Mit Bundeshaus und Verzasca-Brücke an die Meisterschaft

Der Zeziker Plattenleger Domenic Okle ist diese Woche Finalist an der Schweizer Berufsmeisterschaft. Auf den Wettbewerb bereitet er sich im eigenen Hobbykeller vor.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Domenic Okle bereitet sich in seinem Werkraum zu Hause in Zezikon auf die Berufsmeisterschaften vor.

Domenic Okle bereitet sich in seinem Werkraum zu Hause in Zezikon auf die Berufsmeisterschaften vor.

Bild: Mario Testa

Das Aufgabestück steht bereits zum zweiten Mal fast fertig im Keller von Domenic Okle, nur die Fugen fehlen noch. Der Plattenleger aus Zezikon misst sich diese Woche in Dagmarsellen mit acht Kollegen in den Fertigkeiten seines Berufs. Er nimmt an den «SwissSkills Championships» teil.

«Eigentlich hätte ich vor zwei Jahren an den SwissSkills antreten sollen», sagt der 21-Jährige. «Aber damals habe ich mich bei den Vorbereitungen am Daumen verletzt und konnte daher nicht teilnehmen.» Nun aber sei er erneut vom Verband angefragt worden, ob er es nochmals versuchen wolle. «Ich hatte immer gute Noten bei den Kursen, also in der praktischen Arbeit. Fünfer und besser. Deshalb darf ich nun mitmachen.»

Trainieren im Feierabend

Domenic Okle hat seine Lehre zum Plattenleger mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis vor zwei Jahren abgeschlossen. Seinem Lehrbetrieb Oertig in Tägerschen blieb er treu. Und auch nach Feierabend verbringt er momentan viel Zeit mit Plänen, Platten und Kleber. Im Keller seines Elternhauses trainiert er für die Meisterschaften.

«Wir haben einen Plan vom Aufgabestück erhalten. Dieses habe ich in der Zwischenzeit einmal gemacht, dann abgeräumt und nochmals erstellt.»

Das Aufgebestück ist eine Eckwand mit zwei bekannten Schweizer Sujets: Das Bundeshaus in Bern an der einen und die Ponte dei Salti im Verzascatal an der anderen Wand. «Das Bundeshaus ist eine besondere Herausforderung. Es ist dreidimensional, steht also aus der Wand heraus», erklärt Okle. «Für diese Struktur habe ich ein Stück Porenbeton zugeschnitten und dann die Platten darüber gelegt.

Ebenfalls anspruchsvoll sind runde Formen.» Der Maschinenpark eines Plattenlegers besteht im Wesentlichen aus einem Plattenschneider, einer Nassfräse und einem Bandschleifer, dazu kommt eine grosser Zirkel zum Anzeichnen runder Bruchstellen. Die Plättli werden angeritzt und dann gebrochen.

«Die Fräse kommt erst bei sehr feinen Strukturen zum Einsatz, wenn brechen nicht mehr geht»

Zuletzt braucht er noch Kelle, Mörtel und Abstandhalter, um die Platten an der Wand zu befestigen.

Vorfreude auf die Berufsmeisterschaften

«Ich arbeite gerne mit den Händen, das gefällt mir so an diesem Beruf. Zudem sieht man abends, was man während des Tages alles geschafft hat.» Auf die Berufsmeisterschaften freut sich Domenic Okle: «Es ist mal was Neues, ein solches Objekt mache ich sonst nie. Zudem ist es ein Wettkampf.» Gewinnen sei nicht sein oberstes Ziel, aber gut abschneiden. Für ihr Aufgabestück, das noch leichte Veränderungen gegenüber dem Übungsstück enthält, haben die jungen Berufsleute 22 Stunden Zeit. «Ich werde wohl durcharbeiten», sagt Okle.

Berufsmeisterschaft anstelle der SwissSkills

Wettbewerb in Dagmarsellen

Die Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills hätten vom 9. bis 13. September in Bern stattfinden sollen. Aufgrund der Coronasituation wurde der Grossanlass mit rund 700 Berufsleuten aus 29 Verbänden mit 60 Lehrberufen jedoch um zwei Jahre verschoben. Anstelle des zentralen Anlasses werden nun dezentral Schweizer Berufsmeisterschaften, sogenannte SwissSkills Championships 2020, durchgeführt. Die meisten Branchen nützen das bestehende Datum zur Durchführung der Meisterschaft. Domenic Okle und die anderen Plattenleger messen sich im Kurszentrum in Dagmarsellen.

Mehr zum Thema