Manchmal wie ein Teil der Familie: Zwei Hebammen eröffnen eine Praxis in Erlen

Manuela Steiner und Stefanie Manser haben eine Hebammen-Praxis in Erlen eröffnet.

Hannelore Bruderer
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Stefanie Manser und Manuela Steiner führen in Erlen eine Hebammen-Praxis. Bild: Hannelore Bruderer

Stefanie Manser und Manuela Steiner führen in Erlen eine Hebammen-Praxis. Bild: Hannelore Bruderer

Manuela Steiner ist bereits seit acht Jahren als freiberufliche Hebamme unterwegs. Die Wochenbett-Betreuung nimmt einen grossen Teil ihrer Arbeit in Anspruch. Sie begleitet Frauen jedoch auch durch die Schwangerschaft und führt Schwangerschaftskontrollen bei ihren Kundinnen zu Hause durch. Die 38-Jährige sagt:

«Als ich mich mit dem Gedanken befasste, meine Tätigkeit auszubauen, und eine Hebammen-Praxis zu eröffnen, war mir schnell klar, dass ich das nicht alleine machen kann, sondern dass es dafür ein gut funktionierendes Zweierteam braucht.»

Mit Stefanie Manser meldete sich keine Unbekannte auf ihren Aufruf. Die beiden Hebammen arbeiteten in der Vergangenheit bereits im Gebärsaal im Spital Münsterlingen zusammen. «Wir verstehen und ergänzen uns gut», sagt Stefanie Manser. Nebst ihrer Arbeit als freischaffende Hebamme in der Praxis Erlen ist die 28-Jährige weiterhin als Aushilfe im Gebärsaal im Spital Frauenfeld tätig.

Nur bei der Geburt nicht dabei

Schon gut ein halbes Jahr, bevor sie nun ihre Praxis eröffnen, sind die beiden als Team tätig. Von den von ihnen betreuten Frauen hätten sie bisher nur positive Rückmeldungen erhalten, sagen sie. Bis zu 15 Frauen pro Monat werden sie künftig betreuen können. In ihrer Praxis bieten sie Vorgespräche, Akupunktur, Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungskurse an. Dazu kommt die persönliche Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen. Manuela Steiner fasst den Leistungskatalog zusammen:

«Eigentlich bieten wir alles an, was es an Betreuung vor und nach der Geburt braucht, nur bei der Geburt sind wir nicht dabei»

Die Praxis besteht aus einem Behandlungs- und Besprechungszimmer, einem Kursraum und einem Büro. Zwischen diesem und den sanitären Anlagen ist eine Wickelecke eingerichtet. Bei der Einrichtung haben Stefanie Manser und Manuela Steiner vieles selber gemacht und den Räumen so eine persönliche Note verliehen. Einen würdigen Platz haben sie auch für die vielen Geburtsanzeigen gefunden, die sie von glücklichen Eltern erhalten.

Neue Kundinnen durch Empfehlungen

Neue Kundinnen gewinnen die freiberuflichen Hebammen meist durch Empfehlungen. «Wir sind froh, wenn sich Schwangere möglichst früh bei uns melden. Bis Oktober sind wir bereits ausgebucht», sagt Manuela Steiner. Die Hebammen-Praxis hat ein Einzugsgebiet von rund 15 Kilometern im Umkreis von Erlen. Stefanie Manser betreut aber auch einige wenige Frauen im Gebiet um Frauenfeld, da sie dort wohnt.

Hohe Fachkompetenz und Einfühlungsvermögen

Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe überhaupt. In der Schweiz wurde der Beruf im Jahr 2008 in die Tertiärstufe überführt. Die Ausbildung erfolgt durch ein dreijähriges Fachhochschulstudium mit zusätzlichen zehn Monaten Praktikum.

Der Beruf der Hebamme erfordert nebst einer hohen fachlichen Kompetenz auch ein grosses Mass an Einfühlungsvermögen. «In unserem Beruf wird uns viel Wertschätzung entgegengebracht», sind sich Stefanie Manser und Manuela Steiner einig. «Betreut man Wöchnerinnen, ist man manchmal ein richtiger Teil der Familie. Man gibt viel, erhält aber auch viel zurück.»