern zu fördern. Ferrari betont, dass die Versammlung seiner Kirchgemeinde im Frühling den Änderungen noch zustimmen müsse.

Bei der Evangelischen Kirche Altnau stellt man fest, dass sich mit der Revision «nichts ändert», wie Präsident Matthias Tödtli betont. Seine Kirchgemeinde sei in die Ausarbeitung der Änderungen nicht involviert gewesen.

Neue Friedhofskommission

Die Gemeinde Münsterlingen schliesst nach erfolgter Abstimmung mit der evangelischen Kirche einen Nutzungsvertrag für den Friedhof ab. Auch soll eine Friedhofskommission gegründet werden, die aus Mitgliedern der Kirchbehörden und der Gemeindebehörde besteht. Finanziell sei die Änderung für die Gemeinde ein Nullsummenspiel, erklärt der Gemeindepräsident. Schliesslich habe man auch vorher für die Bestattungen bezahlt. Zu Buche schlägt einzig die zusätzliche Arbeitsbelastung für die Friedhofverwaltung auf der Gemeindeverwaltung von fünf bis zehn Stellenprozent.

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