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Geburtstagskind Roberto Blanco:
«Mein ganzes Leben ist ein Fest»

Roberto Blanco feiert heute seinen 81. Geburtstag. Zurücklehnen kommt für den Entertainer, der seit 2016 in Ermatingen wohnt, jedoch nicht in Frage.
Desirée Müller
Am 28. Juni wird Roberto Blanco im Dani-Felber-Club in Ermatingen auftreten.

Am 28. Juni wird Roberto Blanco im Dani-Felber-Club in Ermatingen auftreten.

Ein ruhiges Gespräch mit Roberto Blanco scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein – Anfragen für Engagements trudeln im Minutentakt auf dem Handy seiner Frau ein. Monte Carlo, München, Bielefeld. Trotzdem fand das Geburtstagskind kurz Zeit, um über das neue ­Lebensjahr zu sprechen und zu erzählen, warum Taubenfüttern auf einer Bank am Bodensee nichts für den temperamentvollen Tunesier mit kubanischen Wurzeln ist und warum er lieber seine Joggingschuhe anzieht.

Sie haben heute Geburtstag. Wie und wo feiern Sie?

Es ist mein 81. Geburtstag. Also nichts Besonderes. Meinen Runden habe ich letztes Jahr gross gefeiert. Heute gehe ich gemütlich mit meiner Frau und meinem Team essen. Ich habe morgen einen Auftritt in Bielefeld und bin schon heute angereist. Ich bin gesund, gut in Form und einfach nur dankbar, dass ich bereits so viele Geburtstage feiern durfte. Nun bin ich gespannt, wie ­viele noch kommen mögen. Fünf, zehn oder sogar zwanzig? Wir werden sehen.

Werden Sie mit Glückwünschen überflutet?

Zu meinem 80. Geburtstag riefen sogar Politiker an, um zu gratulieren. 81 ist wie 79. Das ist nicht wirklich spannend. Aber viele Fans haben sich über Facebook gemeldet. Ich werde ihnen allen zurückschreiben. Und natürlich haben meine Freunde und die Familie an mich gedacht.

Sie leben seit eineinhalb Jahren in Ermatingen. Haben Sie dort auch schon Freunde gefunden?

Ich suche in dem Sinn keine Freunde. Wenn es so sein soll, dann finde ich sie. Wir haben nette Nachbarn, und auch auf der Strasse oder beim Bäcker in Ermatingen begegne ich freundlichen Menschen und plaudere gerne mit ihnen. Dazu wohnt mein Musikerfreund Dani Felber in Ermatingen. Wir telefonieren oft, treffen uns oder machen gemeinsam Musik.

Beteiligen Sie sich denn zum Beispiel an Dorffesten?

Meine Güte, nein. Mein ganzes Leben ist ein Fest. Wenn ich in Ermatingen bin, geniesse ich einfach die Ruhe. Ich sehe mich nicht als Tourist, der Attraktionen sucht (lacht).

Was unternehmen Sie, wenn Sie zu Hause sind?

Ich gehe gerne am See joggen oder entspanne mich am Ufer. Ich liebe den Bodensee seit meiner Jugend. Mit 17 Jahren besuchte ich zum ersten Mal die Bodenseeregion und kam immer wieder dorthin zurück.

Wohin gehen Sie mit Gästen, die Sie im Thurgau besuchen?

Gar nicht weit weg. Hier ist es so schön. Ich gehe gerne im Dorf essen mit meinen Freunden, oder wir bleiben einfach zu Hause.

Wie sind Sie überhaupt nach Ermatingen gekommen?

Vor drei Jahren trat ich bei der TV-Sendung «Hello Again!» in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen auf. Meine Frau begleitete mich und verliebte sich ebenfalls in die Region. Ich habe immer schon in Grossstädten gelebt. Es war an der Zeit, in eine ruhigere Gegend umzuziehen. Ich fuhr schon oft durch Ermatingen durch und erinnerte mich an das Städtchen. Heute ist es meine Ruheoase.

Wie reagieren die Anwohner?

Sie sind freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend. Das gefällt mir. Das ist genau das Tolle an den Schweizern. Man wird nicht immer belagert.

Sie sind seit 62 Jahren im Showbusiness. Ist es nicht langsam Zeit, sich ­zurückzulehnen?

Das passt überhaupt nicht zu mir. Wer rastet, der rostet, sage ich immer. Auf einer Bank sitzen und Tauben füttern – das bin ich einfach nicht. Ich kann immer noch zwei Stunden ohne Pause auf der Bühne stehen. Bei uns Musikern gibt es kein Gesetz, das besagt, wie lange wir arbeiten müssen oder dürfen. So- lange ich Freude und die Kraft dazu habe, werde ich auftreten.

Sie haben schon so viele verschiedene Sachen gemacht.

Ich habe in Filmen mitgespielt, Operetten gesungen, als Unterhalter auf der Bühne gestanden oder Zeichentrickfiguren eine Stimme gegeben. Am Montag hatte ich einen Gastauftritt in der neuen TV-Serie «Falk» im ARD.

Haben Sie überhaupt jemals ein Angebot abgelehnt?

Aber natürlich! Ich mache nur das, hinter dem ich auch stehen kann und das ich richtig gut kann.

Ihre Frau ist Ihre Managerin. Kann das überhaupt gut gehen?

Wenn man will, geht das, ja. Luzandra ist seit 2010 meine Managerin. Ich bin jetzt 62 Jahre im Geschäft. Sie wurde geboren, als ich schon 40 Jahre auf der Bühne stand. Somit habe ich viel mehr Erfahrung mit dem Showbusiness als sie. Und Luzandra hat immer tolle Ideen. Wir ergänzen uns demnach sehr gut. Natürlich gibt es auch Auseinandersetzungen. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Aber wir lieben uns wirklich sehr.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?

So weitermachen wie bisher. Es stehen dazu viele Termine an. Einige auch in der Schweiz. Am 28. Juni habe ich einen Auftritt im Dani-Felber-Club in Ermatingen. Am 11. August trete ich am Open Air Plasselb auf. Dazu planen wir im November einen Auftritt in Berlingen. Auch wurden kürzlich meine Memoiren veröffentlicht, und demnächst erscheint meine neue CD. Langweilig wird mir nicht.

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