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Maler zeigt die Schönheit von Autoschrott in seinen Bildern

Der Bussnanger Peter Frischknecht malte während dreier Jahre Bilder von Schrottplätzen. Er zeigt, dass auch Abfall eine Ästhetik hat. Ab heute ist die Ausstellung «Vergängliches» im Restaurant Frohsinn zu sehen.
Sabrina Bächi
Peter Frischknecht malt Autoschrott, der zu faszinierenden Acrylbildern zum Thema «Vergängliches» wird. (Bild: Andrea Stalder)

Peter Frischknecht malt Autoschrott, der zu faszinierenden Acrylbildern zum Thema «Vergängliches» wird. (Bild: Andrea Stalder)

Peter Frischknecht bringt den Widerspruch mit Pinselstrichen auf die Leinwand. Er malt den Widerspruch – zwischen einer schönen Landschaft und den hässlichen Störfaktoren. Er findet sie, sucht sie und macht daraus ein ästhetisches Kunstwerk.

«Ich sehe den Thurgau mit anderen Augen», sagt er. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Betrachter seiner Bilder einen Teil des Thurgaus zu zeigen, der nicht auf eine Postkarte passt. Mit Autoschrott beispielsweise. Und dennoch könnten seine Bilder als Postkarten durchgehen. Denn die Hässlichkeit in seinen Sujets strahlt eine Faszination aus. Wirkt zuweilen fast idyllisch. Verträumt. Vergänglich.

Kinder und Kunst ist kein Widerspruch

Der 65-Jährige ist pensionierter Lehrer. Das Zeichnen und Malen jedoch hat ihn schon immer begleitet. Seit er ein Kind ist. Auch später in seinem Beruf hat er einen Schwerpunkt auf die Kunst gelegt. Den Erstklässern von Pablo Picasso, Vincent Van Gogh oder Paul Klee erzählt. Bilder nach ihrem Vorbild mit ihnen gezeichnet. «Die Bilder der Kinder sind vielleicht nicht perfekt, aber jedes hat etwas Individuelles, etwas Faszinierendes», sagt Frischknecht. Kinder und Kunst ist für ihn genauso wenig ein Widerspruch wie Schrott und Ästhetik.

Ein Schrottturm in St. Margarethen hat es ihm vor etwa drei Jahren angetan. «Die Vergänglichkeitssymbolik dieses Autofriedhofs hat mich fasziniert», sagt er. Der Sportwagen des jugendlichen Fahrers, der Ford des Familienvaters oder auch der Güllenwagen des Landwirtes – alles landet auf dem Autofriedhof. «Schrott ist für mich eine Metapher zur menschlichen Vergänglichkeit.» Es wurde zu seinem Projekt, Schrottplätze zu suchen, geeignete Sujets zu fotografieren und dieses Zuhause zu malen.

«Die Schrotthändler hielten mich für verrückt»

In Istighofen, im Tessin oder gar in Italien hat er Autoschrott fotografiert. «Die Schrotthändler haben mich alle für leicht verrückt gehalten», sagt er und schmunzelt. Selbst in den Ferien lässt er sich nicht von seiner Jagd nach Schrottplätzen abhalten: «Eigentlich wollte ich in Italien die Villa des berühmten Architekten Palladio anschauen. Der Schrottplatz hat mich dann aber mehr angezogen», sagt er lachend.

Nebst der Symbolik und Ästhetik reizt ihn auch das Handwerkliche. «Beulen zu malen ist anspruchsvoll», sagt er. Bis zu einem halben Jahr hat er, bis ein Bild fertig ist. So lange dauert es, bis der satirische Blick von Peter Frischknecht, sein Auge für den Widerspruch, auf die Leinwand gepinselt ist.

Hinweis: Die Ausstellung «Vergängliches» ist vom 2. Juni bis 25. August im Restaurant Frohsinn in Weinfelden zu sehen.

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