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Serie

Legehennen sollen weiterleben, statt in die Biogasanlage: 2000 Hühner können in Märstetten abgeholt werden

Daniela Gerber sucht bereits zum zehnten Mal ein neues Zuhause für 2000 Legehennen des Zwickyhofs. Statt in der Biogasanlage oder im Suppentopf zu landen, sollen sie bis Dienstag von Hühnerfreunden abgeholt und gerettet werden.
Janine Bollhalder
Daniela Gerber mit einer Legehenne vom Zwickyhof, die man retten kann. (Bild: Janine Bollhalder)

Daniela Gerber mit einer Legehenne vom Zwickyhof, die man retten kann. (Bild: Janine Bollhalder)

Keines der Hühner soll übrig bleiben. Das ist das Ziel von Daniela Gerber. Die 45-Jährige setzt sich nun schon zum zehnten Mal dafür ein, dass den Legehennen des Zwickyhofs ein anderes Schicksal als der Suppentopf oder die Biogasanlage begegnet.

2000 Hennen und acht Güggel warten auf ein neues Zuhause. Zurzeit leben sie noch auf dem Zwickyhof zwischen Märstetten und Engwilen. Die Tiere sind 16 Monate alt. «Ein Huhn kann aber bis zu fünf Jahre alt werden», sagt Gerber. «Nach einer gewissen Zeit lässt die Eierqualität nach und dann ist die Haltung der Hennen nicht mehr wirtschaftlich für die Bauern», sagt sie.

Berufliche und private Hühnerfreundin

Gerber klopft an die Tür des Hühnerstalls, bevor sie hineingeht und ein braunes Huhn auf den Arm nimmt. «Dass die Tiere nicht erschrecken», sagt sie. «Die braunen nennen wir Berta, die weissen Frieda.» Die Leute wollen oftmals braune. «Diese sind nämlich zutraulicher.» Gerbers Ziel ist es aber, für alle Tiere ein neues Zuhause zu finden. Ein realistisches Ziel, sagt sie und begründet:

«Wir haben schon drei bis viermal alle 2000 Hühner weggeben können.»

Die meisten werden von Familien abgeholt. Einige wenige auch von Bauern, welche dann noch bis zu einem Jahr von den Eiern profitieren können und die Hennen erst danach schlachten. «So wird aus dem Huhn noch Fleisch», sagt Gerber.

Sie hält auch privat Hühner, rund 40 Stück, und kann viele lustige Geschichten erzählen. «Ein Huhn zu halten bedarf keines grossen Zeitaufwands. Besonders nicht, wenn man nur zwei oder drei Hühner hat.» Sie vergleicht den Charakter eines Huhns mit dem einer Katze. «Es ist ein tolles Haustier und ausgesprochen spannend.»

Hühner in einer Katzenkiste abholen

Auf die Idee, Legehennen zu retten, ist Daniela Gerber vor zehn Jahren gekommen, als sie begonnen hat, auf dem Zwickyhof zu arbeiten. Nach fünf Jahren der Hühnerrettung habe sich auch Beatrice Baumann, Präsidentin der Tierhilfe Schweiz, der Legehennenrettung angenommen.

Der Besitzer des Zwickyhofs, Andreas Zollikofer, ist froh, dass die beiden Frauen sich darum kümmern, ein neues Zuhause für die Hühner zu finden. Auch wenn es für ihn natürlich einen wirtschaftlichen Verlust bedeutet, wenn alle Hühner bereits am Freitagabend ein Zuhause gefunden hätten, da der Ertrag der Eierverkäufe wegfalle. Von Freitag, dem 12. Juli, bis zum Dienstag nächster Woche, können Hühner auf dem Zwickyhof abgeholt werden.

«Man sollte mindestens zwei Hühner halten», sagt Gerber. Sie rät, die Hühner mit einer Katzenkiste oder Hühnerbox abzuholen. «Eine Kartonkiste mit Löchern tut es aber auch.» Die 45-Jährige hat Angst, dass es doch Hühner geben wird, die kein Zuhause finden.

«Aber ich versuche fest daran zu glauben, dass alle ein neues Plätzchen finden.»

Und einen Bonus haben die künftigen Hühnerhalter: keine Küchenabfälle mehr. «Meine Hühner lieben Spaghetti», sagt Daniela Gerber lachend.

Abholung Freitag ab 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag ab 21 Uhr. Information und Reservation: info@tierhilfe-schweiz.ch

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