Lillys Schildkröte kann man essen: So vielseitig ist der Ferienpass in Weinfelden

Während der Herbstferien bietet die Primarschule Weinfelden den Kindern ein spannendes Ferienprogramm an. Die Schüler können Angebote verschiedener Unternehmen und Vereine besuchen.

Deborah Hugentobler
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Bäcker Martin Zergiebel formt mit den Kindern Tiere aus Zopfteig.

Bäcker Martin Zergiebel formt mit den Kindern Tiere aus Zopfteig.

Bild: Deborah Hugentobler (Weinfelden, 6. Oktober 2020)

«Seit fast zehn Jahren bin ich Geschäftsführer der Bäckerei Strassmann und mindestens so lange bieten wir auch schon Ferienpasskurse an», sagt Stefan Bachmann. Er zeigt sich genau so begeistert von dem Ferienangebot der Primarschule Weinfelden wie die zahlreich erschienenen Kinder. Gemeinsam mit den Bäckern stellen die Schülerinnen und Schüler Tiere aus Zopfteig her.

«Wir sind jedes Mal ausgebucht. Die Kinder haben grosse Freude am Backen und wir erhalten immer positives Feedback», sagt Bachmann. Die neunjährige Lilly formt gerade eine Schildkröte aus Zopfteig und erzählt: «Heute Morgen habe ich bereits im Paul-Reinhart-Schulhaus gemalt und gestern habe ich den Badminton-Kurs besucht. Nächste Woche werde ich Freundschaftsbänder knüpfen.»

Fast 170 Schülerinnen und Schüler

Die Primarschule Weinfelden bietet ihren Schülerinnen und Schülern in den Herbstferien den Ferienpass an. Während zweier Woche haben die Kinder die Möglichkeit, verschiedene Angebote entsprechend ihrem Alter zu besuchen. Adem Kujovic, Projektleiter des Ferienpass Weinfelden sagt:

«Dieses Jahr nehmen 80 Mädchen und 89 Buben teil. Insgesamt sind 585 Buchungen eingetroffen.»
Adem Kujovic Projektleiter Ferienpass

Adem Kujovic Projektleiter Ferienpass

Bild: PD

Vor einem Jahr hat er die Organisation übernommen. Seitdem habe sich einiges verändert. «Früher wurden Anmeldeformulare verteilt und alles lief über Papier. Mir war es wichtig, das Anmeldeverfahren zu digitalisieren», sagt der Technik-Interessierte. Heute erfolgen die Buchungen über die Plattform Feriennet von Pro Juventute.

Letztes Jahr haben sich weniger Kinder für den Ferienpass angemeldet. «Wir erklären uns dies, mit der damals neu eingeführten Online-Anmeldung. Für viele Eltern war wohl nicht klar, wie das funktioniert. Besonders für Migrationsfamilien hat sich die Buchung als herausfordernd erwiesen», sagt Kujovic. In Zukunft werde der Ferienpass Weinfelden auch dies angehen, damit alle Kinder die Möglichkeit haben, teilzunehmen. Immerhin seien es dieses Jahr schon einige mehr gewesen.

Die Kurse werden von Unternehmen und Vereinen in Weinfelden angeboten, 38 sind es dieses Jahr. Es gelten die Schutzmassnahmen der jeweiligen Kursleiter. «Einige haben aufgrund der aktuellen Lage auch abgesagt», sagt Kujovic.

Alexandra Koch von High-5 und die Kinder amüsieren sich beim Ballspiel.

Alexandra Koch von High-5 und die Kinder amüsieren sich beim Ballspiel.

Der Ferienpass ermöglicht den Vereinen, sich zu präsentieren und potenzielle Neumitglieder zu gewinnen. Die Kinder ihrerseits haben die Möglichkeit, neue Angebote zu entdecken und andere Kinder kennen zu lernen. «Einige Familien sind während der Schulferien zu Hause. Der Ferienpass ermöglicht den Kindern trotzdem Beschäftigung», sagt Kujovic, der früher selbst als Kind am Ferienpass Weinfelden teilnahm.

Talentshow, um seine Gaben zu erkunden

Auch in der alten Thomas-Bornhauser-Turnhalle ist trotz Ferien etwas los. Der Verein High-5 sucht dort das Supertalent. «Der Spielnachmittag gibt den Kindern die Chance, ihre Talente zu entdecken und sich auszutoben. Dabei sollen sie sich mit ihren Gaben befassen», sagt Alexandra Koch, Mitgründerin des Vereins.

High-5 verfolgt das Ziel, Kinder aus verschiedenen Kulturen ein Freizeitangebot anzubieten und zusammenzubringen. Sicher am Mittwochnachmittag ist es dem Verein gelungen. Die Kinder hatten Freude beim gemeinsamen Ballspielen und Rumtoben.