Max Vögeli richtet deutliche Worte an die Weinfelder: «Bleiben Sie zu Hause!»

Um die vom Bund befohlenen Anordnungen zu verdeutlichen, startet der Weinfelder Stadtrat eine Informationsoffensive. Dazu koordiniert die Stadt nun Hilfsangebote für ältere und kranke Bürger.

Mario Testa
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Stadtpräsident Max Vögeli neben einer der aufgestellten Tafeln auf dem Marktplatz mit dem deutlichen Appell.

Stadtpräsident Max Vögeli neben einer der aufgestellten Tafeln auf dem Marktplatz mit dem deutlichen Appell.

(Bild: Mario Testa)

Der Appell ist deutlich: «Bleiben Sie zu Hause, insbesondere, wenn Sie alt oder krank sind.» Zwar verzichtet der Stadtrat auf ein Ausrufezeichen, aber ein solches wäre angebracht, findet auch Max Vögeli. «Ich stelle selber häufig fest und erfahre von Mitarbeitern, dass diese Aufforderung noch immer nicht umgesetzt wird. Vielleicht war es falsch vom Bundesrat, das nur als Empfehlung herauszugeben», sagt der Weinfelder Stadtpräsident.

«Es ist natürlich auch eine Frage der Zeit, den Ernst der Lage zu erkennen. Aber wir haben im Stadtrat das Gefühl, ein dringlicher Appell ist nun wirklich nötig.»

Um der Aufforderung Nachdruck zu verleihen, hat der Stadtrat eine Plakatkampagne gestartet. Auf allen Plakatständern, wo normalerweise für Konzerte, Theaterveranstaltungen oder Messen in der Stadt geworben wird, prangt nun der Appell des Bundesrats mit den Ergänzungen des Stadtrats:

  • Bleiben Sie zu Hause!
  • Halten Sie die Abstandsregel von zwei Metern ein!
  • Keine Menschenansammlungen, auch nicht im Freien!

Um diesen Appell besonders an die Weinfelder Einwohnerinnen und Einwohner zu vermitteln, welche der besonders gefährdeten Gruppe angehören, hat der Stadtrat gestern auch allen Über-65-Jährigen einen Brief geschickt. Darin enthalten ist sowohl der dringliche Appell, als auch die Information über die Hilfsmassnahmen, die nun angeboten werden.

Freiwillige kämpfen gemeinsam gegen Corona

«Uns ist die Solidarität in der Bevölkerung sehr wichtig. Deshalb rufen wir die Einwohnerinnen und Einwohner dazu auf, sich freiwillig zu engagieren», sagt Max Vögeli. Unter dem Titel «Gemeinsam gegen Corona» ruft die Stadt freiwillige Helfer dazu auf, sich zu melden. Die Stadt übernimmt die Koordination der Hilfsangebote wie Einkaufsdienste oder regelmässige telefonische Kontakte.

Bernadette Götsch ist Leiterin der Anlaufstelle für Altersfragen.

Bernadette Götsch ist Leiterin der Anlaufstelle für Altersfragen.

(Bild: Reto Martin)

Organisiert wird die Hilfe in der Anlaufstelle für Altersfragen von Bernadette Götsch. Sie ist in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Stadträtin Ursi Senn-Bieri im Aufbau einer Plattform, wo Hilfe und Helfende koordiniert werden können. Max Vögeli sagt:

«Wir müssen für die Bevölkerung schauen und sie unterstützen.»

«Dazu wollen wir auch die Verwaltung bestmöglich aufrechterhalten. Zwar sind die Schalter geschlossen, aber auf telefonischen Kontakt, versuchen wir auch persönliche Termine möglich zu machen.»

Koordinationsstelle

Kontakt für freiwillige Helfer

Die Hilfseinsätze in Weinfelden koordiniert Bernadette Götsch in der Anlaufstelle für Altersfragen. Sie nimmt Hilfsangebote und Bedürfnisse unter Tel. 071 622 10 62 oder per Mail an bernadette.goetsch@weinfelden.ch entgegen