Melvin, ins Herz gemeisselt – wie ein Walliser die Fans des HC Thurgau verzückt

Melvin Merola läuft am Freitag um 20 Uhr, im Heimspiel gegen die Ticino Rockets, als neuer Topskorer des HC Thurgau ein. Für den 26-jährigen Stürmer hat die Popularität um seine Person jedoch andere Gründe.

Matthias Hafen
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Zehn Treffer aus 23 Spielen machen den Walliser Melvin Merola zum mit Abstand besten Torschützen des HCT.

Zehn Treffer aus 23 Spielen machen den Walliser Melvin Merola zum mit Abstand besten Torschützen des HCT.

Bild: Mario Gaccioli (Weinfelden, 2. Oktober 2019)

Torschützen sind rar beim HC Thurgau. Nur die EVZ Academy hat in der laufenden Saison noch weniger Treffer erzielt als die Ostschweizer. Sogar der Tabellenletzte Ticino Rockets, am Freitag um 20 Uhr zu Gast in der Weinfelder Güttingersreuti, hat das Glücksgefühl des Skorens schon öfter erlebt.

Thurgaus 58 Tore aus bislang 23 Begegnungen reichen immerhin aus, um in der Swiss- League-Tabelle Platz vier einzunehmen. Das ist einerseits der konstant starken Leistung in der Defensive zuzuschreiben. Aber auch, weil beim HCT der Topskorer-Dress immer wieder den Spind wechselt. «Die Ausgeglichenheit innerhalb des Teams ist eine unserer Stärken», sagt Melvin Merola. «Das macht uns unberechenbar.» Der Stürmer aus Verbier ist heute an der Reihe mit dem Flammenhelm – zum ersten Mal in dieser Saison. «Einerseits ist das schön, weil es zeigt, dass es mir läuft», sagt der 26-jährige Walliser. «Andererseits mache ich mir aber nichts daraus. Das Schönste ist, dass wir als Team Erfolg haben.»

«Das Publikum mag Spieler, die alles geben»

Es sind denn auch nicht in erster Linie die bislang 16 Skorerpunkte (10 Tore/6 Assists), die Merola in seiner zweiten Saison in Weinfelden zu einem Publikumsliebling gemacht haben. «Das Publikum im Thurgau mag Spieler, die auf dem Eis alles geben», sagt der kleine, wirblige Stürmer mit dem feinen Händchen. «Und so einer bin ich.»

Melvin Merola ist offensichtlich schon ins Herz der HCT-Anhänger gemeisselt. Ganz nach dem Slogan von Wallis Tourismus, das damit schweizweit für den Alpenkanton wirbt. Seit dem Abgang von Sami El Assaoui ist Merola aber der einzige Walliser in der Kabine des HC Thurgau. Nicht nur das: Er ist auch der letzte übriggebliebene französischsprachige Spieler im Kader der Ostschweizer. «Ich fühle mich trotzdem sehr wohl hier», sagt Merola. «In der Kabine des HC Thurgau gibt es nur gute Leute, feine Menschen. Zudem verbessert sich dadurch mein Deutsch immer mehr.» Bei Bedarf könne er mit Teamkollege David Wildhaber reden. Der Verteidiger spricht ebenfalls gut französisch.

Playoff-Halbfinal hat Veränderung bewirkt

Für Thurgaus Höhenflug hat Merola primär eine Erklärung. «Wir haben vergangene Saison sehr viel gelernt – nicht zuletzt mit dem Vorstoss in die Playoff-Halbfinals», so der Topskorer. «Seither ist in den Köpfen der Spieler, dass wir wirklich jeden Gegner besiegen können.»