Maturaarbeiten über Insektenessen, Roboter und Maskenbildnerei

Am Wochenende stellten die Maturandinnen und Maturanden der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen ihre Arbeiten aus.

Inka Grabowsky
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119 Maturaarbeiten waren ausgestellt. (Bild: Inka Grabowsky)

119 Maturaarbeiten waren ausgestellt. (Bild: Inka Grabowsky)

Die Pädagogische Maturitätsschule hat eine spezielle Ausrichtung. Während der vierjährigen Schulzeit bekommen die Absolventen zahlreiche Einblicke in den Lehrerberuf. Das Interesse dafür kann man in den Maturaarbeiten ablesen.

Von den diesjährigen 119 Themen widmeten sich 19 eindeutig der Schule und dem Lernen. Mobbing, ADHS, Stressbewältigung oder Bildungspolitik wurden erforscht. Laura Marolf beispielsweise verglich Wunsch und Wirklichkeit der Lehrerausbildung an der PHTG. Doch die Matura erlaubt den Absolventen jedes Fach zu studieren. Die Vielfalt der Präsentationen spiegelt das.

Obwohl die Kunst- und Sportklasse für besonders begabte Jugendliche ihre Präsentationen bereits im Sommer gehalten hatte, gab es noch einmal 22 Arbeiten aus dem Bereich Kunst und Musik. So schlossen sich vier Nachwuchsmusiker zu einem eigenen Maturakonzert zusammen, andere fotografierten oder malten.

Elisa Flores lernte die Grundzüge der Maskenbildnerei. (Bild: Inka Grabowsky)

Elisa Flores lernte die Grundzüge der Maskenbildnerei. (Bild: Inka Grabowsky)

Elisa Flores lernte im Theater St. Gallen Grundzüge der Maskenbildnerei. Dann verwandelte sie zwei Kolleginnen in alte Frauen. «Seit ich weiss, wie viel Arbeit das macht, betrachte ich die Maske in Kinofilmen mit mehr Respekt», sagt sie. «Es ist wirklich eine Kunst.»

Thema Ernährung hoch im Kurs

Das Thema Ernährung hatte es mehreren Maturanden angetan. Fleischlos, vegan, zuckerfrei, mit Ergänzungsmitteln, zum Abnehmen oder zum Gesundbleiben – alles kam vor. Svenja Weber widmete sich dem Essen von Insekten. Ihre Umfrage zeigt, dass nur ein Drittel aller Menschen, die Insekten einmal aus Neugier probiert hätten, zum zweiten Mal zugreifen würden.

Svenja Weber widmete sich dem Essen von Insekten, der Entomophagie. (Bild: Inka Grabwosky)

Svenja Weber widmete sich dem Essen von Insekten, der Entomophagie. (Bild: Inka Grabwosky)

Gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend für das Forschungsgebiet von Nathalie Taverner: Cyborgisierung, die Optimierung des menschlichen Körpers durch Technik. «Herzschrittmacher oder bionische Prothesen sind bereits Realität», sagt sie. Doch das Fernziel der Transhumanisten sei Unsterblichkeit durch eine Übertragung des Geistes in einen Computer. «Das wäre gesellschaftlich fatal», sagt sie.

Zum Lachen bringt Cristina Krucker ihr Publikum, als sie ihre Arbeit «Ein Blick in die Sterne» vorstellt. Sie setzte sich mit Horoskopen auseinander, die aufgrund der Planetenkonstellation zum Zeitpunkt der Geburt Rückschlüsse auf den Charakter ziehen. «An Wochenhoroskope glaube ich nicht», sagt sie, «aber für diese Woche passt meines. Es lautet: Sie dürfen ruhig mal was riskieren.»