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Märwiler Bub tanzt seinen Traum

Der elfjährige Arjan Steurer ist bereits ein nationaler Leistungssportler. Er träumt von einer Karriere als Tänzer. Trotzdem steht er seiner Tanzpartnerin noch ab und zu auf die Füsse.
Janine Bollhalder
Arjan Steurer tanzt Standard und Latin mit seiner Tanzpartnerin Aroa. (Bild: Andrea Stalder)

Arjan Steurer tanzt Standard und Latin mit seiner Tanzpartnerin Aroa. (Bild: Andrea Stalder)

Am 11. Mai findet in der Konvikthalle Frauenfeld die Thurgauer Tanzsport-Meisterschaften statt. Mit dabei: Arjan Steurer aus Märwil mit seiner Partnerin Aroa Martin. «Tanzen ist etwas, dass nicht alle machen», sagt Arjan auf die Frage, was ihn am Tanzen fasziniert. Er liebt es, auf der Bühne zu stehen. Nervös sei er trotzdem. «Aber ich habe gelernt, wie ich damit umgehen muss», sagt er.

Seine ersten Tanzerfahrungen habe er vor fünf Jahren beim Volkstanz gesammelt. «Ich habe damals nur ein Hobby gesucht.» Inzwischen ist er im Besitz der Swiss Olympic Talentcard N. Das bedeutet, Arjan ist als nationaler Leistungssportler anerkannt.

Zum Paartanz ist er vor vier Jahren durch einen Freund gekommen. «Er meinte, ich soll einfach mal mitkommen und es ausprobieren», erzählt Arjan. Der Primarschüler aus Buch bei Märwil folgte diesem Ratschlag und ging nach Frauenfeld in den Tanzclub Team Dance Club – und dort blieb er. «Inzwischen bin ich sogar besser als mein Freund. Dieser hat sich jetzt ein anderes Hobby gesucht», sagt Arjan schelmisch grinsend.

Vor zwei Jahren lernte er dann seine Tanzpartnerin Aroa Martin kennen. «Anfangs war es aber komisch, so nahe an einem Mädchen zu sein», sagt der Elfjährige, «aber man gewöhnt sich daran.»

Leidenschaft für Tanz und Technik

Arjan Steurer träumt von einer Karriere als Tänzer. (Bild: Andrea Stalder)

Arjan Steurer träumt von einer Karriere als Tänzer. (Bild: Andrea Stalder)

Arjan sei sehr strukturiert. «Er teilt sich schon zu Beginn der Woche seine Hausaufgaben ein», sagt Markus Steurer. Arjans Vater hat für lange Zeit selbst getanzt, war aber nie bei Wettkämpfen dabei. Der ehemalige Primarlehrer betont: «Wenn er eines Tages nicht mehr tanzen will, dann muss er das auch nicht.» Wenn sein Sohn zu viele Hausaufgaben oder Prüfungen habe, dann trainiere er weniger.

Dank der Talentcard N darf Arjan aber problemlos einen Tag in der Schule fehlen. «Dann ist die Reise zu den Wettkämpfen weniger stressig», sagt Markus Steurer mit einem erleichterten Seufzer. Sein Sohn müsse einfach die Lernziele erreichen. «Das klappt gut.»

«Ich will Mediamatiker werden, wenn es mit der Tänzerkarriere nicht klappt»

Der Elfjährige ist jedoch sehr ambitioniert und verfolgt vorläufig seinen Plan A, Tänzer zu werden: «Ich will so gut werden, wie meine beiden Trainier.» Seine Augen strahlen. Man sieht ihm seine Leidenschaft für das Tanzen an. Seine Mitschüler waren anfangs verwundert über sein Hobby. Inzwischen ist es aber kein Thema mehr.

«Tanzen ist ein kostenintensives Hobby», sagt Markus Steurer. Es ist auch ein zeitintensives Hobby. Einmal monatlich findet ein Kaderworkshop in Zürich statt. Unter der Woche trainieren Arjan und seine Partnerin Aroa drei bis viermal, jeweils anderthalb Stunden. Pitt-Alexander Wibawa ist einer der beiden Trainer des Pärchens, mit ihm trainieren sie die Latein-Tänze.

«Aroa beschwert sich manchmal, wenn ich ihr trotz vier Jahren gemeinsamer Tanzerfahrung noch auf die Füsse stehe.»

Die Standard-Tänze trainieren Arjan und Aroa mit Alexander und Isabel Florin. Mit ihnen reist das junge Tanzpärchen auch zu den internationalen Wettbewerben. «Die Trainier teilen sich ein Zimmer und die Kinder teilen sich ein Zimmer», sagt Markus Steurer. «Das ist völlig unkompliziert», ergänzt Arjan, «wir sind wie Geschwister.» Sie streiten eigentlich nie.

Zehn Tänze in kurzer Zeit

Arjan lernt gerne Neues, daher habe er keine Lieblingstanzfigur. Jeweils fünf Tänze pro Kategorie präsentieren die Tanzpärchen bei den Wettkämpfen. Jede der insgesamt zehn Sequenzen dauert eine Minute und dreissig Sekunden.

Noch ist Arjan nicht nervös mit Blick auf die Thurgauer Meisterschaften vom Wochenende. «Das kommt erst am Tag des Wettkampfs», sagt er. Seine Tanzpartnerin hingegen sei jeweils am Tag zuvor nervös. Aber sie könnten sich gut gegenseitig beruhigen oder die Gereiztheit des anderen akzeptieren. Wie Geschwister.

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