Literaturtage Arbon: Max und die Blütendecke

Die literarischen Tage stehen im Zeichen von Corona und dem Motto «Unter den Flügeln des Nomadenzeltes». In diesem Sinne fand der Auftakt zu den Literaturtagen statt.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Unter Zeltflügeln genoss das Publikum die Lesung.

Unter Zeltflügeln genoss das Publikum die Lesung.

Bild: Christof Lampart

Auch die Literatur kann in Zeiten von Corona das Virus, trotz aller Fantasie, nicht negieren. Und so hiess es auch für jeden, der am Donnerstagabend zur Vernissage das Areal an der Rebenstrasse 33 betreten wollte: Kontakt-Daten angeben und Maske entgegennehmen – erst dann gings rein.

Umrahmt von den musetteartigen Melodien, welche Ernst Waespe gekonnt seinem Akkordeon entlockte, eröffneten die beiden Literarturtage-Macherinnen Ruth Erat und Andrea Gerster die Literaturtage, indem sie die Gekommenen einluden, den Garten, das Haus und die darin enthaltenen, literarischen Schätze in den nächsten Stunden und Tagen zu (be-)suchen und zu heben.

Weitere Veranstaltungen

(art) Heute Samstag, 17 Uhr, wird zum «shared reading», also dem «geteilten Vorlesen» eingeladen. «Ein gemeinsames kreatives Lesen in einer kleinen Gruppe, unangestrengt, offen, lustvoll. Wer zuhört, gehört bereits dazu» – heisst es auf dem Literaturtage-Flyer. Ab 20 Uhr geht’s dann «bodenständig» weiter, heisst es dann doch «Zeit für Lektüre und Bilder» – und im Untertitel setzt es auch ein Versprechen für jene ab, die es nicht nur nach Büchern hungert: «Es gibt Brot und Käse und mehr». Am Sonntag steht um 15 Uhr unter dem Titel «Auf den Flügeln der Wörter» Lyrik, Kurzlesungen und Gesprächen mit fünf Autorinnen auf dem Programm. Und um 17 Uhr laden Christine Fischer und Brigitte Meyer zu «Cello- und Wortflüge» ein.

Der Auftaktabend stand ganz unter dem Zeichen des Projektes «Max, hol mir die Blüten von der Decke», welches von Ruth Erat, Pablo Erat, Gabriela Falkner und Beate Rudolph interdisziplinär (Malen, Gestaltung und das geschriebene Wort) in Buchform umgesetzt hatten und im Rahmen einer Lesung, die im Garten unter «den Flügeln des Nomadenzeltes» (so auch das Motto der Literaturtage) vonstattenging, vorstellten.

Ruth Erat las und deklamierte – und inspirierte so die Zuhörerschaft mittels jenes literarischen bebilderten Buches, das in den vergangenen Monaten aus der intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit den Räumen des Max Burkhardt-Hauses resultierte. Das interessierte Publikum erfuhr während der Lesung einiges über das (vermeintliche) Leben Max Burkhardt. Oder konnte es sich zumindest vorstellen, dass es so hätte sein können.

Erzählfäden wurden an einer Stelle aufgenommen, weitergesponnen, dann auf einmal gekappt – und womöglich später wieder mit einem anderen Faden verknüpft. So ganz konnte das niemand wirklich nachvollziehen, doch was in einem während des Zuhörens ablief, war feinstes Kopfkino.

Mehr zum Thema

Lyrische Momente an den Arboner Literaturtagen

Unter dem Titel «Ich glaube, da war ein Lied» finden vom 22. bis zum 25. August im Haus Max Burkhardt Lesungen, Gespräche und Begegnungen mit Autorinnen und Autoren und ihrem Schaffen statt.