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Mit 20 verlor er sein Augenlicht

Der blinde Korber Peter Schär zeigte sein Handwerk im Amriswiler Bohlenständerhaus im Schrofen.
Ramona Riedener
Interessiert verfolgen die Besucherinnen und Besucher des Bohlenständerhauses, wie Peter Schär einen Korb fertigt. (Bild: Ramona Riedener)

Interessiert verfolgen die Besucherinnen und Besucher des Bohlenständerhauses, wie Peter Schär einen Korb fertigt. (Bild: Ramona Riedener)

Mit preziöser Sicherheit greifen die feingliedrigen Finger an das Korbgerüst, um die nächste Weidenrute im Flechtmuster durch die hochstehenden Ruten zu führen. Fühlend, wie mit den Fingern lesend, arbeitet der Korbflechter weiter. Aus nächster Nähe schauen ihm die Zuschauer fasziniert bei seinem stillen, beinahe hypnotisierenden Werken zu. Ab und zu unterbricht er seine Arbeit und die Ruhe und schlägt mit einem Klopfeisen auf das Geflecht, um die Weidenruten zusammenzuschieben.

Frauen interessieren sich für das alte Handwerk

Unter den zahlreichen Frauen sind nur vereinzelte Männer, die am Sonntag im lebenden Museum im Bohlenständerhaus dem blinden Korbflechter Peter Schär beim Werken zuschauten und sich trotz Badewetter für das «Läbe, wohne, schaffe» von einst interessieren. Das Handwerk des Korbers war eine wichtige Tätigkeit, als es noch keine Plastiksäcke und Kunststoffschalen gab. Damals sassen die Männer, im Sommer unter dem schattigen Tennenvordach und im Winter neben dem Ofen in der guten Stube und fertigten aus Weidenruten Ernte- und Gebrauchskörbe jeglicher Art an. Das Flechtmaterial, die Weidenruten, haben sie vorher in gepflegten Weidenkulturen angepflanzt, in den Wintermonaten geschnitten, danach mindestens ein Jahr trocken gelagert, bis die Ruten durch diverse Methoden im Aussehen verändert, zur Verarbeitung bereit, sind. Wie beim Stoffweben sind auch die Techniken verschieden, mit denen die Korbflechter arbeiten und dadurch ihren Körben ein unterschiedliches Aussehen verleihen. Peter Schär ist einer der wenigen, der das alte Handwerk des Korbmachers noch versteht. Eigentlich ist er Landwirt, bewirtschaftete einen Hof mit Tieren und Ackerbau. Als er durch eine seltene Krankheit vor rund 20 Jahren sein Augenlicht verlor, musste er seinen geliebten Beruf aufgeben. Peter Schär lernte das Korbflechten während einer dreijährigen Ausbildung in der Blindenwerkstätte in Horw. Heute hat er im Klösterli Winden eine eigene Werkstatt und einen Fabrikladen.

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