Im Amriswiler Pentorama wird am Wochenende mehr als nur am Computer geballert

Dominik Schallmeiner organisiert das «Supreme Masters». Ein Turnier, zu dem Computerspieler aus ganz Europa nach Amriswil anreisen.

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Im Herbst 2018 fand im Pentorama in Amriswil die erste Ausgabe des «Supreme Masters» statt.

Im Herbst 2018 fand im Pentorama in Amriswil die erste Ausgabe des «Supreme Masters» statt.

Bild: Andrea Stalder (2. September 2018)

Dominik Schallmeiner, Sie veranstalten dieses Wochenende ein E-Sports-Turnier im Pentorama. Was wird gespielt und wie muss sich das ein Laie vorstellen?

Dominik Schallmeiner: Gespielt wird Counter-Strike, ein Multiplayer-Ego-Shooter-Videospiel. Da kämpfen Angreiferteams gegen Verteidiger. Die Fünferteams spielen in einem Match 30 Runden zu je einer Minute und 55 Sekunden gegeneinander. Hat ein Team 16 Runden gewonnen, so ist der Match entschieden.

Wieso findet das «Supreme Masters» ausgerechnet im Pentorama statt?

Julian Fischbacher, mit dem ich das Turnier aufgezogen habe, ist Architekt und suchte eine Location mit Flair. Ich wohne in Berg, Julian in Tägerwilen, das ganze OK lebt in der Bodenseeregion. Wir wollten «Supreme Masters» auch aus Verbundenheit damit hier veranstalten. Und natürlich brauchen wir viel Platz.

Erwarten Sie viele Spieler?

Wir erwarten 32 Teams zu je fünf Spielern, die aus ganz Europa anreisen. Coaches und Manager reisen teilweise ebenfalls mit – und natürlich gibt es einige Zuschauer. Wie gross das Interesse in der breiten Öffentlichkeit sein wird, bleibt schwer einzuschätzen.

Also stehen demnach vom 31. Januar bis am 2. Februar über 160 Computer im Pentorama. Eine logistische Meisterleistung. Wie kamen Sie und Julian Fischbacher dazu, einen solchen Grossanlass in der Gaming-Szene auf die Beine zu stellen?

Wir haben bereits früher LAN-Partys im Freundeskreis veranstaltet. Daher wussten wir, was es braucht. Und natürlich haben wir jetzt Profis mit ins Boot geholt. Den Ausschlag gab aber ein Turnier in der Schweiz, an dem wir teilnahmen. Es war eine Massenveranstaltung und wir wussten:

«Das können wir besser
und vor allem stilvoller.»
Dominik Schallmeiner ist einer der zwei Veranstalter des «Supreme Masters».

Dominik Schallmeiner ist einer der zwei Veranstalter des «Supreme Masters».

(Bild: seh)

Worauf legen Sie Wert? Was machen Sie besser?

Wir möchten uns gut um die Teams kümmern, die teilweise 800 Kilometer mit dem Bus anreisen, wenn sie denn nicht nach Zürich fliegen. Wer nicht im Hotel schläft, hat die Möglichkeit, in der Sporthalle Oberfeld zu übernachten. Und auch was die Verpflegung angeht, sind wir dank Unterstützung des Pentro Bistros gut aufgestellt, zumal es uns auch preislich entgegenkommt. Ein Spieler aus Polen kann natürlich nicht zwölf Franken für einen Döner bezahlen.

Die Teilnehmer spielen in Mannschaften. Das klingt fast, als handle es sich tatsächlich um einen Sport.

Teamgeist ist sicher dabei. Hinter E-Sports steckt aber auch eine riesige Industrie: Es gibt Turniere mit Preispools von bis zu einer Million Franken. Durch Sponsoren und das Startgeld, das je nach Computermiete zwischen 480 und 1080 pro Team variiert, ist es auch uns möglich, Preisgeld in Aussicht zu stellen. Die vier besten Teams bekommen insgesamt 8000 Franken.

Das zieht, obwohl es anderswo um viel mehr Geld geht?

Ja, weil die angereisten Teams auch tatsächlich um die genannte Summe spielen dürfen. Wir haben sie explizit eingeladen. Anderswo sind es gegen 250 Gegner, die am Turnier teilnehmen möchten – man muss sich deshalb zuerst qualifizieren.

Am Samstag und Sonntag ist es erstmals auch Besuchern möglich, den E-Sportlern über die Schultern zu schauen. Lohnt sich ein Besuch?

Für Counter-Strike-Gamer auf jeden Fall, aber auch für Laien dürfte es etwas sein, das man nicht mehr so schnell zu sehen bekommen wird. Wir streamen übrigens das gesamte Turnier über den Online-Streamingdienst Twitch und kommentieren die Partien. Sogar auf einer bekannten E-Sports-Website sind wir gelistet. (seh/man)

Hinweis
Mehr Informationen gibt es unter www.suprememasters.gg