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Langrickenbacher stehen dem möglichen Bau einer Mobilfunkantenne kritisch gegenüber

Swisscom informierte über die geplante 5G-Mobilfunkantenne in Schönenbaumgarten.
Marion Theler
Die Bewohner der Gemeinde Langrickenbach sehen Mobilfunkantennen kritisch oder lehnen diese sogar ganz ab. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die Bewohner der Gemeinde Langrickenbach sehen Mobilfunkantennen kritisch oder lehnen diese sogar ganz ab. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

«Es gibt praktisch keine Handhabe gegen dieses Projekt; man kann es nur verzögern.» So fasste ein Anstösser der geplanten Swisscom-Antenne seine Frustration zusammen. Die Gemeindebehörde Langrickenbach lud am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung über die Mobilfunkanlage ein.

Der für den Thurgau zuständige Swisscom-Projektleiter und zwei Fachleute vom Amt für Umwelt informierten über Details. «Der Abend soll eine Übersicht über die rechtlichen Grundlagen vermitteln und eine Diskussion ermöglichen», sagte Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler. Gemeinderat Martin Stadler hielt fest, dass die Swisscom Anspruch auf eine Baubewilligung habe, wenn geltendes Recht eingehalten werde.

Datenverkehr explodiert

Flavio Soldati von Swisscom erklärte, wieso das Netz der Zukunft mehr Kapazität und mehr Tempo braucht: «Jedes Jahr werden doppelt so viele Daten heruntergeladen.» Markante Unterschiede bestehen zwischen den Altersgruppen: Die 15- bis 25-Jährigen konsumierten acht Mal mehr Daten als die über 25-Jährigen. Die Wirtschaft wolle 5G ebenso wie die Medizin für robotergestützte Produktion und Chirurgie mittels Joystick. Ob es aber tatsächlich wichtig sei, dass man künftig einen Film innert 18 Sekunden herunterladen könne, stellte aber auch Soldati in Frage.

Das Baugesuch für einen 25 Meter hohen freistehenden Mast an der Hauptstrasse in Schönenbaumgarten mit je einer Antenne für 5G beziehungsweise die heute üblichen 3G/4G-Frequenzen liegt vor; ebenso die Prüfung der Einhaltung der Grenzwerte von der kantonalen Fachstelle. Die Antenne sei ein Ersatz für eine Anlage im Nachbardorf Zuben und müsse in deren unmittelbarer Nähe gebaut werden, erklärte Flavio Soldati von Swisscom. Jene muss demontiert werden, weil der Landbesitzer den Vertrag nicht mehr erneuerte; eine Überbauung sei dort geplant.

Ohne diesen Ersatz wäre die Versorgung im Gebiet «sehr, sehr schlecht», man müsste auf das deutsche Netz ausweichen. Soldati sagte, die grösste Belastung mit elektromagnetischen Wellen komme vom eigenen Handy, die Strahlung einer Mobilfunkantenne sei im Vergleich unbedeutend. Er betonte, dass die Grenzwerte der Schweiz zehn Mal strenger seien als die in Europa; nämlich fünf Volt statt 50 Volt pro Meter.

Eine Abnahmemessung nach Inbetriebnahme ist Pflicht

Später präzisiert Armin Gresch vom Amt für Umwelt, dass der Messwert von fünf Volt nur für Standorte gelte, an denen sich Personen längerfristig aufhalten. Gresch und sein Kollege Andreas Hafner führten aus, dass die geplante Anlage diese Grenzwerte einhalte. Allerdings gehen ihre Berechnungen von vier Volt pro Meter aus. Swisscom ist verpflichtet, nach Inbetriebnahme eine sogenannte Abnahmemessung durchführen zu lassen. Falls die Grenzwerte dann überschritten wären, müsste die Leistung reduziert werden.

Die anschliessende Diskussion und Fragerunde kam um 22 Uhr auf Wunsch der Gemeindepräsidentin zum Schluss. Viele Votanten wollten technische Details besser verstehen, aber alle waren kritisch bis ablehnend eingestellt. Ein Anstösser der Antenne in Herrenhof betonte, dass gemäss professionellen Messungen bei ihm im Haus die fünf Volt pro Meter überschritten wurden.

«Die Gemeinde wird ihren Entscheid erst nach der öffentlichen Auflage, sprich nach dem 11. September, fällen.»

Denise Neuweiler Gemeindepräsidentin (Bild: PD)

Denise Neuweiler Gemeindepräsidentin (Bild: PD)

Einige Anstösser bemängelten auch die Hässlichkeit der Antenne und deren Schattenwurf. Votanten machten der Behörde Vorwürfe, sie hätte zu wenig gegen die Mobilfunkantenne unternommen. Neuweiler erklärte, die Gemeinde fälle ihren Entscheid erst nach der öffentlichen Auflage bis zum 11. September.

Soldati nahm die Gemeindebehörde in Schutz: Wenn das Baurecht und die Grenzwerte eingehalten wären, würden sie die Bewilligung erhalten; wenn nicht von der Gemeindebehörde, dann spätestens vor Bundesgericht.

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