Mit Herzblut für die sanften Riesen: Gottlieberin setzt sich für Elefantenwaisen ein

Claudia Somm aus Gottlieben reist seit 2006 regelmässig nach Kenia. Dort unterstützt sie das Projekt «Sheldrick Wildlife Trust», das sich dem Schutz der Afrikanischen Elefanten verschrieben hat.

Isabelle Merk
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Claudia Somm reist immer wieder nach Kenia, um sich über das Projekt «Sheldrick Wildlife Trust» zu informieren. (Bild:PD)

Claudia Somm reist immer wieder nach Kenia, um sich über das Projekt «Sheldrick Wildlife Trust» zu informieren. (Bild:PD)

In einer Zeitschrift las Claudia Somm aus Gottlieben 2005 zum ersten Mal über das Elefantenwaisenhaus des «Sheldrick Wildlife Trust» in Kenia. Mit ihrem Mann besuchte sie Kenia und die Elefantenwaisen 2006 das erste Mal und seither setzt sie sich mit ihrem kleinen Verein der Elefantenfreunde für die Waisen ein. Claudia Somm zur Dringlichkeit ihres Anliegens: 

«Wenn den Wilderern kein Einhalt geboten wird, dann werden die Elefanten in ungefähr 10 Jahren vom Antlitz unseres Planeten verschwunden sein.»

Die Preise für Elfenbein sind seit 1960 massiv gestiegen. Während damals vier Dollar pro Kilogramm bezahlt wurden, waren es 2014 bereits 3000 Dollar pro Kilogramm. Ein kleiner Elefant besitzt ungefähr zehn Kilogramm Stosszahn, bei einem ausgewachsenen Bullen können es bis zu 100 Kilogramm sein, aber diese sind bereits kaum mehr zu finden.

Hilfe für die Waisen

Die Menschen leben oft in Armut und daher nehmen Wilderer das Risiko auf sich und jagen die Elefanten trotz aller Konsequenzen unerbittlich, obwohl sie nur einen Bruchteil vom Erlös aus dem Verkauf des Elfenbeins verdienen. Da vorwiegend die erwachsenen Tiere gejagt und getötet werden, bleiben die Kleinen schutzlos zurück und würden ohne Hilfe ebenfalls den Tod finden.

Pfleger des «Sheldrick Wildlife Trust» füttern die Elefantenwaisen. (Bild: PD)

Pfleger des «Sheldrick Wildlife Trust» füttern die Elefantenwaisen. (Bild: PD)

Die Waisen werden vom «Sheldrick Wildlife Trust» aufgegriffen und in das Elefantenwaisenhaus in Nairobi oder in eine der drei Auswilderungsstationen in Kenia gebracht. Ziel ist, die Tiere soweit aufzupäppeln, damit sie Jahre später wieder in einem Nationalpark oder Schutzgebiet ausgewildert werden können.

«Wilde Elefanten die einst in einem Waisenhaus waren, suchen die Stationen immer mal wieder auf, entweder um Verletzungen pflegen zu lassen oder um ihren Nachwuchs zu präsentieren», erläutert Claudia Somm.

«Die Elefanten vergessen niemals, wie viel Gutes ihnen im Waisenhaus wiederfahren ist.»

Gelebtes Matriarchat

Elefanten leben in Familienverbänden, geführt von einer Matriarchin und können gut 65 Jahre alt werden. Die Riesen sind äusserst friedliebend und sozial. Stirbt einer aus der Familie, so wird er von den anderen betrauert und die Stelle an dem die Gebeine des verstorbenen Familienmitgliedes liegen, werden auch noch Jahre nach dessen Hingang besucht.

Um 1900 lebten noch zehn Millionen Elefanten in Afrika. 2016 waren es noch an die 400’000. Claudia Somm reist regelmässig nach Kenia, um sich für die Paten in der Schweiz über die Waisen und die Projekte des «Trusts» zu informieren.

Eine Elefantenherde badet in einer Wasserquelle. (Bild: PD)

Eine Elefantenherde badet in einer Wasserquelle. (Bild: PD)

Seinen «eigenen» Elefanten adoptieren

Claudia Somm setzt sich mit sehr viel Herzblut für die Elefanten ein. Mit Patenschaften von 50 Franken pro Jahr und kleineren Spenden unterstützt sie mit ihren Gönnern das Waisenhaus. Geld, das dringend gebraucht wird, wenn wir nicht möchten, dass die sanften Riesen bald nur noch in Zoos und Büchern existieren.

Auf der Internetseite des Vereins kann man sich einen kleinen Elefanten auswählen, den man gerne adoptieren möchte. Jedes Elefantenwaise braucht viele Paten. Wer eine Patenschaft übernimmt, erhält eine Mappe mit Infos und der Geschichte des Kleinen, sowie einem Foto. Ausserdem können die Paten ihr adoptiertes Elefantenwaise in Kenia besuchen.