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Märstetterin sucht ihre entlaufene Katze

Daniela Gerber ereilte ein Schicksal, das viele Haustierbesitzer kennen: Ihr Kater Soren verschwand. Doch was tun, wenn man ein Tier findet? Melden sei Pflicht, sagt die Polizei.
Sabrina Bächi
Der rotweisse Kater Soren wird seit zwei Monaten vermisst. (Bild: PD)

Der rotweisse Kater Soren wird seit zwei Monaten vermisst. (Bild: PD)

Vor zwei Monaten hat sie Soren zum letzten Mal gesehen. Er war verschmust. War jeden Tag da, seit sie ihn vor zwei Jahren bekam. Immer. Nun ist er fort. Warum, weiss Daniela Gerber aus Altenklingen nicht. Am 6. Mai fuhr sie weg. Wahrscheinlich wollte sie ihr Kater Soren suchen. Seither ist er jedenfalls nicht mehr aufgetaucht. «Ich habe alle abgeklappert, habe Flyer aufgehängt und es auf Facebook gepostet», sagt Gerber. Sie wie ihr geht es manchem Katzenbesitzer.

Büsis, die spurlos verschwinden und nie wieder auftauchen. «Bei meiner Suche ist mir aufgefallen, dass viele Leute nicht wissen, dass es eine Tiermeldezentrale gibt, wo man gefundene Katzen melden kann. Ganz einfach über das Internet», sagt Daniela Gerber.

Kantonale Meldestelle bei der Polizei

Grundsätzlich sollte man beim Auffinden eines besitzerlosen Tieres immer die Polizei verständigen. «Jede Polizeipatrouille führt ein Chiplesegerät mit sich und kann unter Umständen gleich vor Ort das Tier bestimmen», sagt Mario Christen von der Kantonspolizei. Zudem ist die Kantonale Meldestelle für entlaufene Tiere ebenfalls bei der Kantonspolizei. Wird ein Tier nicht gemeldet, so mache man sich strafbar, sagt Christen:

Mario Christen, Polizeisprecher (Bild: PD)

Mario Christen, Polizeisprecher (Bild: PD)

«Wird der Fund eines Tieres nicht gemeldet, muss man mit einer Busse rechnen.»

Entsprechend ist es auch strafbar, einfach ein aufgefundenes Tier zu behalten.

Daniela Gerber wohnt sehr abgelegen. Mit weiteren Katzen und anderen Tieren auf einem grossen Hof. «Ich vermute, er hat mich gesucht und sich dann verirrt», sagt sie. Denn er sei eher scheu. Ein Diebstahl schliesst sie daher aus. Vielleicht wurde Soren überfahren. «Es hat hier in der Nähe keine grossen Strassen, aber es wäre natürlich möglich», sagt sie.

Meldepflicht nach Tierunfall

Die Polizei wird oft zu Unfällen mit Haustieren gerufen. Grundsätzlich gilt auch hier: Mel­depflicht. «Wer nach einem Tierunfall weiterfährt, macht sich strafbar», sagt Christen. Wenn der Besitzer des toten Tieres nicht eruiert werden kann, dann wird die Meldung im polizeilichen Einsatzjournal vermerkt. «Wenn sich der Besitzer des toten Tieres bei der Polizei meldet, kann man in den Berichten recherchieren», erklärt er das Vorgehen.

Tote Tiere können auch im Werkhof abgegeben werden. «Bei uns gibt es einen sogenannten Konfiskatskübel, in den man tote Tiere entsorgen kann», sagt Ruedi Arni, Leiter Werkhof der Gemeinde Weinfelden. Dieser Konfiskatkübel befinde sich im Kühlraum, der 24 Stunden geöffnet ist. Manchmal werden die Werkhofmitarbeiter auch speziell gerufen, um ein Tier zu holen und zu entsorgen. «Beispielsweise wenn ein totes Tier wie ein Marder auf dem Trottoir liegt, dann werden wir gerufen», sagt Arni. Es gibt in dem Kühlraum auch einen speziellen Ort, an dem Tiere deponiert werden können, welche die Mitarbeiter dann mit dem Chiplesegerät überprüft. «Es hängt jedoch sehr von der Sensibilität der Person ab – ich habe noch nie erlebt, dass eine Privatperson eine von ihr angefahrene Katze zu uns gebracht hat.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Auch Daniela Gerber hat es schon erlebt, dass sich der Fahrer nicht um das tote Tier auf der Strasse gekümmert hat. «Manche scheuen den Aufwand, die Polizei zu rufen», ist sie überzeugt. Andere merkten es nicht, wenn sie eine Katze überfahren. Auch wenn es bereits zwei Monate her ist, seit sie ihren Kater das letzte Mal in den Armen hielt, ihre Hoffnung stirbt zuletzt.

Daniela Gerber. (Bild: PD)

Daniela Gerber. (Bild: PD)

«Wir hatten einen sehr engen Kontakt und ich vermisse ihn wirklich sehr», sagt sie.

So, wie es wahrscheinlich allen Katzenbesitzern geht, die ein Tier verlieren.

Schweizerische Tiermeldezentrale: www.stmz.ch

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