Misstöne in Arbon: Altersheim fühlt sich von Gesang an Musikschule belästigt

Das Alters- und Pflegeheim Casa Giesserei stört sich unter anderem am Gesangsunterricht der benachbarten Musikschule. Die Stadt muss eingreifen.

Tanja von Arx
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Stadtpräsident Dominik Diezi hat vor Kurzem an den runden Tisch geladen. (Bild: Andrea Stalder)

Stadtpräsident Dominik Diezi hat vor Kurzem an den runden Tisch geladen. (Bild: Andrea Stalder)

Die nachbarschaftlichen Verhältnisse in der neuen Arboner Stadtmitte nahe dem See scheinen sich nicht eben in ruhigen Gewässern zu bewegen. Wie eine anonyme Quelle der Thurgauer Zeitung gegenüber sagt, sei das kürzlich eröffnete Alters- und Pflegeheim Casa Giesserei eher schlecht zu sprechen auf die Musikschule unmittelbar nebenan.

Offenbar das Problem: Zu viel Lärm durch Gesangsunterricht, verschiedene Tanzworkshops und gängige Instrumente wie Blockflöte, Klavier oder Schlagzeug, an dem sich die älteren Bewohner stören. Sogar eine Strafanzeige wegen Lärmbelästigung soll schon aufgegeben worden sein.

Casa Giesserei: «Es gibt kein Problem wegen Lärmbelästigung»

Christian Barrucci, Geschäftsführer der Casa Giesserei. (Bild: PD)

Christian Barrucci, Geschäftsführer der Casa Giesserei. (Bild: PD)

Auf Anfrage sagt Doris Brandt, Leiterin Administration und Marketing bei der Casa Giesserei: «Es gibt kein Problem wegen Lärmbelästigung. Die Casa Giesserei und die Musikschule arbeiten gut zusammen.» Geschäftsleiter Christian Barrucci will dazu gar nichts sagen. Stattdessen verweist er auf seinen Arbeitgeber in Bern. «Bitte fragen Sie bei der Sen­sato AG nach.»

Julia Kräuchi, Leiterin der Musikschule Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Julia Kräuchi, Leiterin der Musikschule Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Julia Kräuchi, die Leiterin der Musikschule, sagt auf Nachfrage: «Wir stehen mit der Casa Giesserei im Gespräch, und wir haben ein gutes Einvernehmen.» Allerdings verweist sie auch auf die Stadt, die dazu ­näher Auskunft geben könne.

Dominik Diezi: «Wir haben uns der Sache angenommen»

Stadtpräsident Dominik Diezi sagt auf Rückfrage: «Es liegt keine Beschwerde vor.» Allerdings die niederschwellige Bitte, sich den Sachverhalt anzuschauen, «ausschliesslich betreffend Lärm». Da die Casa Giesserei den Betrieb gerade aufgenommen habe, müsse sich der nachbarschaftliche Umgang erst einspielen. «Die Musikschule ist schon seit zwei Jahren am Ort und musste bisher nicht schauen, wenn etwa Lehrer die Fenster offen liessen.»

Man habe die Stadt auch gebeten, sich mit der Coop-Tankstelle und dem Saurer-Schaudepot zu unter­reden. «Kurzum, die Zone im Auge zu behalten und die Verantwortlichen zu sensibilisieren.» Bei der Tankstelle, die ­jeweils bis 22 Uhr auf habe, würden denn auch Polizei und Securitas regelmässig patrouillieren, sagt Diezi.

Wieder ruhig, «im wahrsten Sinne des Wortes»

«Mittlerweile liegt das ­Ganze nicht mehr bei uns», sagt der Stadtpräsident. Die Casa Giesserei und die Musikschule stünden jetzt in direktem Kontakt. «Wir haben von der Casa Giesserei Dank erhalten, dass wir uns um die Angelegenheit gekümmert haben.» Es sei wieder ruhig, «im wahrsten Sinne des Wortes».