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Für Othmar Schmid in Amlikon gilt: «Landleben bietet Lebensqualität»

Im Rahmen der Sommerserie plaudert der Gemeindepräsident von Amlikon-Bissegg an der Grillstelle im Buech in Strohwilen aus dem Nähkästchen. «Ich habe fürs Leben gern Serwila», sagt der angehende Pensionär und Hobby-Winzer.
Mario Testa
Othmar Schmid grilliert gerne an der Feuerstelle Strohwilen. Auch eine schwarz-weisse Katze lässt sich dort häufig blicken. (Bild: Mario Testa)

Othmar Schmid grilliert gerne an der Feuerstelle Strohwilen. Auch eine schwarz-weisse Katze lässt sich dort häufig blicken. (Bild: Mario Testa)

Angestossen wird mit Müller-Thurgau aus Amlikon. Auf dem Grill landen Bratwürste und für den Gemeindepräsidenten selber eine «Serwila» – alles aus dem Dorfladen von Amlikon. (Das Treffen der TZ-Redaktion mit Othmar Schmid fand Ende Juli, noch vor dem kantonalen Feuerverbot statt.) Othmar Schmid hat die Grillstelle im Buech beim alten Reservoir von Strohwilen ausgesucht. «Im Jahr 2003 zum 200-Jahr-Jubiläum des Kantons Thurgau hat die Gemeinde diesen Grillplatz errichten lassen», sagt Schmid. «Vor ein paar Jahren haben wir sie dann noch dahingehend umgestaltet, dass die Gäste die Holzbänke nicht mehr ans Feuer stellen konnten.»

Der Grillplatz werde rege genützt, sagt Schmid. «Auch von Auswärtigen, weil hier viele mit dem Velo durchfahren oder durchwandern und ihnen der lauschige Fleck gefällt.» Vom Grillplatz aus, der zwischen hohen Bäumen und Büschen viel Schatten bietet, hat man einen schönen Blick in den Alpstein. «Wenns <sichtig> ist, sieht man auch den Bodensee von hier oben.» Othmar Schmid fühlt sich in Strohwilen sehr wohl, es ist sein Zuhause. Er wohnt sogar an der Gemeindeammannstrasse – benannt nach ihm. «Ich bin hier aufgewachsen und hier zur Schule, bevor ich nach Thundorf musste.»

Weinreben auf 600 Metern Höhe

Der Gemeindepräsident, der im kommenden Sommer in den Ruhestand geht, pflegt bei sich Zuhause auch einen kleinen Rebberg. «Ich habe weissen Cabernet Jura. Es muss eine Sorte sein, die ich nicht immer Spritzen muss. Sie ist solid auf dieser Höhe von 600 Metern.» Auf den vier Aaren pflegt er 200 Stöcke. «Das ist mein grosses Hobby», sagt der 66-Jährige.

Fragen an die Grilltiger

• Fleisch, Wurst oder Grillkäse?
«Habe fürs Leben gern Cervelat»
• Holz-, Brikett- oder Gasgrill?
«Holzkohle – für den Geschmack und für das Grillerlebnis»
• Sind Sie ein Grillmeister?
«Ja. Immer wenn Familienfeste oder Vereinsanlässe anstehen, darf ich. Dafür nehm ich mir Zeit.»
• Eine Lagerfeuergeschichte?
«Ich erinnere mich gerne an meine Jugendzeit zurück, als wir mit der Jugendkirche Frauenfeld in verregneten Pfingstlagern jeweils Feuer machten.»

Eine schwarz-weisse Katze streicht Othmar Schmid um die Beine, während sich Schmid – der gelernte Elektromonteur und Telematiker – um die Würste auf dem Grill kümmert und zurückdenkt an Ausbildungszeit in Zürich. «In der Stadt hab ich mich einfach nicht wohl gefühlt als Landbueb. Das war einfach keine Lebensqualität mit den langen Busfahrten.» Deshalb kam er zurück in den Thurgau und arbeitete 33 Jahre lang bei der Firma Hugentobler in Frauenfeld, bis er zum Gemeindepräsident von Amlikon-Bissegg gewählt wurde.

Von der Schul- in die Gemeindebehörde

«Ich war davor schon in der Schulbehörde tätig – wobei meine Wahl damals 1982 sehr überraschend kam», sagt Schmid. «Ich war grad nach dem Fussballtraining mit Kollegen in der Stammbeiz. Da haben sie mich dort angerufen und gefragt ob ich die Wahl annehmen würde, ich sei in Behörde gewählt worden.» Er habe zugesagt und wenig später war er auch gleich schon Buchhalter. «20 Jahre lang war ich dann Schulpfleger.» Ein Jahr später kam er auch in die Ortsgemeindebehörde, wurde wieder ein Jahr später Präsident.

«Als es 1995 zur Fusion der vier Ortsgemeinden und der Munizipalgemeinde kam, wurde ich Gemeinderat. Seit 16 Jahren bin ich nun Gemeindeammann, respektive -präsident.» Es sei einer der schönsten Jobs, die er sich vorstellen könne. «Ich kann viel bewirken, wenn ich etwas bewegen will. Man eckt auch mal an und zieht eine Arschkarte, aber der Job ist trotzdem sehr schön.» Stolz ist Schmid auf die Infrastruktur, die er in dieser Zeit aufbauen konnte in Amlikon-Bissegg. «Mehr als die Hälfte des Stroms produzieren wir auf dem Gemeindegebiet dank vielen Photovoltaikanlagen selbst, dazu haben wir ein komplett ausgebautes Glasfasernetz.»

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