Märstetten
Hohe Investitionen beim Dorfbach und vier neue Behördenmitglieder: So sieht die kommende Gemeindeversammlung aus

Am 17. Juni findet in Märstetten die Gemeindeversammlung statt. Die Stimmberechtigten befinden über die Rechnungen 2020 der politischen Gemeinde und der Technischen Betriebe. Ebenso stehen die Investitionsrechnungen zur Abstimmung. Es ist die erste Versammlung mit einem vollzähligen Gemeinderat nach gut einem Jahr.

Sabrina Bächi
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Die Schwellen beim Dorfbach Ottoberg mussten saniert werden. Es ist einer der grössten Kostenpunkte in der Investitionsrechnung.

Die Schwellen beim Dorfbach Ottoberg mussten saniert werden. Es ist einer der grössten Kostenpunkte in der Investitionsrechnung.

Bild: PD

Märstetten scheint wieder das zu sein, was es früher mal war: ein ruhiges und beschauliches Dorf. Ohne Skandale, ohne Rücktritte. Das zumindest lässt die kommende Gemeindeversammlung vermuten. Gab es vor einem halben Jahr an der Versammlung einen Rücktritt und gegenseitige Anschuldigungen, so hat sich das Blatt offenbar gewendet.

Nach fast einem Jahr mit Vakanzen gibt es seit Sonntag wieder eine vollzählige Behörde und die Gemeindepräsidentin ist voll des Lobes über die Exekutivmitglieder. «Man spürt, dass sie für Märstetten etwas erreichen wollen, sie sind vorbereitet und haben sich in sehr kurzer Zeit in ihre Geschäfte eingelesen», sagt Susanne Vaccari-Ruch. So werden die Stimmberechtigten am Donnerstagabend an der Versammlung die neu gewählten Mitglieder der Behörde in Aktion erleben.

Die Neuen sind ein bisschen nervös

«Mit Ausnahme von Stefan Trösch, der am Dienstag seine erste Schnuppergemeinderatssitzung haben wird, trägt die gesamte Behörde ihre Ressortberichte vor», bestätigt Vaccari. «Natürlich sind sie ein bisschen nervös», sagt Thomas Fleischmann, Gemeindeschreiber in Märstetten.

Thomas Fleischmann, Gemeindeschreiber Märstetten.

Thomas Fleischmann, Gemeindeschreiber Märstetten.

Bild: Sabrina Bächi
«Doch sie haben bereits ihre Manuskripte fertiggestellt und wir unterstützen sie vor ihrer ersten Versammlung natürlich, wo wir können»,

sagt er. Nur drei der sieben Exekutivmitglieder haben schon einmal eine Versammlung miterlebt. Die anderen vier wurden im Zeitraum seit Anfang März in die Behörde gewählt.

Das Unwetter könnte zu Fragen führen

Seit Januar sei man still am «schaffen», so wie es eben sein müsse, sagt Vaccari. Still sei es im Vorfeld der Gemeindeversammlung auch von Seiten der Bevölkerung. Zu den Geschäften der Versammlung habe man keine Detailfragen erhalten, sagt die Gemeindepräsidentin. «Natürlich kann es immer mal kritische Fragen geben, das gehört dazu», sagt Gemeindeschreiber Fleischmann, doch man versuche, die Fragen der Bevölkerung auch zunehmend unter dem Jahr direkt zu beantworten.

«Es kann schon sein, dass gerade wegen der Unwetter etwa Fragen zur Entwässerung aufkommen», mutmasst Vaccari. Diese werden aber im Rahmen des generellen Entwässerungsplans aktuell sowieso überprüft.

Die Abklärungen werden zeigen, welche Massnahmen für eine nachhaltige Verbesserung eingeleitet werden müssen. Die Gemeindepräsidentin hofft zudem auf die baldige Sanierung der Bahnhofstrasse, bei der die Kanalisation angepasst wird. Doch die Sanierung werde voraussichtlich frühestens Anfang 2022 beginnen.

Der Dorfbach ist ein grosser Kostenpunkt

Einfluss auf die Rechnung hat die Bahnhofstrasse derzeit noch keinen. Dafür konnten andere Strassenprojekte umgesetzt werden. In den Investitionsrechnungen der Gemeinde sowie auch der Technischen Gemeindewerke schlägt sich das nieder. 545'000 Franken hat die Politische Gemeinde in Sanierungen beim Höhenweg, der Ruberbaumstrasse, der alten Gillhofstrasse und der Erschliessung Düsslishalden ausgegeben. In die identischen Projekte investierten die Technischen Gemeindewerke im Bereich Wasser und Elektrizität 600'000 Franken.

Susanne Vaccari, Gemeindepräsidentin Märstetten.

Susanne Vaccari, Gemeindepräsidentin Märstetten.

Bild: Andrea Stalder

Bei der Investitionsrechnung der politischen Gemeinde schlagen die Schutzbauten beim Dorfbach Ottoberg zu Buche. Im Sinne des Hochwasserschutzes muss man in drei Etappen die Holzschwellen im Dorfbach ersetzen. «Das Gelände ist schmal und steil, die Arbeiten anspruchsvoll», sagt Vaccari. 246'000 Franken hat die Gemeinde in die erste Etappe 2020 investiert. Das ist ein beachtlicher Teil der insgesamt knapp 940'000 Franken, welche die Gemeinde im vergangenen Rechnungsjahr an Investitionen getätigt hat. Gemeindepräsidentin Susanne Vaccari-Ruch sagt:

«Das Projekt Dorfbachsanierung wird die Gemeinde noch länger begleiten.»

Traktanden der Gemeindeversammlung

Technische Betriebe fahren Verlust ein

Die Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Märstetten findet am 17. Juni um 19.30 Uhr in der Weitsichthalle mit einem Schutzkonzept statt. Die Stimmberechtigten befinden über die Einbürgerungen von zwei Personen, die bereits den Schweizer Pass besitzen. Des Weiteren stimmen sie über die Rechnung 2020 ab. Statt des budgetierten Minus von rund 800'000 Franken resultiert bei einem Aufwand von 5,7 Millionen und einem Ertrag von 5,8 Millionen ein kleiner Gewinn von 94'000 Franken. Die Technischen Gemeindewerke haben knapp eine Million investiert, ihre Rechnung schliesst mit einem Reinverlust von rund 65'000 Franken.

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