Mit der Ortsplanung soll Kreuzlingen vielerorts endlich vorwärts kommen

Die Ortsplanungsrevision bringt Bewegung in die Stadtentwicklung. Einige Projekte warten schon sehr lange. Hier die fünf brisantesten Änderungen im Zonenplan und im Baureglement.

Urs Brüschweiler
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Im Süden des Schlosses Brunnegg gibt es eine Freihaltezone. (Bild: Andrea Stalder)

Im Süden des Schlosses Brunnegg gibt es eine Freihaltezone. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist wie ein Trichter, in dem sich zahlreiche Probleme in der baulichen Entwicklung der Stadt angesammelt haben. Mit der Ortsplanungsrevision, die am Mittwochabend im Dreispitz öffentlich vorgestellt wurde, sollten nun viele dieser Themen abfliessen und erledigt werden können. Die fünf brisantesten Anpassungen im Zonenplan und im Baureglement sind folgende:

  • Im schon ein Jahrzehnt dauernden Ränkespiel um die Freihaltung der Wiese zwischen den Schlössern Brunnegg und Girsberg am Westend der Stadt, geht es voran. Die Schlosswiese wird, wie von kantonaler und nationaler Stelle verlangt, zur Freihaltezone. Das als «teuerste Kuhwiese der Schweiz» verschrieene Land wird definitiv nicht überbaut. Aber die Eigentümer haben dann die Möglichkeit, eine Entschädigung einzufordern. Fünf Millionen Franken stehen seit langem im Finanzplan der Stadt. «Verhandlungen über eine andere Lösung haben – zumindest bis jetzt – nicht gefruchtet», sagt Stadtrat Ernst Zülle. «Wir sehen im Moment keinen anderen Weg.»
  • «Die meisten Eingaben bei der Vernehmlassung erhielten wir zum Thema Hochhäuser», sagt Planer Beat Rey. Deren Regelungen habe man gegenüber dem Entwurf deshalb überarbeitet. Hochhäuser (bis 40 Meter) dürfen künftig ausschliesslich an der Bahnhofstrasse und an der Löwenstrasse realisiert werden. Höhere Häuser (bis 30 Meter) sind möglich im Zentrum, im Gebiet Sonnenwiesen und beim Wolfacker. Dort wartet die Überbauung Gaissbergpark seit langem auf seine Realisierung. «Ich freue mich auf dieses sehr interessante Projekt, das momentan blockiert ist», sagt Zülle. Und auch bei der Löwenüberbauung sei wieder etwas im Tun. «Mit der Ortsplanungsrevision könnte der Weg frei gemacht werden.»
  • Auf 50 Meter ist die Gebäudelänge für öffentliche Bauten heute begrenzt. Mit dieser Einschränkung hat man beim Bau des neuen Stadthauses auf dem Bärenplatz und beim Neubau der Siedlung des Alterszentrums zu kämpfen. Obwohl es bereits zahlreiche längere Häuser gibt in der Stadt. Deshalb erhöht man die maximale Gebäudelänge im neuen Baureglement auf 180 Meter. Sondergenehmigungen für überlange Bauten wären dann hinfällig.
  • Zu diskutieren geben könnte die neue «Deponiezone Typ A». Auf dem Areal Ziegelhütte beim Autobahnanschluss Süd will man unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial lagern. Wenn das Gelände aufgefüllt ist, soll an der Oberfläche der landwirtschaftliche Boden wieder hergestellt werden. «Wenn wir in der Nähe eine solche Deponie haben, reduziert sich der Lastwagenverkehr von Baustellen», erklärt Zülle.
  • Keine grösseren Wohnblöcke wird es auch in Zukunft in drei sogenannten Strukturerhaltungsgebieten geben. Im Bodan-Quartier, zwischen Rosgarten- und Stählistrasse und um die Weinbergstrasse werden die ortstypischen Strassenzüge mit speziellen Vorschriften gesichert. Ein hoher Anteil an Grünflächen zwischen den Häusern ist damit Pflicht.

Öffentliche Auflage im September

Die Rahmennutzungsplanung, bestehend aus Zonenplan und Baureglement, wird vom 6. bis am 25. September öffentlich aufgelegt. Zuvor erhalten alle, die bei der Vernehmlassung eine Eingabe gemacht haben, eine Antwort. Mögliche Einsprachen werden von der Spezialkommission des Gemeinderates behandelt und durch den Stadtrat entschieden. Das Ziel ist, dass der Gemeinderat die Ortsplanungsrevision 2020 verabschieden kann. Das kantonale Departement für Bau und Umwelt muss auch seine Genehmigung geben, und es entscheidet über allfällige Rekurse.

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