Motocross-WM
Bürglen hofft auf einen Kompromiss – doch die Umweltverbände sagen Nein

Die für das Baugesuch zuständige Gemeinde Bürglen kann dem MXGP keine Baubewilligung erteilen, weil der Kanton seine Zustimmung verweigert. Das Projekt hängt nun in der Luft. Gemeindepräsident Kilian Germann hofft auf einen Kompromiss zwischen den Umweltschützern und den Veranstaltern.

Sabrina Bächi
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So sieht das Gebiet des Panzertestgeländes aus der Luft aus. Das gesamte Areal steht auf dem Gemeindegebiet von Bürglen.

So sieht das Gebiet des Panzertestgeländes aus der Luft aus. Das gesamte Areal steht auf dem Gemeindegebiet von Bürglen.

Bild: Mario Testa

Die Mowag-Testgrube steht ganz auf dem Gebiet der Gemeinde Bürglen. Sie ist deshalb auch federführend, wenn es um das Baugesuch für den MXGP geht. Eingereicht vom MXGP of Switzerland hat die Mowag das Baugesuch für die Motocross-WM mitunterzeichnet. Konkret geht es um die fixen Sprungelemente sowie die Passerelle. Gegen dieses Baugesuch gingen jedoch drei Einsprachen ein, das bestätigt Kilian Germann, Präsident der Gemeinde.

Die Einsprachen wurden von WWF, Pro Natura und vom Thurgauer Vogelschutz eingereicht. Und auch der Kanton hat kein Ja für das Projekt geben können. «Wenn der Kanton Nein sagt, kann die Gemeinde auch keine Baubewilligung erteilen», sagt Germann. Obwohl die Frist der öffentlichen Auflage verstrichen ist, hat der Gemeinderat noch nicht über das Gesuch befunden. Der Grund:

Kilian Germann, Gemeindepräsident Bürglen.

Kilian Germann, Gemeindepräsident Bürglen.

Bild: Mario Testa
«Es kann sein, dass sich die verschiedenen Parteien aufgrund der Vorschläge in den Umweltgutachten doch noch finden und es eine Lösung gibt.»

Allenfalls, präzisiert Germann, würde es dann auch ein neues Baugesuch geben. «Es ist annehmbar, dass ein Kompromiss auch Einfluss auf das Baugesuch hat», sagt er. Die Gemeinde selbst muss das Baugesuch auf Zonenkonformität prüfen. Das Areal ist als Spezialzone ausgewiesen. Dort sind gemäss Reglement «nur Bauten und Anlagen zulässig, die der Benützung des Testgeländes dienen».

Für die temporären Bauten benötigt es keine Baubewilligung

Da die Mowag jedoch den Bauten zustimmt, könnte dies ein Vorteil für das Baugesuch bedeuten. «Die Situation müsste aber trotz allem sauber geprüft werden», sagt Germann. Für die temporären Bauten wie etwa die Startrampe auf der Magerwiese oder die Tribünen für die Zuschauer benötigt der Veranstalter kein Baugesuch, sondern eine Veranstaltungsbewilligung.

«Diese müsste dann gemeinsam mit der Stadt Weinfelden erteilt werden», erklärt der Gemeindepräsident. Dieses Gesuch liege dann aber nicht mehr öffentlich auf, Einsprachen wären entsprechend nicht mehr möglich. Die Gemeinde Bürglen wartet nun ab, ob der Veranstalter einen Kompromiss mit den Umweltverbänden findet und eine Lösung präsentiert, hinter der auch der Kanton stehen kann.

So sieht die Gelbbauchunke aus. Sie ist eine der stark gefährdeten Amphibienarten, die im Mowag-Gebiet vorkommt.

So sieht die Gelbbauchunke aus. Sie ist eine der stark gefährdeten Amphibienarten, die im Mowag-Gebiet vorkommt.

Bild: PD

Die drei Umweltverbände, die Einsprache gegen das Projekt erhoben haben, geben auf Anfrage bekannt, dass sie keine Möglichkeit sehen, dass der MXGP im Schutzgebiet nationaler Bedeutung durchgeführt werden kann. Die gesetzlichen Grundlagen würden klar dagegen sprechen, meint etwa Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau.