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Mit Jesus auf einen Wein

Valentin Huber ist Lehrer, angehender Jurist und Hobbybierbrauer aus Kreuzlingen. Zum Leidwesen seiner Schüler ist er fast nie krank, verplant seine Wochenenden im Voraus, und Autos sind ihm genauso egal wie die Farbe der Unterhose.
Interview: Maria Keller
Der Kreuzlinger Valentin Huber ist Lehrer, angehender Jurist, Kulturmensch und Hobbybierbrauer. (Bild: Reto Martin)

Der Kreuzlinger Valentin Huber ist Lehrer, angehender Jurist, Kulturmensch und Hobbybierbrauer. (Bild: Reto Martin)

Was beschäftigte Sie in letzter Zeit besonders?

Wir wollen ein Public Viewing organisieren, zum WM-Spiel Schweiz gegen Serbien am 22. Juni. Dazu hatten wir die Idee, dass schweizerische und ein serbischer Künstler zusammen musizieren, namentlich Goran Kovacevic am Akkordeon, Peter Lenzin an der Klarinette und den Appenzeller Space Schöttls. Sie sollen bewusst zusammen musizieren, das Fussballspiel ist ja schon Wettbewerb genug.

Warum wollen Sie unbedingt in Kreuzlingen wohnen?

Mal abgesehen davon, dass Kreuz­lingen mein Arbeitsort ist, sitze ich gerne am See und schaue auf Europa rüber. Ich liebe es, Zeit im Garten oder im Wald zu verbringen.

Wo würden Sie sonst wohnen?

Ich habe zwei Jahre lang in Winterthur gewohnt, das wäre vermutlich meine zweite Wahl. Winterthur ist eine tolle Stadt und bekanntlich der erste Zufluchtsort eines Thurgauers.

Haben Sie einen Lieblingsort?

Das ist bei mir jahreszeitenabhängig. Im Frühling verbringe ich gerne Zeit im Garten, im Sommer bin ich am See. Der Herbst eignet sich besonders zum Pilze suchen im Wald und im Winter ist die Badewanne der schönste Ort.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Ich esse Bärlauch in rauen Mengen. Zehn Jahre lang habe ich geraucht, mittlerweile aber damit aufgehört. Ausserdem gehe ich oft joggen, bei Wind und Wetter. Früher war ich ­immer mehrmals im Jahr krank, jetzt fast nie mehr, zum Leidwesen meiner ­Lernenden.

Haben Sie ein Morgenritual?

Meine Schlafzimmertüre schnappt nicht richtig ein. Von innen kann man sie schliessen – man muss mit dem Handballen oben links draufhauenAABB22– aber von aussen nicht wirklich. Jeden Morgen versuche ich, die Türe zuzumachen. Es ist mir noch nie gelungen.

Können Sie kochen?

Ja, ich koche sehr gerne. Ich rüste vor allem gerne, dabei kann man andere Gedanken zulassen. Das Aufwendigste wäre wohl das Brauen der Xlinger Pfütze, die ich seit 2016 mit einigen Freunden zusammen selbst braue. Der Bierbrauprozess dauert gerne mal einen ganzen Tag. Aber – es macht Spass, deshalb mache ich es auch.

Was ist Ihre liebste Glacesorte?

Ich bevorzuge Käse und Schnaps zum Dessert.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Wenn, dann gerne mit Senf, und sogar noch Ketchup obendrauf.

Was hören Sie im Auto?

Ausschliesslich FM 4, der österrei­chische Sender. Der spielt die Hits von morgen.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Ich werde demnächst 30 und ich bin so alt wie ich bin, und fühle mich auch so. Schliesslich weiss ich noch nicht, wie man sich fühlt, wenn man älter ist.

Haben Sie ein Haustier?

Wir haben zu Hause «wandelnde Blätter» oder Phylliidae genannt. Das sind diese Schrecken, die sich als Blätter tarnen. Wenn wir jeweils Besuch haben, lassen wir die Gäste die Schrecken suchen. Diese beginnen zu wackeln, wenn sie unentdeckt bleiben wollen. So tarnen sie sich als Blätter im Wind. Ein weiterer spannender Fakt – die Weibchen legen selbstbefruchtende Eier.

Haben Sie ein Lieblingstier?

Den Regenwurm mag ich sehr, weil er die Erde umgräbt. Daher tut es mir jeweils umso mehr leid, wenn ich aus Versehen einen halbiere.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Darauf, es verplanen zu können. Ich habe selten ein Wochenende ohne Pläne, aber wenn, dann habe ich Spass beim «zueschufle».

Wonach riecht Glück?

Nach Sonnencrème und Bierschaum im Gesicht. Das Bier sollte ein spezielles sein. Solch eines wie es mein Freund Andreas stets mitzubringen pflegt.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

Eine Trillerpfeife. Wieso, weiss ich nicht. Sie stört mich aber nicht, deshalb – vor der Trillerpfeife kommt gleich der ganze Nachttisch weg.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Mit Jeff Lebowski, auch genannt der Dude, Eure Dudheit oder el Duderino. Das ist die Hauptrolle in der Komödie «The Big Lebowski».

Ihr erster Traumberuf war?

Räuber oder Polizist. Ich konnte mich nicht entscheiden, also bin ich Lehrer geworden. Und aktuell schreibe ich noch meine Abschlussarbeit fürs Jura-Studium.

Was schätzen Sie an Ihrer Partnerin besonders?

Sie weiss alles, wenn es um Pflanzen und Tiere geht. Sie ist Biologin und Lehrerin und ist – wie ich auch – sehr naturverbunden. Und sie kann mich gut hinter den Ohren kraulen. Vielleicht macht sie das ja jetzt öfters, wenn sie das hier liest.

Mit wem würden Sie gerne einmal eine Flasche Wein trinken?

Mit Jesus. Er hätte sicher Interessantes zu erzählen. Passt ja auch mit dem Wein.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Als Coiffeur. Das Einzige, was ich draufhabe, ist der Millimeterschnitt.

Wie sollte der Filmtitel Ihres Lebens lauten?

Ich denke, ich bin noch nicht an dem Punkt, an welchem ich meinem Leben einen Filmtitel geben kann.

Wer sollte Ihre Rolle spielen?

Jeff Bridges, der den «Dude» in «The Big Lebowski» verkörpert.

Was finden Sie an sich gut?

Meine Verlässlichkeit.

Ruhig einschlafen können Sie, wenn …

...ich zu viel gegessen habe und die Titelmelodie vom «Tatort» höre.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Beeren aus dem Garten destillieren.

Wenn Geld kein Problem wäre, würden Sie welches Auto kaufen?

Autos sind mir so wichtig wie die Farbe meiner Unterhose. Wahrscheinlich eines, das es nicht gibt, das in völligem Einklang mit der Umwelt ist. Autos sind mir aber völlig egal. Es muss einfach fahren.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Ich will keinen Grabstein. Somit würde ich meine Nachfahren nur unnötig weiterbelasten. Viel lieber hätte ich es, wenn man mich verbrennen, mit dem Boot auf den See hinausfahren, und meine Asche dort verstreuen ­würde. Ich weiss, man sollte dies nicht tun. Ein schöner Abschiedssatz wäre mir dann allerdings wichtiger als eine Inschrift auf dem Grabstein. So würde ich gerne «den Fisch machen».

Zur Person

Zur Person Der 29-jährige Valentin Huber aus Kreuzlingen setzte sich dafür ein, dass die öffentliche Volksschule in der Schweiz unentgeltlich bleibt und auch für Deutschkurse kein Geld von bestimmten Eltern verlangt werden darf. Damit erwirkte er einen Leitentscheid des Bundesgerichts. Privat ist er oft in seinem Garten oder am Bodensee anzutreffen.

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