Langrickenbach geht über die Bücher: Trotz wenig Bauland bleiben viele Optionen

Die Gemeinde Langrickenbach kann noch wachsen, auch wenn es keine Einzonungen mehr gibt. Auch für den Werkhof und die Feuerwehr gibt es genug Platz.

Kurt Peter
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Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler und Gemeinderat Martin Stadler präsentieren die Revision der Ortsplanung.

Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler und Gemeinderat Martin Stadler präsentieren die Revision der Ortsplanung.

Bild: Kurt Peter

«Aufgrund der geänderten gesetzlichen Grundlagen von Bund und Kanton mussten wir unsere Planungen revidieren», sagt Langrickenbachs Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler. Am Montagabend hatte der Gemeinderat in der Mehrzweckhalle Loowiese über die Revision der Ortsplanung informiert. Im August 2018 hatte die Bevölkerung die Gelegenheit, Ideen und Anregungen zu formulieren. «Mit dem neuen Gemeinderat haben wir die Aufgabe im September 2019 wieder an die Hand genommen und im November die Strategie- sowie Legislaturplanung erarbeitet.»

Während 15 bis 20 Jahre keine Einzonungen mehr

Langrickenbach befinde sich laut Definition des Kantonalen Richtplanes im Raumtyp «Kulturlandschaft», erklärt Neuweiler weiter. Die Gemeinde verfüge über wertvolle Ortsbilder und sei an Zentren angebunden.

«Das lokale Gewerbe soll sich weiterentwickeln können.»

Auch wenn die Gemeinde während der nächsten 15 bis 20 Jahre keine Einzonungen vornehmen könne und die Richtplangebiete vollständig gestrichen sind.

Gemeinderat Martin Stadler erläutert anschliessend das revidierte Baureglement. Die Wohnzonen seien neu benannt worden, es dürfe – wegen des haushälterischen Umgangs mit dem Boden – nur noch zweigeschossig gebaut werden. Neu seien auch die Wohn- und Arbeitszone sowie die Arbeitszone Gewerbe.

Strenge Regeln für den Ortskern

Gestaltungsplanpflicht sei über einige Zonen erlassen worden und neu gebe es die Gefahrenzone. Boris Binzegger von der NRP Ingenieure AG aus Amriswil führt weiter aus:

«Der Zonenplan sieht strenge Gestaltungsvorschriften nur noch für die historischen Ortskerne vor.»

Die Gefahrenzone sehe vor, dass in einem Baugesuch Massnahmen getroffen werden müssten, vor allem bei Überschwemmungen.

Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen werde zwischen Schützenhaus und Schulhaus erweitert, um die beiden Anlagen zu verbinden und Platz für Parkplätze zu schaffen. Ebenfalls in eine öffentliche Zone komme das Gemeindehaus mit 2000 Quadratmeter Land. «Hier können Werkhof und Feuerwehrdepot realisiert werden.» Bauzonen im Gemeindegebiet seien nur noch vereinzelt möglich.

Bei der Kirche könnte es einen Dorfplatz geben

Pascal Meile von der NRP Ingenieure AG stellt den behördenverbindlichen Richtplan vor. Er sei eine Vorschau auf die nächsten 25 Jahre. «Die Gemeinde formuliert die Ziele in vielen Bereichen und befasst sich mit der Entwicklung in Natur und Landschaft, Verkehr, vor allem in Bezug auf die mögliche Realisierung der Oberlandstrasse.» So werde im Richtplan auch ein Dorfplatz bei der Kirche Langrickenbach geprüft.

Langrickenbach - im Vordergrund mit dem Maislabyrinth - gehört zum Raumtyp «Kulturlandschaft».

Langrickenbach - im Vordergrund mit dem Maislabyrinth - gehört zum Raumtyp «Kulturlandschaft».

Reto Martin

Die Revision der Ortsplanung ging am 1. September in die Vernehmlassung. Diese dauere bis 16. Oktober und biete die Gelegenheit, Eingaben zu machen, sagt Neuweiler. Parallel laufe die Vorprüfung durch den Kanton. «Die öffentliche Auflage ist ab Mitte 2021 geplant, dann mit Einsprachemöglichkeit. Wir hoffen, das Geschäft Ende 2021 den Stimmbürgern vorlegen zu können».