Mit letzter Kraft zum Sieg: Der HC Thurgau gewinnt bei den GCK Lions 2:1

Ein arg dezimierter HC Thurgau entschied sein letztes Spiel vor der Nationalmannschaftspause für sich. Dank des siebten Siegs in den vergangenen zehn Begegnungen gehören die Ostschweizer nach 27 Runden noch immer zur erweiterten Spitze in der Swiss League.

Matthias Hafen aus Küsnacht
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Joel Scheidegger (vorne, hier im Heimspiel vom 2. November) lässt GCK-Verteidiger Alexander Braun nicht an den Puck kommen.

Joel Scheidegger (vorne, hier im Heimspiel vom 2. November) lässt GCK-Verteidiger Alexander Braun nicht an den Puck kommen.

Mario Gaccioli

Bald ist Weihnachten und der HC Thurgau ist dem Leader dicht auf den Fersen. Viel mehr konnten sich die Fans für die kommenden Festtage nicht wünschen. Auswärts gegen die GCK Lions bewies die Mannschaft des Trainerduos Mair/Winkler einmal mehr, wie mental gestärkt sie in dieser Saison auftritt. Das Spiel gegen das Farmteam der ZSC Lions war ein hartes Stück Arbeit. Dass eben solche Begegnungen in dieser Saison gewonnen werden, ist einer der Schlüssel des Erfolgs.

Patrick Brändli traf in der 55. Minute mit einem Abstauber zum entscheidenden 2:1, als er die Vorarbeit seines Sturmpartners Niki Altorfer vollendete. Altorfers Hartnäckigkeit war es zu verdanken, dass der Puck ums GCK-Tor in Thurgauer Besitz geblieben war. Der zweite Thurgauer Treffer krönte einen Zwischenspurt der Gäste, bei dem Sekunden zuvor Melvin Merola solo und Adam Rundqvist ebenfalls auf Vorarbeit von Altorfer den Führungstreffer auf dem Stock gehabt hatten. 

Der offensive Wahnsinn im Startdrittel

Der Sieg der Thurgauer war am Ende verdient, obwohl sie das Spiel erst im Schlussdrittel so richtig in den Griff bekommen hatten. Im Startdrittel zelebrierten beide Teams den offensiven Wahnsinn. Zunächst der HC Thurgau mit dem Führungstreffer durch Franco Collenberg nach nur 94 Sekunden. Der Verteidiger hatte mit einem satten Schuss von der blauen Linie getroffen. Anstatt danach ein bisschen Tempo aus dem Spiel zu nehmen, um die Kontrolle zu erlangen, forderten die Thurgauer die Zürcher Junglöwen zu einer Art Speed-Contest heraus, bei dem es innert Sekunden auf und ab ging auf dem Eis.

Dass sich der HC Thurgau ausgerechnet gegen die läuferisch starken GCK Lions auf ein solches Spiel einliess, erstaunte. Es war, als forderte der Favorit den Aussenseiter zu einem Duell auf, liesse ihm aber die Wahl der Waffe. Das erstaunte auch, weil die Ostschweizer mit nur 19 Feldspielern nach Küsnacht gereist waren. Dominic Hobi, Fabio Hollenstein, Michael Loosli und David Wildhaber mussten einmal mehr verletzt passen - wie neuerdings auch Goalie Nicola Aeberhard. Und just nachdem Verteidiger Collenberg im Startdrittel eine Zehnminutenstrafe kassiert und damit das Kollektiv vorübergehend weiter dezimiert hatte, glichen die GCK Lions durch Xeno Büsser zum 1:1 aus. Da stand bei Thurgau die vierte, eher unerfahrene Linie auf dem Eis.

Schwendener hält stark

Dank eines abermals starken Janick Schwendener im Tor konnte der HCT den Schaden gegen die erstaunlich starken Zürcher aber klein halten. Im zweiten Drittel kippte das Spiel bereits zu Gunsten der Gäste, wobei Thurgau zwar mehr Puckbesitz hatte, die gefährlicheren Torchancen sich aber die GCK Lions erspielten, die mit La Chaux-de-Fonds und Sierre um einen Playoff-Platz kämpfen. Erst im Schlussdrittel konnte der HC Thurgau die Gefahr eindämmen. Und als Patrick Brändli knapp sechs Minuten vor Schluss zum 2:1 einschoss, deutete das bereits auf die Entscheidung hin.

GCK Lions – Thurgau 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)

Kunsteisbahn, Küsnacht – 220 Zuschauer – SR Staudenmann/Anna Maria Wiegand, Betschart/Ammann.
Tore: 2. Collenberg (Steinauer, Rundqvist) 0:1. 14. Büsser (Chiquet, Backman) 1:1. 55. Brändli (Altorfer, Frei) 1:2.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die GCK Lions, 2-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Collenberg) gegen Thurgau.
GCK Lions: Zürrer; Büsser, Braun; Peter, Geiger; Sidler, Meier; Widmer; Rizzello, Suter, Berni; Chiquet, Backman, Hayes; Riedi, Fuhrer, Berri; Mathew, Hardmeier, Puide.
Thurgau: Schwendener; Parati, Seiler; Fechtig, Scheidegger; Collenberg, Steinauer; Engeler; Merola, Connor Jones, Kellen Jones; Janik Loosli, Brändli, Altorfer; Niedermaier, Rundqvist, Frei; Moser, Kellenberger, Zanzi.
Bemerkungen: GCK Lions ohne Andersson und Burger (beide verletzt). Thurgau ohne Aeberhard, Hobi, Hollenstein, Michael Loosli, Wildhaber (alle verletzt), Rehak (U20 Tschechien), Moosmann (U20 Österreich), Schmuckli, Dufner (beide Rapperswil-Jona/NLA), Huber und Schnetzer (beide Farmteam). – 59:09 Time-out GCK Lions. GCK Lions ab 59:00 mit sechstem Feldspieler anstelle des Goalies.

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Matthias Hafen