Mit Bewilligung der Besatzer zum Training: Der Schwimmclub Kreuzlingen in seiner Anfangszeit

75 Jahre nach dem Gründungstag traf sich der Schwimmclub Kreuzlingen am Gründungsort, wo heute eine Metzgerei steht.

Urs Brüschweiler
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Das Who-is-Who des Schwimmclubs Kreuzlingen mit Präsident Max Wicker und einer Geburtstagstorte.

Das Who-is-Who des Schwimmclubs Kreuzlingen mit Präsident Max Wicker und einer Geburtstagstorte.

(Bild: Andrea Stalder)

Der Ort des Treffens kam einigen etwas spanisch vor. Präsident Max Wicker hatte die altgedienten und verdienstvollen Mitglieder des Schwimmclubs am Montagabend zum Jubiläums-Apéro in die Metzgerei Bolliger im Schlemmerzentrum geladen. Des Rätsels Lösung: An selber Stelle stand 1945 noch das Restaurant Weingarten, in dessen Stuben am 13. Januar der Schwimmclub Kreuzlingen gegründet wurde. Ein Bild der alten Gaststätte zierte denn auch den Geburtstagskuchen.

Den Auftakt ins Jubiläumsjahr nutze man für einen gemeinsamen Blick in die Annalen des Clubs. Ehrenpräsident Christof Keller machte die wechselvolle Geschichte des Vereins lebendig.

Schon im Winter 1926 war ein erstes Mal ein Schwimmclub aus der Taufe gehoben worden, denn im folgenden Sommer eröffnete die Kreuzlinger Seebadi, dort, wo heute die Wollsaueninsel liegt. Neun Jahre später ging dem Club aber der Schnauf aus. Mit dem nahen Kriegsende 1945 wurde das Interesse am Wassersport wieder grösser, der Neugründung stand nichts im Wege. Im Inland politisch nicht sonderlich gern gesehen war, dass die Clubmitglieder das Konstanzer Hallenbad nutzten, notabene mit Sonderbewilligung der französischen Besatzer.

Ein Olympionike in der Vereinsgeschichte

Rasch rückte aber der Sport in den Mittelpunkt. Im Schwimmen und im Wasserball – damals noch im Hafenbecken – feierte man grosse Erfolge. 1960 schaffte es Hansueli Dürst, als bisher einziger Vertreter des SCK, zu den Olympischen Spielen nach Rom.

An der Gründung der Schwimmbadgenossenschaft und der Eröffnung des Freibads 1968 wirkte man tatkräftig mit. Nach dem Abstieg in die 2. Liga wurde 1975 die Wasserball-Abteilung aufgelöst; im gleichen Jahr, wie das Hallenbad Egelsee eröffnet wurde.

Ab 1982 ging es mit den Wasserballern dann wieder los und zwar rasant aufwärts. Nach einem kleinen Dämpfer folgte die Professionalisierung und 1996 der erste nationale Titel. Acht Meisterschaften folgten bis heute und Konkurrenzdenken zwischen Schwimmern und Wasserballern hat man lange ausgemerzt.

Die SCK-Geschichte wurde mit vielen Anekdoten angereichert. Das grosse Fest zum 75-Jahr-Jubiläum folgt dann am 12. September. Die Clubmitglieder freuen sich aber auch auf den Spatenstich für das neue Hallenbad im Herbst. Der Neubau wird ihr grösstes Geburtstagsgeschenk. Ehrenpräsident Christof Keller sagt:

«Das neue Hallenbad eröffnet uns neue Horizonte.»
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