«Meine Kunst soll berühren»: Aurelio Wettstein stellt zum ersten Mal seine Bilder in seiner Heimat in Bischofszell aus

Seine Bilder sind einzigartig, expressiv und grossformatig: Der Künstler Aurelio Wettstein zeigt seine Werke in der Bruggmühle.

Barbara Hettich
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Philosophische Texte sind die Grundlagen seiner Arbeit: Aurelio Wettstein bei der Vernissage in der Bruggmühle.

Philosophische Texte sind die Grundlagen seiner Arbeit: Aurelio Wettstein bei der Vernissage in der Bruggmühle.

Bild: Donato Caspari

Ein Bagger steht vor der Bruggmühle, denn bald soll in den alten Mauern in Bischofszell neues Leben einkehren. Die Firma Häberlin AG Architekten aus Müllheim will auf dem 10000 Quadratmeter grossen Areal an der Sitter insgesamt 100 Wohnungen realisieren – davon 30 Loftwohnungen in der ehemaligen Getreidemühle.

Leben ist aber bereits am vergangenen Freitagabend in der Bruggmühle eingekehrt. Der Kunstschaffende Aurelio Wettstein hatte zur Vernissage seiner Sonderausstellung G.7+ eingeladen. Und sehr viele Interessierte kamen, nahmen die provisorische Aussentreppe in die erste Etage des Gebäudes und trugen sich coronakonform in die Besucherlisten ein.

Expressiv und grossformatig

Es ist schwierig die Bilder von Aurelio Wettstein einem bestimmten Stil zuzuordnen. Jedes ist einzigartig, konstruktiv und expressiv. Die grossformatigen Bilder kommen in den grossen Räumen der Bruggmühle jedenfalls bestens zur Geltung, es lohnt sich aber auch, sie einer näheren Betrachtung zu unterziehen und insbesondere die dazugehörenden Texte zu lesen.

Vernissage der Ausstellung des Bischofszeller Kunstmalers Aurelio Wettstein in der alten Bruggmühle.

Vernissage der Ausstellung des Bischofszeller Kunstmalers Aurelio Wettstein in der alten Bruggmühle.

Donato Caspari

«Es sind Werke, die faszinieren und zum Denken anregen», sagte Stadtrat Jorim Schäfer bei seiner Begrüssungsansprache. «Schauen Sie sich das Bild Hoffnung unbedingt näher an», empfahl Schäfer den Vernissagebesuchern: Es bildet eine goldene Gestalt ab, die sich aus einem dunklen Hintergrund erhebt. Einem Lichtstreifen mit Gesichtern entgegen. Sind es unsichtbare Helfer oder gar Engel? «Meine Kunst soll berühren. Die positive Ausstrahlung meiner Bilder ist mir wichtig», erklärte Aurelio Wettstein den Gästen.

«Es chunnt immer wieder öppis Schöns, mer mues es nur gseh.»

Ein Versuch, das Weltall zu verstehen

Einen philosophischen Text im Bild zu visualisieren sei die Grundlage seiner Arbeit. «Wenn sie in meinen Bildern aber etwas anderes sehen, dann ist das voll in Ordnung». Beim Bild Galaxien habe er einmal versucht, das Weltall zu verstehen. Der kleine, rote Fleck inmitten des Bildes zeige, was er davon verstanden habe. Den Rest überlasse er der Fantasie des Betrachters.

Fantasie ist auch beim Ausbau der Bruggmühle gefragt. «Architektur bedeutet Kunst am Bau, Kunst und Architektur ist eine Verbindung, die man verstärken sollte», sagte Architekt Yves Häberlin und erklärte damit weshalb die Bilderausstellung von Aurelio Wettstein wunderbar in dieses alte Gemäuer passe.

Für seine Firma sei der Anlass eine Gelegenheit, mit den Bischofszellern ins Gespräch zu kommen und mit Visualisierung aufzuzeigen, was an der Sitter in den kommenden Jahren gebaut wird. Das Projekt, in das seine Firma 37 Millionen Franken investiere, sei eine Herausforderung. Die Bruggmühle mit den neuen Mehrfamilienhäusern soll das Pendant zur Bischofszeller Altstadt werden. Auch kulturelle Veranstaltungen sollen dort möglich sein.

Hinweis: Freie Besichtigung «Kunst und Architektur» in der Bruggmühle am Donnerstag, 20. August, von 17 bis 19 Uhr.

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