Lockerungen in Bischofszell: Die Rosenstadt macht einen grossen Schritt in Richtung Normalität

In Bischofszell kommt es am Samstag, 6. Juni, zu weitreichenden Lockerungen. Einige der Schutzmassnahmen, die wegen der Coronapandemie verordnet worden sind, können nun dank verbindlicher Schutzkonzepte ausser Kraft gesetzt werden.

Georg Stelzner
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Die Bischofszeller Sporthalle Bruggwiesen steht wieder für Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Bischofszeller Sporthalle Bruggwiesen steht wieder für Veranstaltungen zur Verfügung.

Bild: Georg Stelzner

Der bundesrätliche Beschluss, im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie weitere Lockerungen zu erlassen, erlaubt es auch der Stadt Bischofszell, sich der seit Monaten ausser Kraft gesetzten Normalität anzunähern.

Schutzkonzept für alle Anlagen

So stehen ab Samstag, 6. Juni, die städtischen Sport- und Mehrzweckhallen sowie die Veranstaltungslokale und Aussenanlagen der Öffentlichkeit wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

Das bedeutet, dass neben den Sportvereinen auch Privatpersonen und Freizeitgruppen ihre Aktivitäten wieder wie gewohnt aufnehmen dürfen. Möglich ist das, weil es für sämtliche Anlagen verbindliche Schutzkonzepte gibt.

Schwimmbad, Bürgerhof und Jugendtreff

Die Zügel nunmehr schleifen zu lassen, kommt freilich nicht in Frage. Der Vorsicht wird weiterhin ein sehr hoher Stellenwert beigemessen, wie Stadtschreiber Michael Christen erklärt: «Pro organisierter Nutzergruppe oder Veranstaltung muss eine verantwortliche Person bestimmt werden, welche die Umsetzung im Blickfeld hat.»

Mitte Mai: Chefbadmeister Patrick Hauser reinigt mit zwei Angestellten der Stadt das Schwimmbecken.

Mitte Mai: Chefbadmeister Patrick Hauser reinigt mit zwei Angestellten der Stadt das Schwimmbecken.

Bild: Reto Martin

Mit diversen Schutzmassnahmen kann das Schwimmbad heute den Betrieb aufnehmen, der Jugendtreff am Bleicherweg folgt am Mittwoch, 10. Juni. Weitere Lockerungen in Bezug auf die Besuchsregelungen gibt es im städtischen Alters- und Pflegeheim Bürgerhof am Hirschenplatz. Die Metallgitter vor dem Gebäude werden entfernt.

Wieder mehr Händler am Wochenmarkt

Beim samstäglichen Wochenmarkt werden künftig wieder mehr Marktfahrer zugelassen. Damit die nötigen Abstände trotzdem eingehalten werden können, wird das Marktgelände in die Marktgasse ausgeweitet.

Der Wochenmarkt findet auch in der Marktgasse statt.

Der Wochenmarkt findet auch in der Marktgasse statt.

Bild: Georg Stelzner

Ab Montag, 8. Juni, sind Veranstaltungen mit maximal 300 Personen erlaubt. Zum heutigen Zeitpunkt ist deshalb davon auszugehen, dass auch die Bundesfeier am 1. August wie geplant durchgeführt werden kann.

Dickes Kompliment für Bevölkerung

«Aus meiner Optik war das Wegfallen von sozialen Kontakten während des Lockdowns für viele Leute sehr belastend», sagt Christen. Sehr schön seien die Solidarität und die Hilfsbereitschaft der Einwohner untereinander gewesen.

Im Rathaus habe man generell eine gewisse Erleichterung gespürt, dass langsam wieder Normalität einkehrt und Perspektiven gegeben sind. «Die in den letzten Wochen zwangsläufige Entschleunigung im Alltagsleben hatte durchaus auch positive Seiten», stellt Christen fest. «Abends sah ich viele Personen unterwegs, sei es bei Spaziergängen oder beim Sporttreiben - eine Folge der wegfallenden Abendtermine.» Er hoffe, dass diese Tendenz zumindest etwas erhalten bleibt.

Christen rechnet damit, «dass die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in vielen Bereichen noch länger nachhallen werden». Im Gegensatz dazu werde das gesellschaftliche Leben – wenngleich mit Einschränkungen – relativ schnell wieder seinen gewohnten Gang nehmen.

Richtiger Zeitpunkt für Lockerungen

Der Stadtschreiber hat von der Art und Weise, wie die Rückkehr in die Normalität erfolgen sollte, eine genaue Vorstellung: «Es gibt einen gewissen Nachholbedarf, dieser darf jedoch nicht mit der Brechstange erfolgen.»

Christen hält denn auch nichts davon, alle verpassten Termine in den Herbst zu «packen». Das würde nicht funktionieren. Die erfreuliche Entwicklung der rückläufigen Ansteckungszahlen rechtfertigt aus Christens Sicht die Lockerungen. Dass diese schrittweise erfolgen, sei sinnvoll.

Stadt vertraut Behörden und Experten

Ein noch längeres Zuwarten wäre in weiten Teilen der Bevölkerung auf wenig Akzeptanz gestossen, ist Christen überzeugt. Die Stadt Bischofszell vertraue ausserdem den Bundesbehörden und deren Expertengremien.

Dass die endgültige Rückkehr zur Normalität unmittelbar bevorsteht, glaubt der Stadtschreiber nicht. Der Zeitpunkt hänge nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung der Pandemie und dem Verhalten jedes Einzelnen ab.

Weisungen weiterhin befolgen

Michael Christen appelliert an die Einwohner, den Weg aus der Krise Schritt für Schritt zu gehen und nicht zu spekulieren, sondern die Weisungen und Empfehlungen der Behörden weiterhin eigenverantwortlich wahrzunehmen. «Dann bin ich überzeugt, dass irgendwann wieder Normalität einkehrt», erklärt der Bischofszeller Stadtschreiber.