Mehr Lebensraum für kleine Tiere entlang des Kanals in Bürglen

Die Thurkraftwerk AG pflanzt im Rahmen eines Biodiversitätsprojekts 555 Stauden und Sträucher entlang ihres Kanals in Bürglen. Der Kanton Thurgau beteiligt sich an der Aktion.

Hannelore Bruderer
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Förster Fabian Schrämmli bespricht mit Kaspar Böhi die Bepflanzung auf dem Gelände der Thurkraftwerk AG.

Förster Fabian Schrämmli bespricht mit Kaspar Böhi die Bepflanzung auf dem Gelände der Thurkraftwerk AG.

(Bild: Hannelore Bruderer)

Kaspar Böhi sagt, er sei vor allem durch die Aktion «Mission B» des Schweizer Radio und Fernsehens SRF auf das Thema der schwindenden Artenvielfalt in unserem Land aufmerksam geworden. Die Aktion, die im Frühling 2019 gestartet wurde, ermuntert alle dazu, mit guten Ideen und durch eigene Taten etwas gegen das Artensterben zu tun. Und das hat den Geschäftsführer der Thurkraftwerk AG nun auf dem Gelände entlang der Kanal- und Kraftwerkanlage Säge in Bürglen.

Dort gibt es einige nur bedingt nutzbare Flächen. An unzugänglichen Stellen liegen sie brach, an anderen Stellen wurde das Gras jährlich gemäht und entsorgt. Manchmal lassen auch Schafhalter ihre Tiere auf dem Gelände weiden. Der Aufwand dafür sei jedoch gross und so habe auch diese Flächennutzung in den letzten Jahren abgenommen, sagt Böhi.

Forstamt Mittelthurgau setzt junge Sträucher

Angeregt durch «Mission B» nahm Kaspar Böhi mit dem Forstamt Mittelthurgau Kontakt auf, mit dem er auch schon in anderen Bereichen zusammengearbeitet hat. Gemeinsam wurde ein Projekt zur Schaffung von mehr Biodiversität im Kanalbereich ausgearbeitet, sagt Böhi.

«Wir haben am Dienstag mit der Bepflanzung begonnen. Schon fast ein bisschen spät, da die Vegetation in diesem Jahr bereits früh eingesetzt hat.»

Die jungen Pflanzen müssen entsprechend sorgfältig gepflegt werden, damit die Wurzeln gut anwachsen. Förster Fabian Schrämmli vom Forstrevier Mittelthurgau ist verantwortlich für die Planung und Umsetzung des Vorhabens.

Beim Projekt wird die Thurkraftwerk AG vom Kanton Thurgau unterstützt. Der Kanton sponsort die 555 Stauden und Sträucher, die zwischen dem Kraftwerk und der Brücke Kanalstrasse gesetzt werden. Die Thurkraftwerk AG übernimmt die Kosten für Arbeit und Pflege. «Die Stauden bedecken nun rund 1240 Quadratmeter», sagt der Förster.

Kraftwerk-Mitarbeiter helfen pflanzen

Während den zwei Tagen, die für den Einsatz eingeplant sind, wird das Team des Forstreviers auch von einem Angestellten der Thurkraftwerk AG unterstützt. Raum für Insekten, Vögel und Kleinstlebewesen Es sind alles einheimische Stauden, die gepflanzt werden, darunter Eibe, Gemeiner Schneeball, Pfaffenhütchen, Holunder, Geissblatt, Heckenrose und viele mehr. «Wir legen Hecken von 15 bis 25 Metern an, die dann von ebenso langen Wiesenstrecken unterbrochen werden», sagt Fabian Schrämmli.

«Die grosse Vielfalt der Pflanzen bietet vielen verschiedenen Kleintieren, Vögeln und Insekten einen Lebensraum.»

Wo es der Platz zulässt, werden auch einige Bäume gepflanzt. Dass im Herbst durch die zusätzlichen Stauden mehr Laub ins Kraftwerk gelangt, beunruhigt den Kraftwerkbesitzer nicht. «Laub wird jetzt schon viel angeschwemmt, darauf sind wir vorbereitet. Schwieriger ist es mit dem Algenbewuchs im Kanal, der, so vermute ich, durch die heissen Sommer stark zugenommen hat.» Die Neubepflanzung soll zwar in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt dienen, sie soll das Gelände aber auch optisch aufwerten.