Mehr Niveau für Wigoltinger Schüler

Zwei Schulleiter führen seit den Sommerferien die Geschicke der Volksschulgemeinde. Sie wollen Visionen und Ziele umsetzen, welche die Kinder besser auf die zukünftige Berufswelt vorbereiten.

Sabrina Bächi
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Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen und die beiden Schulleiter Philipp Zimmer und Mirko Spada in ihrem gemeinsamen Büro. (Bild: Mario Testa)

Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen und die beiden Schulleiter Philipp Zimmer und Mirko Spada in ihrem gemeinsamen Büro. (Bild: Mario Testa)

Zur Ruhe kommen, das wollen sie nicht. Obwohl die Volksschulgemeinde (VSG) Wigoltingen turbulente Jahre hinter sich hat. Einen kompletten Führungswechsel in der Behörde mit Kandidaten, die frischen Wind propagierten, und einem einschneidenden Wechsel in der Schulleitung.

Doch Ruhe bedeutet Stillstand und das will das initiative Trio um VSG-Präsidentin Nathalie Wasserfallen nicht. «Unsere Lehrpersonen mussten einiges mitmachen», sagt sie rückblickend. Nun soll es mit einer stabilen Führung in die Zukunft gehen. Neue Wege, neue Ziele. «Die neuen Schulleiter haben die gesamte Schule vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe im Blick und richten entsprechend die Strategie aus», sagt Wasserfallen.

Altersdurchmischtes Lernen ist die Zukunft

Anfangs September hatte sich die Behörde und die Schulleitung zu einer Strategie-Tagung getroffen. «Dort haben wir vier Ziele festgelegt, die eine Richtung vorgeben, bei denen die Lehrer aber noch mitgestalten können», erklärt Nathalie Wasserfallen. Vor allem das altersdurchmischte Lernen sei ein Hauptaugenmerk.

Ab kommendem Schuljahr gibt es in der Primarschule keine Jahrgangs- sondern altersdurchmischte Klassen. Das soll sich auch auf der Sekundarstufe weiterziehen. Dieses Vorhaben hat nach der Mitarbeiterinformation zu einer «Chaosphase» geführt, wie die Schulpräsidentin sagt.

«Wir haben in den vergangenen zwei Monaten jedoch sehr viele Gespräche geführt und konnten Kompromisse finden», sagt Schulleiter Mirko Spada. «Ziele zu finden, die für alle stimmen, ist sowieso nicht möglich. Wir haben nun eine Richtung und dann schauen wir, wer mitmachen will. Mein Traum ist es, mit den gleichen Leuten diesen Weg zu gehen», ergänzt er und spricht von Visionen für die VSG.

Nur geringe Änderungen

Vorerst gibt es auf der Sekundarstufe nur geringe Änderungen. Die Niveaueinteilung soll angepasst werden. «Bei den rückläufigen Schülerzahlen müssen wir uns schon Gedanken um eine umsetzbare und finanziell realistische Möglichkeit machen», sagt Wasserfallen. Ab dem neuen Schuljahr gibt es deshalb für alle Erst-Sek-Schüler mehr Niveaus.

«Neu werden auch Deutsch und Französisch in drei statt zwei Niveaus unterrichtet. Nicht nur Mathematik und Englisch», sagt Philipp Zimmer. Er ist als organisatorischer Schulleiter verantwortlich für den Stundenplan und sieht in diesem Modell nur Vorteile. «Das Ziel ist, dass jedes Kind in jedem Hauptfach in jedes Niveau kann.» Eine strikte Einteilung in G- (Grundanforderung) oder E-Klassen (erweiterte Anforderung) soll es demnach nicht mehr geben.

Die Zukunft bringt viel Neues

Alle drei betonen, wie wichtig es sei, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Die Berufswelt und der Lehrerberuf stünden in einem stetigen Wandel. «Reine Wissensvermittlung ist heutzutage zu wenig», sagt Wasserfallen. Offenes und selbstständiges Lernen sei die Zukunft, sind sich die drei einig.

Lehrpersonen müssten künftig mehr als Lerncoach fungieren. «Sich weiter zu entwickeln ist entscheidend», betont Schulleiter Philipp Zimmer. Spada ergänzt: «Ich will das Lehrerteam auf eine Reise mitnehmen und schauen, was andere Länder oder Schulen machen.» Als Macher und Visionäre sehen sich die Schulleiter. «Wir wollen nicht nur blabla, wir sind ehrgeizig», sagt Mirko Spada.

WIGOLTINGEN: Stabilität als oberstes Ziel

Nach ein paar Wochen im Amt ist der Präsident der Volksschulgemeinde zurückgetreten. Jetzt hat die Pflegerin gekündigt, und die Sekretärin hat gar nicht angefangen. Die Behörde passt nun die Führungsstruktur an.
Esther Simon