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Trainer Mair pokert und führt den HC Thurgau zum Ausgleich im Playoff

Das zweite Playoff-Spiel gegen Ajoie gewinnt der HC Thurgau vor heimischem Publikum 3:2 und gleicht in der Best-of-7-Serie zum 1:1 aus. Die Entscheidung fällt erst in der zweiten Verlängerung durch Michael Loosli. Auch wenn das Lob der gesamten Mannschaft gebührt, so sind die Überlegungen von Trainer Stephan Mair entscheidend.
Matthias Hafen
Thurgaus Goalie Nicola Aeberhard bekam im zweiten Viertelfinalspiel den Vorzug gegenüber Janick Schwendener und zeigte eine starke Partie. (Bild: Mario Gaccioli)

Thurgaus Goalie Nicola Aeberhard bekam im zweiten Viertelfinalspiel den Vorzug gegenüber Janick Schwendener und zeigte eine starke Partie. (Bild: Mario Gaccioli)

Das längste Eishockeyspiel in der Geschichte des HC Thurgau wurde zur Fete. Die 1926 Zuschauer in der Weinfelder Güttingersreuti mussten bis zur 93. Minute ausharren, ehe Michael Loosli den HCT und dessen Anhänger ins Glück schoss. Der Flügelstürmer setzte sich in der zweiten Verlängerung mit einerfeinen Einzelleistung gegen Ajoies Verteidigung durch und düpierte Goalie Dominic Nyffeler am Pfosten. Der Jubel bei den Thurgauern war grenzenlos. Nicht nur, weil die ganze Anspannung dieses hochspannenden zweiten Playoff-Spiels von ihnen abfiel. Denn der HCT hatte nach Treffern von Melvin Merola (31./1:1) und Cody Wydo (52./2:1) schon kurz davorgestanden, die Best-of-7-Serie gegen den Qualifikationszweiten Ajoie in der regulären Spielzeit auszugleichen. Ein von Jonathan Hazen abgelenkter Schuss war aber 97 Sekunden vor Spielende noch zum 2:2-Ausgleich ins Tor gekullert.

Aeberhard statt Schwendener im Tor

Dass die Thurgauer am Ende doch als Sieger dastanden, hatten sie sich mehr als verdient. Wie schon bei der 3:5-Niederlage in Pruntrut kämpfte die Mannschaft von Trainer Stephan Mair aufopferungsvoll. Doch diesmal ging auch der Poker des Thurgauer Trainers voll auf. Er setzte im Tor überraschend auf Nicola Aeber­hard und nicht wie noch im Auftaktspiel auf Janick Schwendener. «Aeberhard hat sich die Nomination verdient», sagte Mair und strich die Leistungen des Ersatzgoalies in den Qualifikationsspielen heraus. «Wir haben den Luxus, dass wir zwei starke Torhüter haben, wieso sollen wir den nicht nutzen?», sagte Mair. Aeberhard zeigte eine überzeugende Leistung und wurde auch in den brenzligsten Situationen nicht nervös. Im Gegenteil: In der Verlängerung, als das Spiel auf der Kippe stand, strahlte die Nummer 30 eine erstaunliche Ruhe auf seine Vorderleute aus.

Den richtigen Riecher in der vierten Linie

Doch der Goalie-Poker war nicht das einzige taktische Kabinettstück von HCT-Headcoach Mair. In der vierten Linie ersetzte er Center Jan Vogel durch Alain Bahar und verlieh ihr dadurch mehr Stabilität. «In Pruntrut hatte die vierte Linie zu viel zugelassen», sagte Mair. Und weil Ajoie-Trainer Gary Sheehan dann sogar seine Kanadier gegen die vierte des HCT laufen liess, «wollte ich in meiner vierten unbedingt mehr Kraft reinbringen», sagte Mair.

Den längeren Atem in der Verlängerung

Und in der Verlängerung machte Mair erneut etwas besser als sein Gegenüber Sheehan. Thurgaus Coach liess von Anfang an vier Linien laufen, während Ajoie in der Overtime nur noch auf drei Linien setzte. Dadurch hatten die Jurassier in den ersten 20 Minuten zwar die Oberhand, doch die Thurgauer den längeren Atem. Dieser Unterschied ermöglichte Loosli in der 93. Minute den entscheidenden Treffer zum 3:2.

Für das längste Spiel im Schweizer Eishockey hätte es übrigens noch ein paar Minuten gebraucht. Kloten gegen Rapperswil-Jona war im April des vergangenen Jahres nach 102 Minuten und 32 Sekunden entschieden worden.

Thurgau – Ajoie 3:2 n.V. (0:1, 1:0, 1:1, 0:0)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1926 Zuschauer – SR Mollard/Gäumann, Huguet/Gurtner.
Tore: 12. Schmutz (Forrer, Birbaum/Ausschluss Bahar) 0:1. 31. Merola (Brändli, Michael Loosli/Ausschluss Joggi) 1:1. 52. Wydo (Ryan, Collenberg) 2:1. 59. Hazen 2:2 (Ajoie ohne Goalie). 93. Michael Loosli 3:2.
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 5-mal 2 Minuten gegen Ajoie.
Thurgau: Aeberhard; Seiler, Parati; Collenberg, Steinauer; Wildhaber, El Assaoui; Hänggi; Wydo, Fuhrer, Ryan; Merola, Rundqvist, Frei; Eric Arnold, Brändli, Michael Loosli; Janik Loosli, Bahar, Hollenstein; Moser.
Ajoie: Nyffeler; Hauert, Pouilly; Dotti, Casserini; Birbaum, Ryser; Blaser, Suleski; Schmutz, Devos, Hazen; Frossard, Privet, Puide; Joggi, Montandon, Forrer; Wüst, Macquat, Fabio Arnold.
Bemerkungen: Thurgau ohne Engeler (verletzt), Vogel, Zanzi, Kellenberger (alle überzählig), Gurtner und Schweri (Rapperswil-Jona/NLA). Ajoie ohne Schmidt (verletzt), Thibaudeau, Kohler (beide überzählig) und Weisskopf (Friborg/NLA). – 9. Lattentreffer Merola. – 58:15 Time-out Ajoie. – Ajoie von 58:18 bis 58:23 ohne Goalie.

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