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Der Auswärtige macht das Rennen: Lukas Hoffmann wird Gemeindepräsident von Hohentannen

Mit 105 Stimmen setzt sich der Balterswiler klar vor seine Mitkandidaten Evenlyne Eberhart und Paul Stahlberg.
Rita Kohn
Lukas Hoffmann nimmt die Gratulation von Gemeindepräsident Werner Minder entgegen. (Bild: Georg Stelzner)

Lukas Hoffmann nimmt die Gratulation von Gemeindepräsident Werner Minder entgegen. (Bild: Georg Stelzner)

Für Lukas Hoffmann geht ein grosser Wunsch in Erfüllung: Er ist zum Gemeindepräsidenten gewählt worden. Was in Bottighofen nicht gelingen wollte, klappte nun in Hohentannen. Der Unternehmensberater aus Balterswil zeigt sich nach der Wahl voller Tatendrang. Fest steht für ihn, dass Hohentannen zum einen ein soziales Zentrum braucht, um die Bevölkerung zu einen, zum anderen langfristig selbstständig bleiben soll. Die Zukunft liege beim Mikro-Gebilde, sagt er und nimmt damit auch gleich jenen Einwohnern den Wind aus den Segeln, die eine Gemeindefusion im Auge haben.

Daran geglaubt, dass er das Rennen machen könnte, hat Lukas Hoffmann nicht. «Es war schwierig, abzuschätzen, wie die Wähler entscheiden», sagt er. Es sei eine schwierige Konstellation gewesen. Allerdings habe er grosses Wohlwollen gespürt. An die neue Herausforderung gehe er mit Freude, aber auch mit etwas Ehrfurcht heran.

Klares Ergebnis

Von den insgesamt 438 Stimmberechtigten von Hohentannen beteiligten sich 230 am zweiten Wahlgang. Die Stimmbeteiligung lang damit bei 52,5 Prozent. Leere Wahlzettel gingen keine ein, ungültige 8. Damit gab es 222 gültige Wahlzettel. Da es sich um den zweiten Wahlgang handelte, reichte das relative Mehr. Auf Lukas Hoffmann entfielen 105 Stimmen. Er setzte sich damit mit deutlichem Abstand vor Evelyne Eberhart, die mit 72 Stimmen auf dem zweiten Platz lag. Der dritte Kandidat, Paul Stahlberg, bekam 36 Stimmen. Auf Vereinzelte entfielen 9 Stimmen.

Vorläufig wird Lukas Hoffmann von Balterswil nach Hohentannen pendeln. Einen Wohnsitz habe er noch nicht im Auge, es sei auch schwierig, in dieser Gemeinde ein geeignetes Objekt zu finden. «Aber Balterswil ist ja nicht so weit entfernt, dass das ein Problem ist.»

Erleichtert über die Nicht-Wahl

Die Enttäuschung über das Wahlergebnis hält sich bei den beiden Unterlegenen in Grenzen. «Ich bin erleichtert, dass ich nicht gewählt worden bin», gesteht Evelyne Eberhart. Sie ist sich sicher, dass die Gemeinde noch nicht bereit ist für eine Präsidentin, wie sie es gewesen wäre. Die letzten beiden Wochen hätten ihr gezeigt, wie kleinkariert das Denken in der Gemeinde sei.

«Die Zeit des Wahlkampfes war ein Crash-Kurs für mich, was Hohentannen betrifft.» Sie habe aber auch viele gute Leute kennen gelernt. Dem neuen Gemeindepräsidenten wünsche sie alles Gute. Evelyne Eberhart bedauert, dass Hohentannen die Chance verpasst habe, auf unternehmerisches Denken zu setzen. «Nur aufgrund der Steuereinnahmen hat Hohentannen als Gemeinde keine Zukunft», sagt sie.

Ähnliche Worte gibt es von Paul Stahlberg, der sagt, er hätte die Herausforderung bei einer Wahl zwar angenommen, aber das Amt nicht um jeden Preis und zu allen Bedingungen ausgeübt. «Ich bin dankbar, dass ich durch den Wahlkampf einige gute Menschen kennen lernen konnte», sagt er. Ihm sei jedoch auch bewusst geworden, welch grosse Herausforderung in dieser Gemeinde auf das neue politische Oberhaupt tatsächlich wartet.

Paul Stahlberg hatte am Mittag bei einer internen Feier auf der Gemeindeverwaltung dem Wahlsieger offiziell gratuliert. Dass die beiden Nichtgewählten offiziell nicht eingeladen worden waren, passt für ihn zu den ganzen Ereignissen der letzten Wochen.

Einige Bürger wünschen eine Fusion

Hohentannen ist eine der kleinsten Gemeinden des Kantons Thurgau. Bisher war die Gemeinde stets stolz auf ihre Selbstständigkeit. In jüngerer Zeit mehren sich aber die Stimmen, die eine Fusion mit einer der umliegenden Gemeinden wünschen. Schon heute gehört Hohentannen zur Volksschulgemeinde Bischofszell und arbeitet bei der Feuerwehr mit Zihlschlacht-Sitterdorf zusammen. Aktuell ist eine Unterschriftensammlung für die erneute Prüfung einer Fusion im Gange. Diese sei inzwischen bereits bei der Gemeindeverwaltung eingetroffen, heisst es.

Nicht eingeladen war auch die Bevölkerung. Sie wird allerdings nach der Rechnungsversammlung am 8. Mai Gelegenheit bekommen, mit dem neuen Gemeindepräsidenten auf seine Wahl anzustossen. Mit vielen von ihnen ist der neue Gemeindepräsident bereits per Du.

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