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Mitte Mai wählt der Oberthurgau einen neuen Friedensrichter: Niemand interessiert sich bis jetzt für das Amt

Es gibt keinen offiziellen Kandidaten als Nachfolger von Thomas Huber. Diese Situation hat es laut den Verantwortlichen schon lange nicht mehr gegeben.
Jana Grütter
Das Büro des Friedensrichter befindet sich an der Bahnhofstrasse in Romanshorn. (Bild: PD)

Das Büro des Friedensrichter befindet sich an der Bahnhofstrasse in Romanshorn. (Bild: PD)

Mit CVP-Mann Dominik Diezi hat die Stadt einen neuen Präsidenten gewonnen, aber auch einen Berufsrichter am Bezirksgericht Arbon verloren. Diezi hat seinen Rücktritt per 31. Mai diesen Jahres eingereicht, um seinem neuen Amt nachzugehen. Ab da besteht demnach eine Vakanz.

Für die Ersatzwahl vom 19. Mai ist bei der Staatskanzlei innerhalb der Frist ein Wahlvorschlag eingegangen. Der 35-jährige Gerichtsschreiber Marco Carletta aus Stachen stellt sich als Nachfolger seines Parteikollegen zur Verfügung. Der Kandidat wird somit auf der Namensliste aufgeführt, die den Wahlunterlagen beiliegt.

Thomas Huber geht in Pension

Wie der Webseite des Kantons Thurgau zu entnehmen ist, wird für den Friedensrichter des Bezirks Arbon, Thomas Huber, ebenfalls ein Ersatz gesucht. Dies ab 1. Dezember und für die verbleibende Amtsdauer bis Ende 2020. «Ich bin schon seit 1988 im Amt und werde nun pensioniert», sagt Huber auf Anfrage. Allerdings wurde innert der Frist kein Wahlvorschlag für das Friedensrichteramt eingereicht.

Der Leiter der Betreibungs-, Konkurs- und Friedensrichterämter, Roger Wiesendanger, ist darüber sehr erstaunt:

«Bisher konnten wir immer einen Kandidaten auf die Namensliste setzen.»

Dies ist somit nicht mehr der Fall. Wiesendanger weist aber darauf hin: «Jedoch sind auch Personen wählbar, die nicht auf der Liste stehen.» Diese hätten es aber schwieriger, gewählt zu werden. «Für den Fall des Falles gibt es einen zweiten Wahlgang.» Der erste Wahlgang findet am 19. Mai statt.

Attraktive Lohnklasse

Roger Wiesendanger, Leiter der Betreibungs-, Konkurs- und Friedensrichterämter. (Bild: PD)

Roger Wiesendanger, Leiter der Betreibungs-, Konkurs- und Friedensrichterämter. (Bild: PD)

Friedensrichter führen als erste Instanz die obligatorischen Schlichtungsverfahren durch. Häufig leiten sie laut Wiesendanger Verfahren bei Forderungsklagen oder bei arbeitsrechtlichen Klagen. Das Friedensrichteramt liege in einer lukrativer Lohnklasse.

«Das Amt ist ideal für eine Familienfrau mit juristischem Hintergrund, Erfahrung in der Mediation oder Verwaltung als Wiedereinsteigerin.»

Kommunikationsfähigkeit und Organisationsflair seien von grosser Bedeutung. «Das Amt ist in der Bevölkerung zur Zeit einfach noch nicht bekannt genug. Zudem wird die Wahlpublikation zu wenig wahrgenommen.»

Laut Verordnung des Obergerichts über die Zivil- und Strafrechtspflege haben «Friedensrichter innert drei Jahren einen zertifizierten Lehrgang», den sogenannten Certificate of Advanced Studies Friedensrichter, zu absolvieren. Ausgeschlossen sind Friedensrichter, die bereits ein Friedensrichteramt innehaben oder ein juristisches Studium abgeschlossen haben.

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