Lieferservice und Take Away sei Dank: Weinfelder Geschäfte machten auch im Lockdown Umsatz

Zwei Monate lang haben Weinfelder Geschäfte mit Lieferservices, Take Away und Gutschein-Aktionen die Krise gemeistert. Die Umsätze liegen zwar deutlich unter den üblichen Zahlen, doch den Kundenkontakt konnten sie aufrecht halten.

Mario Testa
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Katharina Alder und Lenea Magri verpacken in der geschlossenen Buchhandlung die Bestellungen ihrer Kunden.

Katharina Alder und Lenea Magri verpacken in der geschlossenen Buchhandlung die Bestellungen ihrer Kunden. 

(Bild: Mario Testa)

Am Montag macht die Schweiz einen weiteren Schritt Richtung Normalität. Läden und Restaurants dürfen wieder öffnen, wenn auch unter Einhaltung von Hygienemassnahmen. Für viele Geschäfte bedeutet es dir Rückkehr aus bald zwei Monaten Pause, für andere die Wiederaufnahme ihres eigentlichen Geschäfts, nachdem sie sich mit Lieferservices und Take-away über Wasser gehalten haben.

Lukas Madörin, Inhaber Madörin Früchte und Gemüse, Weinfelden.

Lukas Madörin, Inhaber Madörin Früchte und Gemüse, Weinfelden.

(Bild: Mario Testa)

Sofort nach dem Lockdown hat Lukas Madörin einen Lieferservice eingeführt – und er bereut es nicht, diesen Schritt getan zu haben. «Dank Take-away und den Lieferungen konnte ich etwa eine Viertel des sonstigen Umsatzes erwirtschaften», sagt der Inhaber des Früchte- und Gemüseladens. Das schöne Wetter habe auch für Laufkundschaft gesorgt.

«Dank der Lieferungen hatte ich immer noch Kontakt mit meinen Kunden, ihnen damit auch eine Freude gemacht – und ganz nebenbei Weinfelden noch besser kennen gelernt.»

Den Kontakt zu den Kunden aufrechtzuhalten, sei sicher wertvoll für die kommende Zeit, wenn er seinen Laden und das Restaurant am Montag wieder ganz öffnet. «Und ich habe sehr viel Unterstützung gespürt und viel Schönes erlebt.»

Immenser Aufwand hat sich gelohnt

Katharina Alder und ihr Team in der Buchhandlung Klappentext setzten auch sofort auf Lieferservices, als sie den Laden schliessen mussten. «Das Angebot kam sehr gut an. Bis Ostern lief sehr viel, dann flachte es ab. Jetzt zieht es wieder an», sagt Alder. Trinkgelder und E-Mails zeugten von der Dankbarkeit der Kunden für den Service.

«Der Aufwand war schon immens mit den vielen Rechnungen, dem Abfotografieren der Produkte und dem Verpacken und Ausliefern.»

Alder rechnet damit, in den vergangenen zwei Monaten etwa die Hälfte des üblichen Umsatzes gemacht zu haben. «Nun freuen wir uns darauf, dass wieder mehr Leben in die Stadt kommt», sagt sie. Ihren Buchladen wird sie mit Maskenpflicht für Kunden und Angestellte am Dienstag wieder öffnen und den Lieferservice in Weinfelden beibehalten.

Halbierung der Arbeitszeit

Miriam Egger, Wirtin Restaurant und Bar Arthur, Weinfelden.

Miriam Egger, Wirtin Restaurant und Bar Arthur, Weinfelden.

Miriam Egger hat für ihr «Arthur, Restaurant und Bar» auch früh einen Lieferservice und Take-away eingeführt. «So konnte ich meine Mitarbeiter doch vier Tage pro Woche beschäftigen, wenn auch nur an den Abenden. Der Rest ging auf die Kurzarbeit», sagt die Wirtin «Der Bestellungseingang war schnell gut, wurde immer besser.»

Am Mittwoch wird sie das «Arthur» wieder öffnen, der Lieferservice und Take-away bleibt aber auch bestehen.

Gutscheine im Wert von 35000 Franken

David Keller, Mitinitiant Hilfsplattform wir-sind-weinfelden.ch

David Keller, Mitinitiant Hilfsplattform wir-sind-weinfelden.ch

(Bild: Mario Testa)

Für Geschäfte, die nicht mit Lieferservice ausweichen konnten, haben Andy Eugster, Yves Zbinden und David Keller vor knapp einem Monat die Hilfsplattform wir-sind-weinfelden.ch aufgebaut. Dort konnten Interessierte ihr Geschäft mit dem Kauf von Gutscheinen unterstützen. «Vom Erfolg sind wir überwältigt. Wir konnten seither Gutscheine im Wert von nahezu 35'000 Franken vermitteln. Mehr als 90 Geschäfte und Restaurants haben sich auf der Plattform angemeldet», sagt David Keller.

«Wir haben deshalb auch beschlossen, die Website weiter laufen zu lassen. Auch der Verkauf der Solidaritäts-T-Shirts läuft gut.»

Mit der Website Regiolieferbox.ch haben die Mooser Chäsi, Metzgerei Blatter, Bäckerei Mohn und der Gemüseproduzent Egger einen Lieferservice für ihre Produkte geschaffen. 

Die Egger Gemüsebau, Bäckerei Mohn, Metzgerei Blatter und Mooser-Chäsi haben sich für einen gemeinsamen Lieferdienst zusammengetan.

Die Egger Gemüsebau, Bäckerei Mohn, Metzgerei Blatter und Mooser-Chäsi haben sich für einen gemeinsamen Lieferdienst zusammengetan.

(Bild: Mario Testa)

«Wir sind selber überrascht, es wird sehr gut genützt», sagt Koordinator Marc Azzali von der Agentur Prioma. «Es gab sogar Unternehmer, die sich mit unseren Boxen bei ihren Mitarbeitern bedankt haben. Wir lassen das Angebot weiter laufen.»

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