Die Mitglieder der Romanshorner Band Rooftop Heroes sind mehr als Helden der Dachterrasse

Die Rooftop Heroes aus Romanshorn veröffentlichen am Valentinstag ihr Debütalbum «Emotions».

Rosa Schmitz
Hören
Drucken
Teilen
Die Rooftop Heroes: Dani Frei, Samu Altmann, Mike Frei und Tobi Engeler (vlnr).

Die Rooftop Heroes: Dani Frei, Samu Altmann, Mike Frei und Tobi Engeler (vlnr).

Leon Olbrecht

Über dreieinhalb Millionen wurden die Lieder des Indie-Quartetts Rooftop Heroes in den letzten zwölf Monaten auf Spotify, Apple Music und Youtube gehört. Dabei hatte die Band vor genau einem Jahr keinen einzigen Fan. «Wir waren niemand», sagt Leadsänger Mike Frei. Mittlerweile hören Zehntausende ihre Songs. Und warten aufgeregt auf die Veröffentlichung ihres Debütalbums «Emotions» – diesen Valentinstag – auf allen gängigen Musikplattformen.

Sämtliche Lieder auf dem Album drehen sich um Gefühle. «Sie erzählen von Dankbarkeit, Sehnsucht und Liebe bis hin zu fehlenden Fragen und Wut», sagt Frei. «Zehn von vierzehn sind selbstkomponierte Songs.» Der 32-jährige Romanshorner schreibe die Texte. Sein Bruder Dani Frei spielt E-Bass, ist Backup-Sänger und komponiert jeweils seine Basslinien. Gitarrist Tobi Engeler und Schlagzeugspieler Samu Altmann sind ebenfalls selbst für die Integration ihrer Instrumente in die Kompositionen verantwortlich.

«Kompromisse sind alles»

«Natürlich tauschen wir uns immer wieder aus, kollaborieren, aber wir lassen jedem auch seine Freiheiten», sagt Frei. Erst wenn alles zusammen käme, würden die einzelnen Teile an einander angepasst werden, damit der rote Faden nicht verloren gehe. «Wir probieren viel, verwerfen viel.» So würden etwa 50 Ideen im Jahr entstehen. Bei Uneinigkeit darüber, was am besten klingt, spielen die Produzenten Schiedsrichter. Beim Album «Emotions» seien das Vincent Sorg – der mit den Toten Hosen gearbeitet hat – und Chris Perry – unter anderem Produzent von Nelly Furtado – gewesen. «Kompromisse sind alles», sagt Frei. «Ohne fällt eine Band auseinander.»

Schwere, aber richtige Entscheidung

Das wissen Mike und Dani Frei aus eigener Erfahrung. Die Rooftop Heros gibt es erst eineinhalb Jahre. Davor waren die beiden Brüder Teil einer anderen Band. Sie musste aufgelöst werden, als klar wurde, dass nicht alle Mitglieder eine Musikkarriere anstreben. «Das war eine schwere Entscheidung, aber die richtige», sagt Frei. Die neue Bandkonstellation sollte halten. Dennoch hätten die Rooftop Heroes zuerst nicht vorgehabt, ein Album zu produzieren. «Erst nach unserem ersten, unerwarteten Erfolg online, haben wir angefangen, ernsthaft darüber nachzudenken», sagt Frei. Obwohl die Band Zeit und Geld investiert hatte, um sich in den sozialen Medien zu promoten, rechnete sie nicht damit, eine solche Resonanz zu erlangen. So sei ein Druck von Aussen entstanden, mehr zu liefern. «Ein schöner Druck.» Also habe sich die Band an die Arbeit gemacht. Und hoffe jetzt, dass das Album im Radio gespielt wird und vielleicht ein paar Konzert-Anfragen generiert. «Eilig haben wir es aber nicht», sagt Frei. «Wir wollen uns nicht reinstürzen, sondern uns langsam vortasten.» So könnten sie besser garantieren, dass sie den Zuschauern wirklich etwas bieten. Immerhin gehe es genauso schnell bergab wie bergauf in der Branche.

«Wir wollen hinter unserer Musik und unseren Konzerten stehen können.»

Wie viel Einkommen das Debütalbum der Band einbringen wird, ist schwer abschätzbar. Wer seine Lieder auf Streaming-Dienste hochlädt, unterliegt einer Reihe von externen Faktoren, die er nicht beeinflussen kann. Zum Beispiel, darauf, welchen und wie vielen Playlists er zu finden sein wird. «Unser aller Traum wäre es, in einem Jahr unsere Jobs kündigen und sich Vollzeit der Musik widmen zu können», sagt Frei, der bei einer Bank in St. Gallen arbeitet. Das würde ihm schon ausreichen, um sich wie ein echter Held zu fühlen. Nicht nur von der Dachterrasse.