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Mit der Wega kommen die Diskussionen. Doch der Marktplatz ist wieder aller Kritik belebt wie nie zuvor

Am Donnerstag beginnt die Wega. Zum Start der grössten Thurgauer Messe wird alljährlich Kritik laut, sie verhindere eine positive Entwicklung des Zentrums. Ein Blick in die Vergangenheit widerlegt diesen Vorwurf.
Mario Testa
Die Wega zu ihren Anfangszeiten in den 1950er-Jahren. Der Marktplatz wurde damals ausser für die neue Messe und Märkte nur als Parkplatz und für den Viehmarkt genützt. (Bild: PD)

Die Wega zu ihren Anfangszeiten in den 1950er-Jahren. Der Marktplatz wurde damals ausser für die neue Messe und Märkte nur als Parkplatz und für den Viehmarkt genützt. (Bild: PD)

Auf dem Marktplatz ragt dieser Tage wieder die Zeltstadt für die Wega in die Höhe. Bei vielen Weinfeldern steigt die Vorfreude aufs grosse Fest, einige ärgern sich aber auch schon wieder über die anstehende Sause im Zen­trum. Das Fest ist vielen zu laut, die Besucher wüssten sich nicht zu benehmen und der Marktplatz sei auf die Wega zugeschnitten. Sie verhindere somit eine ganzjährige, bessere Gestaltung des zentralen Platzes ist oft zu hören.

Mit solcher und ähnlicher Kritik sind die Messemacher häufig konfrontiert; und sie ärgert sie. «Dass wir viele Fans, aber auch Gegner haben, ist uns allen bewusst. Wir geben uns wirklich Mühe, auf Kritik einzugehen und Verbesserungen zu schaffen», sagt Wega-Präsident Heinz Schadegg. «Ich habe nichts gegen Kritik. Was mich einfach beisst, ist, wenn sie nicht stimmt.» Dass die Wega bei der Gestaltung des Marktplatzes vorgibt, was gemacht werden darf, sei schlichtweg falsch. «Mein einziger Wunsch im Rahmen der Arbeitsgruppe, welche die neue Platzgestaltung mit der Baukommission erarbeitet hat, waren Anker im Boden für die Zelte. Aber die wurden nicht gemacht und wir haben das akzeptiert», sagt Schadegg.

«Von einer Carte blanche für die Wega kann keine Rede sein!» Die Bewilligung für die Messe gebe es jeweils nur, wenn er ein ausführliches Ausstellungskonzept mit rund 45 Positionen wie Lautstärke der Beschallungsanlagen, Öffnungszeiten oder Aufbauterminen vorlegen könne. «Die Gemeinde entscheidet nicht a priori für die Wega. Sie will ihr aber natürlich auch keine Steine in den Weg legen, da sie sich ihrer Bedeutung als Werbeträger für Weinfelden bewusst ist.»

«Das Wettersegel ist eine wahnsinnige Bereicherung»

Diese Einschätzung teilt auch Walter Reinhart. Er ist als Weinfelder Marktchef für alle Märkte im Dorf verantwortlich, die nicht von den Messen Weinfelden veranstaltet werden, beispielsweise die Jahrmärkte, Flohmärkte oder Wochenmärkte. «Es ist nicht so, dass die Wega-Verantwortlichen Druck auf die Gemeinde ausüben. Aber der Gemeinderat hat gesagt, die Messen gehören zu Weinfelden, also werden gewisse Aspekte berücksichtigt», sagt Reinhart.

So präsentierte sich der Marktplatz nach der Asphaltierung im Jahr 1938. (Bild: PD)

So präsentierte sich der Marktplatz nach der Asphaltierung im Jahr 1938. (Bild: PD)

«Die Wega hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach neuen Begebenheiten angepasst, die Zelte umgestellt, wenn es nötig wurde – nicht umgekehrt.» Walter Reinhart findet, dass der Marktplatz durch seine aktuelle Gestaltung mit Brunnen, Bänken und Wettersegel so belebt ist, wie nie zuvor. «Man hat viel gemacht in Sachen Belebung, gerade das Wettersegel ist eine wahnsinnige Bereicherung in vielerlei Hinsicht», sagt er.

Früher: Nichts ausser Viehmarkt und Parkplatz

Diese Beobachtung macht auch Martin Sax. Der ehemalige Gemeindeschreiber beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Geschichte und Entwicklung von Weinfelden und sagt: «So belebt, wie in den 2010er-Jahren war der Marktplatz noch gar nie in seiner Geschichte.» Der Marktplatz sei im vergangenen Jahrhundert ausser für die Jahrmärkte und Viehmärkte praktisch nicht genutzt worden. «1938 wurde er geteert und war dann Parkplatz; meist leer natürlich, es gab ja noch kaum Autos. Und ausser Beizen, Beck und Metzger gab es auch keine Geschäfte rund herum.

Das Dorfzentrum lag an der Frauenfelderstrasse.» Erst mit dem Bau des ehemaligen Migros-Hochhauses 1964 und später des Kongresszentrums Thurgauerhof entstanden mehr Geschäfte um den Marktplatz. «Ein stark belebter Ort wurde er dadurch aber auch nicht. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde er dank einer Volksabstimmung im östlichen Teil überhaupt erst verkehrsfrei», sagt der damalige Gemeindeschreiber.

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