Lengwiler Stimmbürger kritisieren das hohe Eigenkapital

An der Gemeindeversammlung gab die Gewinnverwendung Anlass zu Diskussionen. Einige Votanten forderten eine Senkung des Steuerfusses.

Hana Mauder Wick
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Claudia Ilg, Ciril Schmidiger und Ueli Schild posieren ein letztes Mal zusammen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Claudia Ilg, Ciril Schmidiger und Ueli Schild posieren ein letztes Mal zusammen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Das erste Traktandum der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend erwies sich als anspruchsvoller Zahlen-Exkurs: Die Jahresrechnung nach HRM2. Durch die Kolonnen von Bilanz und Erfolgsrechnung navigierte Ueli Schild, Gemeinderat Ressort Finanzen. Die Gemeinde kann erfreuliche Zahlen verbuchen: Mit einem Gewinn von 508396 Franken steht sie auf soliden finanziellen Füssen.

Die Versammlung winkte die einzelnen Posten durch. Einzig der Punkt «Gewinnverwendungen» sorgte für Voten im Saal. Der Gemeinderat hatte vorgeschlagen, den Gewinn ins Eigenkapital zu übertragen. Votanten bemängelten: Das Eigenkapital von rund 2,5 Millionen Franken sei zu hoch. «Eigenkapital kann man nur über Verlust abbauen», hiess es. Sie forderten eine neue Strategie, beispielsweise Steuersenkungen. Schild entgegnete:

«Zu schlank dürfen wir nicht fahren. Wir waren in den letzten Jahren nicht auf dem falschen Dampfer.»

Vor allem im Sozialbereich gebe es grosse Verschiebungen. Der Steuerfuss sei über die Jahre auf 57 Prozentpunkte gesenkt worden. Mit 60 Ja- zu 10 Nein-Stimmen stimmte die Versammlung dem Gemeinderats-Antrag zu.

Claudia Ilg und Ueli Schild verabschiedet

Einen Wermutstropfen hielt der Abend dann doch bereit: Den Abschied von Claudia Ilg nach zwölf Jahren und Ueli Schild nach fünf Jahren. Gemeindepräsident Ciril Schmidiger bedankte sich für deren grossen Einsatz. Dazu hatte er nachgerechnet: «Du hast 300 Gemeinderatssitzungen absolviert, Claudia. Hinzu kommen jene für die Ortsplanrevision und für die Einbürgerungsgesuche.» In zwölf Jahren hat Claudia Ilg einiges mitgetragen, mitgedacht und umgesetzt: «Ob Spitex-Fusion oder Mahlzeitendienst. Du hast mit einem Lächeln immer Vollgas gegeben.» Auch für Schild fand Schmidiger berührende Worte. Vor allem die Umstellung auf HRM2 habe viel Kraft eingefordert. «Wir haben den Begriff Bilanzanpassungsbericht zum Unwort auserkoren.»

Gemeinderat Matthias Rutishauser stellte das Projekt Bushaltestelle am Bahnhof vor. «Wir wollen den Bus möglichst nahe zum Bahnhof bringen», erklärte er. Geplant ist eine Haltestelle mit Wartehäuschen und Wendehammer beim alten Bahnhofsgebäude. Gespräche werden geführt, Probefahrten mit dem Postauto unternommen und ein möglichst landsparender Strassenverlauf geplant. «Unser Fahrplan ist klar», so der Verkehrsverantwortliche. «Ein bewilligungsfähiges Projekt mit Kreditbegehren soll im Dezember vorliegen.»

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