Lengwiler sagen Ja zum Kinderbetreuungs-Projekt

Die Gemeindeversammlung genehmigt den Kredit für den Beitrag an eine Kita mit Hort in der ehemaligen Bank. 

Martina Eggenberger Lenz
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Das ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Lengwil wird zum Schülerhort mit Kita.

Das ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Lengwil wird zum Schülerhort mit Kita. 

(Bild: Andrea Stalder/20.4.2017)

Am Ende war es eine klare Sache. Die ausserfamiliäre Kinderbetreuung in der ehemaligen Raiffeisenbank in Lengwil kann am 1. August 2020 starten. Die Stimmbürger haben an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend mit der Zustimmung zum Kredit für die dreijährige Pilotphase den Weg dafür frei gemacht. Mit 69 Ja- zu 14 Nein-Stimmen wurden die insgesamt 165'000 Franken durchgewunken.

Gemeindepräsident Ciril Schmidiger hatte einleitend noch einmal erwähnt, wie es zum Projekt gekommen war. Der Anstoss sei vom Investor und von der Kita Calimero gekommen, nicht von der Gemeinde. Auf diesen Zug nicht aufzuspringen wäre aus Sicht des Gemeinderates jedoch eine verpasste Chance.

Gemeindepräsident Ciril Schmidiger

Gemeindepräsident Ciril Schmidiger

(Bild: PD)
«Die jungen Familien sind unsere Zukunft»,

betonte Schmidiger. Einige Anwesende wollten wissen, was denn nach der Pilotphase passiere. Wie viel die Kita und der Hort die öffentliche Hand dann kosten werden, sei sehr schwierig vorauszusagen, meinte der Gemeindepräsident. Er stellte aber in Aussicht, dass erneute Kredite definitiv wieder vors Volk kämen.

Ein Kritiker forderte, dass die gleiche Summe, wie für die ausserfamiliäre Betreuung aufgeworfen wird, auch an jene Familien verteilt wird, die das Angebot nicht in Anspruch nehmen. Dieser Antrag wurde jedoch deutlich abgelehnt. Schmidiger informierte noch, dass sich die Schulgemeinde auch am Projekt beteiligen wolle und voraussichtlich rund die Hälfte der Defizitgarantie übernehme.

Bedenken wegen der Sicherheit der Fussgänger

Dass der Mehrzwecksaal in Illighausen so gut gefüllt war, lag wohl auch an einem weiteren Kreditantrag: jenem zum Bau einer Bushaltestelle beim Bahnhof. Das Projekt mit einem so genannten Wendehammer ist von langer Hand geplant und gemäss dem zuständigen Gemeinderat Matthias Rutishauser eine «gute Lösung, um den ÖV zum ÖV zu bringen.» Der Kredit über 370'000 Franken beinhaltet auch den Landerwerb, der für den Bau notwendig ist.

Bei einigen Stimmbürgern kam das Projekt allerdings gar nicht gut an. Als «katastrophal» bezeichnet einer der Anwesenden die vorgeschlagene Lösung. Man könne nur auf einen Unfall warten. Zudem werde die Anlage schwierig zu pfaden sein und sie biete nur Platz für einen Bus. Auch andere fragten sich, wieso die Buskante nicht an den sicheren nördlichen Rand gelegt werde, wo ein durchgängiges Trottoir möglich wäre.

Rutishauser gab das Wort einem anwesenden Planer. «Wenn wir die Buskante dort machen, kommt es 100'000 Franken teurer. Die Bushaltestelle soll ausserdem den Busnutzern dienen, nicht dem Pfader», gab dieser zu bedenken. Nach längerer Diskussion um die Sicherheit der Fussgänger kam die Bushaltestelle schliesslich mit 68 Ja zu 15 Nein klar durch.

Teure Sanierung der Häglerstrasse

Keine Widerstände gab es zu weiteren Kreditbegehren: 120'000 Franken kostet die Sanierung des Zubringers zum Ekkharthof, 150'000 Franken die Sanierung des Reservoirs Hohenegg, 935'000 Franken die neuen Leitungen und die Sanierung der Häglerstrasse in Oberhofen und 308'000 Franken die Sanierung der Trafostation Emmerzen.

Zum Schluss wurden noch zwei spannende Themen angeschnitten. An der Illighauserstrasse in Oberhofen entstehen 14 neue Wohneinheiten, die Visiere stehen, die Auflage des Baugesuchs folgt gemäss Gemeindepräsident demnächst. Und in Illighausen wird einmal mehr der schlechte Handyempfang kritisiert.

Steuerfuss sinkt um 3 Prozentpunkte

Keine Diskussionen gab es zur neuen Strategie des Gemeinderates, in Zukunft mit weniger Reserven zu budgetieren und dafür einen Abbau des Eigenkapitals in Kauf zu nehmen. Der Voranschlag 2020 rechnet mit einem Defizit von knapp 15'000 Franken. Die Investitionen belaufen sich auf total 2,461 Millionen Franken. Der Steuerfuss wird von heute 57 auf 54 Prozentpunkte gesenkt und soll gemäss Finanzplan auch dort bleiben. Sehr klar genehmigt wurden auch die Einbürgerungsgesuche von zwei Deutschen und einer Kosovarin. Die Stimmbeteiligung lag bei überdurchschnittlich hohen 10,4 Prozent. (meg)

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