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Märwiler Gebrüder Willi Elektro AG feiert das 75-jährige Bestehen

Die Elektrofirma in Buch bei Märwil feiert ihr Betriebsjubiläum. Eine Geschichte, die während des Krieges mit einem Fahrrad beginnt und ein ungewöhnliches Kapitel über Flüchtlingsintegration schreibt.
Basil Höneisen
Hans Willi und die Mitarbeiter Erich Müller und Detlef Krüger mit dem ersten Firmenauto der Gebrüder Willi Elektro AG. (Bild: PD)

Hans Willi und die Mitarbeiter Erich Müller und Detlef Krüger mit dem ersten Firmenauto der Gebrüder Willi Elektro AG. (Bild: PD)

Gegen Ende des 2. Weltkriegs im Jahr 1944 gründet Jakob Willi mit seiner Ehefrau Berta ein Elektrogeschäft in herausfordernden Zeiten. Er pendelt zwischen Geschäft und Grenze hin und her, die Arbeitskleider im Wechsel mit der Militäruniform.

«Ohne den eisernen Willen meines Vaters und der Unterstützung der Familie wäre ein solcher Start ins Unternehmertum nicht möglich gewesen»

sagt Hans Willi, zweiter Sohn des Gründers.Ob dieser sich hätte vorstellen können, dass sein Werk 75 Jahre später immer noch Bestand hat? «Ich weiss es nicht», sagt Hans Willi. «Aber er wäre sicher stolz, wenn er sehen könnte, wo wir heute stehen.»

Das erste Fahrzeug – ein seltener Luxus

Fahrzeuge und Arbeiter kann sich Jakob vorerst nicht leisten. Das bestellte Material muss auf einem Anhänger zu Fuss vom Bahnhof Märwil abgeholt werden, um die Kunden daraufhin mit dem Fahrrad zu bedienen. Oft sind es seine Kinder, die ihn dabei unterstützen.

Ernst Willi mit dem Velo, mit dem er damals den Kunden Lieferungen machte. (Bild: PD)

Ernst Willi mit dem Velo, mit dem er damals den Kunden Lieferungen machte. (Bild: PD)

Rita Haas-Willi, die Tochter des Gründers, erinnert sich: «Manchmal war der Leiterwagen so beladen, dass unsere Mutter herbeieilen und uns beim Stossen helfen musste», sagt sie. Später reicht das Geld für die Einstellung eines Arbeiters und 1954 gar für das erste Firmenfahrzeug.

«Das war ein riesiger Luxus. Unser Vater hat sich fast ein wenig geniert. Damals gab es im Dorf nur ganz Wenige, die ein Auto besassen.»

sagt Hans Willi. Er und sein Bruder Ernst waren angetan von Vaters Werk und arbeiten nach auswärtigen Lehren an dessen Seite mit. Die Firma blüht auf, die gesamte Familie ist Teil davon.

Schmerzhafte Abschiede prägen die Firma

Einen einschneidenden Schicksalsschlag erhält die damalige «J. Willi-Widmer» einige Jahre später, 1963. Der erst 59-jährige Altmeister Jakob Willi stirbt plötzlich. Er hinterlässt zwei Töchter, zwei Söhne, seine Frau Berta und ein junges Unternehmen. Gemeinsam entscheiden die Hinterbliebenen, dass Ernst und Hans Willi, damals 30 und 24 Jahre alt, das Geschäft übernehmen sollen.

So führen die Brüder die Firma knapp 30 Jahre lang, bevor auch Ernst Willi, ebenfalls erst 59-jährig überraschend aus dem Leben scheidet. Hans wird erneut auf die Probe gestellt – plötzlich muss er das Geschäft alleine führen. «Das war eine herausfordernde Zeit für die Familie und für mich», sagt der heute bald 80-Jährige.

«Dank einer Umstrukturierung, treuen Mitarbeitenden und meiner Familie im Rücken konnten wir die Firma über Wasser halten.»

Ein herausragendes Beispiel für die loyalen Mitarbeiter ist Kurt Wüst, der über 50 Jahre dabei war. In 75 Jahren ist die Firma auf 17 Mitarbeitende und zwölf Fahrzeuge angewachsen, geführt wird sie heute von Walti Tschann und Roland Sutter.

Junger Flüchtling schliesst seine Lehre ab

Even Ambasager Zere stammt aus Eritrea. Mit fünfzehn Jahren floh er mit seiner Familie in die Schweiz. Er erhielt nach zwei Jahren in der Oberstufe eine Ausbildungserlaubnis. «Wir wurden angefragt, ob wir dem 16-jährigen Flüchtling die Berufslehre zum Elektroinstallateur ermöglichen können», sagt Walti Tschann. «Wir sagten zu, stellten aber klar, dass er die Lehre unter denselben Bedingungen absolvieren müsse wie alle anderen.» Ambasager meistert die Lehre und ist heute Teil der Belegschaft.

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