«Lesen bildet»: Katharina Alder organisiert zum vierten Mal die Weinfelder Buchtage

Die Inhaberin der Buchhandlung Klappentext, Katharina Alder, veranstaltet zum vierten Mal die Weinfelder Buchtage. Dieses Mal nur mit Schweizer Autoren.

Sabrina Bächi
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Katharina Alder und ihrer Mitarbeiterin Lenea Magri im Buchladen Klappentext. Sie organisieren die Weinfelder Buchtage.

Katharina Alder und ihrer Mitarbeiterin Lenea Magri im Buchladen Klappentext. Sie organisieren die Weinfelder Buchtage.

Andrea Stalder

Eine Hand zur Faust geballt in die Hüfte gestemmt, die andere am Kinn. Denkfalten zeichnen sich auf der Stirn ab. Katharina Alder ist umgeben von Literatur, von Büchern, Worten, Gedichten. Muss sie sich jedoch entscheiden, steht sie etwas ratlos vor dem Gestell und schürzt die Lippen.

Lieblingsautor? Eine ganze Liste. Lieblingsbuch? Kein spezielles. Düster, voller menschlicher Abgründe muss es sein. Und das obwohl sie ein megafröhlicher Typ sei, wie sie erzählt. «Literatur ist wichtig für die Gesellschaft. Lesen entwickelt das Gehirn – es bildet», sagt Katharina Alder.

Die Inhaberin der Weinfelder Buchhandlung Klappentext führt kommendes Wochenende zum vierten Mal die Weinfelder Buchtage durch. «Dieses Mal ist es ein reines Schweizer Programm geworden», sagt sie. Das heisst: Nur Schweizer Autoren stellen ihre Werke und Bühnenprogramme vor. «Das scheint beliebt zu sein. Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Schweizer lieben Schweizer Autoren.»

In Zusammenarbeit mit der Regionalbibliothek Weinfelden und der Volkshochschule Mittelthurgau hat Alder das Programm zusammengestellt (siehe Kasten).

Berührend, persönlich, intim

Der Anlass erfreut sich grosser Beliebtheit. Bis zu 150 Personen waren an den vergangenen Lesungen zugegen. «Der Bezug zum Autor ist sehr wichtig», sagt Alder. Es könne einem einen ganz anderen Eindruck vom Buch vermitteln. «Es ist ein spezielles Erlebnis, wenn man auch hört, wie der Erschaffer des Werks sein Stück liest.» Das sei sehr berührend, persönlich, fast schon intim, sagt Alder, und biete einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt des Autors.

Eine Gedankenwelt, die sich zwischen zwei Buchdeckeln auftut. Dabei sei die Sprache des Autors entscheidend, ob man ein Buch gut findet, oder nicht. Wenn dies mit dem Klang der Autorenstimme ergänzt wird, könne sich das noch verstärken.

Lesenacht im Mondschein

Doch nicht nur Autoren-Lesungen gibt es an den Buchtagen. Am Freitag etwa veranstaltet Alder in ihrem Buchladen eine Literaturparty. An der Nacht-Lesung gibt es selbstgemachte Minestrone, Wein und Texte rund um die Themen Nacht, Mond, Dunkelheit. «Die Texte werde ich vorlesen. Im Moment suche ich sie grad noch zusammen.» Begleitet wird die 35-Jährige vom Pianisten André Desponds. «Er kann sehr gut improvisieren und umrahmt die Lesung mit passenden Klängen oder Melodien», sagt sie.

Katharina Alder ist umgeben von Literatur. Sie lebt sie fast. Ist fasziniert von Dramaturgie, Sprache, und wie diese zuweilen aus dem Buch ins echte Leben springt. Genau dieses Gefühl will sie den Besuchern der Buchtage weitergeben. Die Grenzenlosigkeit der Literatur zu spüren, die Sprache der Bücher zu hören. Denn: «Das Schöne am Lesen ist ja, dass es die ganze Welt in die eigenen vier Wände holt.»

Weinfelder Buchtage

Programm:

Die Weinfelder Buchtage finden vom Freitag, 6. März, bis Sonntag, 8. März, statt. Der Anfang macht Simone Lappert um 18 Uhr im Rathaussaal aus ihrem Buch «Der Sprung». Ab 20.30 Uhr geht es bei Peter Schneider und Barbara Lukesch um die Ehe. Zum Abschluss organisiert Katharina Alder in ihrer Buchhandlung eine Nacht-Lesung ab 23 Uhr. Am Samstag beginnt der Anlass um 14 Uhr im Rathaus mit Poetry Slammerin Lara Stoll. Ab 17 Uhr liest Thomas Meyer aus seinem zweiten Wolkenbruch-Roman. Arno Camenisch liest ab 20 Uhr aus seiner Neuerscheinung Herr Anselm. Mit Charles Lewinsky und Markus Schönholzer und ihrem Bühnenprogramm «Moesie und Pusik» finden die Buchtage ihren literarischen Abschluss. Der Einzeleintritt kostet 25 Franken, ein Tagespass 40 und der Goldpass für alle Veranstaltungen 70 Franken. (sba)

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