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Mit Argusaugen gegen Velodiebe am Bahnhof Muolen

Die Gemeinde Muolen denkt beim Bahnhof an eine Videoüberwachung. Noch ist aber nichts konkret.
Johannes Wey
Nach Wittenbach prüft nun auch Muolen eine Videoüberwachung am SOB-Bahnhof. Für die SOB steht dabei aber angeblich nicht die Sicherheit im Vordergrund. Videokamera am Bahnhof Herisau © Urs Bucher/TAGBLATT

Nach Wittenbach prüft nun auch Muolen eine Videoüberwachung am SOB-Bahnhof. Für die SOB steht dabei aber angeblich nicht die Sicherheit im Vordergrund. Videokamera am Bahnhof Herisau © Urs Bucher/TAGBLATT

Christbaumkugeln der anderen Art begegnen dem ÖV-Pendler immer häufiger im Alltag: Silbern schimmernde Kugeln im Bus oder unter dem Perrondach verbergen Überwachungskameras mit Rundumblick. Auch Muolen hat bei der Südostbahn (SOB) eine Überwachung am Bahnhof angeregt, wie im Mitteilungsblatt zu lesen war.

«In jüngster Zeit gab es dort ein bis zwei Velodiebstähle pro Monat», sagt Gemeindepräsident Bernhard Keller. Die Pläne seien noch nicht konkret, die Mitteilung im Blättli sollte erst einmal sensibilisieren. Für eine Überwachung würde der Gemeinderat ein Reglement erlassen, ähnlich wie es bereits für die Schulanlage besteht.

SOB will bei Verspätungen besser reagieren können

Während die Anregung zur Videoüberwachung in Muolen von der Gemeinde kommt, hat in Wittenbach die SOB ein Gesuch gestellt, ihren Bahnhof überwachen zu dürfen. «Das Sicherheitsempfinden unserer Passagiere war aber nicht der Anlass dazu», sagt SOB-Sprecherin Brigitte Baur. In Wittenbach habe es keine Vorfälle gegeben, welche eine Überwachung aus Sicherheitsgründen nötig machen würden.

Vielmehr böten die Kameras aus betrieblicher Sicht viele Vorteile: Kommt beispielsweise der Bus verspätet, kann die Betriebszentrale dem Lokführer Bescheid geben, wenn alle Passagiere umgestiegen sind und er abfahren kann. «Die Abstimmung zwischen Bus und Zug ist eine Knacknuss», sagt Baur. Kameras seien dabei eine grosse Hilfe.

Experte plädiert für Verhältnismässigkeit

Silvio Hänsenberger ist Experte für Technikrecht an der Universität St. Gallen. Seiner Meinung nach ist die vorgesehene Videoüberwachung am Bahnhof Wittenbach rechtens, selbst wenn sie der Betriebsoptimierung und nicht primär der Sicherheit dient; eine Verordnung des Bundesrats erlaube auch diese Nutzung. «Sie wurde 2010 eingeführt, weil immer wieder nach einer solchen Rechtsgrundlage verlangt worden war», sagt Hänsenberger.

Ganz allgemein müsse beim Einsatz von Überwachungskameras die Verhältnismässigkeit gewahrt bleiben.

«DieVerhältnismässigkeit geht heutzutage, wo fast jedes öffentliche Verkehrsmittel überwacht wird, manchmal vergessen.»

sagt Silvio Hänsenberger. Es könne zwar durchaus verhältnismässig sein, den Veloständer in Muolen zu überwachen. Bevor man diesen Eingriff in die Privatsphäre aber in Erwägung ziehe, müssten zumindest andere Massnahmen geprüft werden.

Alternativen zu Kameras gibt es – auch in Muolen. Am Bahnhof steht den Pendlern ein abschliessbarer Velounterstand zur Verfügung.

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