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Mann fährt mit geklautem Töff ohne Ausweis und wird dafür bestraft

Ein 33-jähriger Mann musste sich wegen Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Weinfelden verantworten. Er hatte zusammen mit einem Kollegen einen Dealer geschlagen.
Mario Testa
An diesem runden Tisch im Gerichtssaal Weinfelden sitzen jeweils die Richter während der Prozesse. (Bild: Mario Testa)

An diesem runden Tisch im Gerichtssaal Weinfelden sitzen jeweils die Richter während der Prozesse. (Bild: Mario Testa)

Der Beschuldigte hat einen sehr breiten Rücken, sein Pflichtverteidiger wirkt dagegen geradezu schmächtig. Einen breiten Rücken braucht der Beschuldigte jedoch auch. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-jährigen Maurer und Bodybuilder vor, er habe einen Dealer in Bürglen geschlagen und versucht, ihn auszurauben. Zudem soll er ein Töffli geklaut haben und längere Zeit damit rumgefahren sein, ohne überhaupt einen Führerschein zu besitzen.

Die vorgeworfenen Delikte soll der Mann vor sieben Jahren begangen haben, im Sommer 2012. Entsprechend waren beim Prozess am vergangenen Donnerstag auch schon mehrere Anklagepunkte verjährt. Der Anklagepunkt Sachbeschädigung, also dass der Mann ein Töffli am Bahnhof Weinfelden aufgebrochen haben soll, ist bereits verjährt, wie die vorsitzende Richterin Claudia Spring festhält.

Beschuldigter verweigert die Aussage

Nur weil der Angeklagte mit dem Töffli noch länger und mit geklauten Schildern rumgefahren ist, konnte das Gericht den Mann noch belangen.
Schwerer wiegt jedoch die Anklage wegen einfacher Körperverletzung. Der Mann soll sich laut dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell in Begleitung eines Kollegen zu einem Dealer in Bürglen begeben haben, sich unrechtmässig Zugang zu dessen Garten und Wohnung verschafft haben und ihn geschlagen haben. Auch Geld und Drogen habe er diesem abnehmen wollen.

In der Befragung durch die Richterin verweigert der Beschuldigte die Aussage zu diesen Geschehnissen.

«Es ist mir sehr unangenehm, ich würde gerne antworten, aber ich kann nicht»

sagt er und schweigt zu allen Vorwürfen. Erst im Schlusswort gibt er Einblick in seine Gefühlswelt. «Es war ein ganz blöder Tag, ich hätte es besser machen sollen», sagt der verheiratete Mann und Vater eines Kleinkindes. «Aber es sind seither sieben Jahre vergangen und ich habe mir in dieser Zeit sehr viel Mühe gegeben.»

Gericht braucht keine zusätzlichen Beweise

Sein Verteidiger sagt, die Beweise für die angeblichen Taten seien nicht ausreichend für eine Verurteilung. Deshalb brauche es neue. Er stellt einen Beweisantrag. Diesen Antrag lehnt das Gericht in Dreierbesetzung nach kurzer Besprechung ab. «Wir erachten dies nicht als notwendig, die Sache ist genügend klar. Wir können uns auf die Akten abstützen», sagt Richterin Spring.

In seinem Plädoyer versucht der Verteidiger auch, den zu spät und knapp verfassten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft zu zerpflücken. Ohne Erfolg. Das Bezirksgericht spricht den Beschuldigten frei vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung, da nicht klar war, wer der beiden Anwesenden den Dealer geschlagen hatte.

Es verurteilt den Mann jedoch wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs, Fahrens ohne Berechtigung und Missbrauchs von Ausweisen und Schildern zu einer Geldstrafe in der Höhe von 25 Tagessätzen zu 60 Franken und zur Übernahme der Gerichtskosten. Die Forderung der Staatsanwaltschaft von 50 Tagessätzen halbierte das Gericht aufgrund des Freispruchs im Anklagepunkt der Körperverletzung.

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