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Langrickenbacher Gemeindepräsidentin ist auf der Zielgeraden

Fabienne Schnyder vergleicht die letzten Tage als Gemeindepräsidentin mit dem Schlussspurt an einem Marathon. Die passionierte Läuferin freut sich auf eine bessere Work-Life-Balance.
Martina Eggenberger Lenz
Fabienne Schnyder, die Gemeindepräsidentin von Langrickenbach, hält sich gerne im Grünen auf. (Bild: Reto Martin)

Fabienne Schnyder, die Gemeindepräsidentin von Langrickenbach, hält sich gerne im Grünen auf. (Bild: Reto Martin)

Vor acht Jahren hat sie das Büro des Gemeindepräsidenten bezogen. Kurz danach kam ihre zweite Tochter zur Welt. Fabienne Schnyder hat vorgemacht, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Und das ausgerechnet in einer konservativ geprägten Landgemeinde wie Langrickenbach.

«Ohne die Kita, die Unterstützung von Partner und Familie, hätte ich es nicht geschafft. Man muss sehr gut organisiert sein», sagt die ehemalige Sekundarlehrerin. Darum hätten ihr «erzkonservative Voten» einzelner Fraktionskollegen im Grossen Rat zum Thema ausserfamiliäre Kinderbetreuung schon wehgetan.

Im Januar 2011 gibt Fabienne Schnyder ihre Kandidatur bekannt. (Bild: Nana do Carmo)

Im Januar 2011 gibt Fabienne Schnyder ihre Kandidatur bekannt. (Bild: Nana do Carmo)

33 Jahre jung war die SVP-Politikerin bei ihrem Amtsantritt. Vier Jahre zuvor aus Kreuzlingen zugezogen. Sie blickt auf grundsätzlich ruhige Jahre an der Spitze der Exekutive zurück. «Ich habe keinen Leuchtturm geschaffen. Ich habe im Hintergrund gewirkt.» Zum Beispiel habe sie die Verwaltung modernisiert, bis hin zum fast papierlosen Büro. Die Hausaufgaben seien gemacht, die Infrastruktur erneuert. Das Jahrhundertprojekt des Anschlusses an die Wasserversorgung Thurtal-Bodensee abgeschlossen.

«Die unsichtbare Arbeit entspricht meinem Naturell. Ich bin zwar die, die an der Gemeindeversammlung am Rednerpult steht. Aber schliesslich ist alles das Resultat der Arbeit des Gesamtgemeinderates»

betont Schnyder bescheiden. Gerne zurückerinnern werde sie sich an das Projekt der Bachöffnung, das anfangs sehr auf Widerstand stiess. Durch eine sorgfältige Aufklärung habe man die Kritiker ins Boot holen und das Projekt umsetzen können. Lange in Erinnerung bleiben werde ihr natürlich auch der Bundesratsbesuch bei der letzten Bundesfeier. «Und es sind auch Einzelbegegnungen, an die ich gerne zurückdenken werde.»

Joggen durch die Nachbargemeinden

Für sie persönlich sei die Work-Life-Balance während der letzten acht Jahre ein Dauerthema gewesen. «Ich habe oft Sorgen und Probleme aus dem Amt mit nach Hause genommen», gesteht sie. Die Langstreckenläuferin hat deshalb ihr Training oft in den Nachbargemeinden durchgeführt. «Ganz bewusst. Damit ich nicht überall Pendenzen erkennen musste», erzählt sie schmunzelnd.

Fabienne Schnyder im Grossen Rat im Oktober 2012. (Bild: Donato Caspari)

Fabienne Schnyder im Grossen Rat im Oktober 2012. (Bild: Donato Caspari)

Jetzt fühle sie sich ein bisschen wie auf der Zielgerade bei einem Marathon. «Die letzten Meter noch. Dann ist aber auch genug.» Besonders schwierig sei für sie rückblickend die Zeit um 2014/2015 gewesen, als es auf der Verwaltung personelle Wechsel und Krankheitsfälle gab. «Zum Glück läuft es jetzt wieder gut.»

Die Verwaltung bleibt ihr Arbeitsplatz

Fabienne Schnyder hat sich gut auf ihre Zeit nach der Politik vorbereitet. Sie hat die Ausbildung zur Eidgenössischen Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen absolviert. Ab August wird sie nach einer zweimonatigen Auszeit als Finanzverwalterin in einer anderen Thurgauer Gemeinde tätig sein.

«Ich war schon immer ein Zahlenmensch»

begründet sie. Im Amt habe sie das ebenfalls stark gespürt, zum Beispiel bei der Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2, wo sie sich stark eingebracht hatte. Auch wenn vorerst Schluss mit der Politik ist: Die 41-Jährige will nichts ausschliessen und nichts versprechen. «Ich sage sicher niemals nie», meint die scheidende Gemeindepräsidentin.

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