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Kybun-Chef Karl Müller investiert wegen Gerüchten doch nicht in Roggwiler Gebäude

Der Schuh-Unternehmer Karl Müller will das Gasthaus Ochsen und das Farinolihaus gleich daneben jetzt doch nicht kaufen. Somit fällt das Projekt für die beiden Liegenschaften nun ins Wasser.
Jana Grütter
Das Gasthaus Ochsen bleibt eine Baustelle. (Bild: Max Eichenberger)

Das Gasthaus Ochsen bleibt eine Baustelle. (Bild: Max Eichenberger)

Zuerst wollten die Genossenschafter nicht, jetzt springt der Investor ab. Im November versammelten sich die Saalbaugenossenschafter, um über den Verkauf des Gasthauses Ochsen zu entscheiden. Da sie relativ kurzfristig über das Projekt informiert worden waren, forderten viele mehr Bedenkzeit. Man einigte sich darauf, Mitte März die Abstimmung nachzuholen.

Karl Müller möchte doch nicht einsteigen

Doch daraus wird nun nichts. Es ist niemand mehr da, der die Liegenschaft übernehmen und die Pläne der Saalbaugenossenschaft umsetzen will. Schuhunternehmer Karl Müller beziehungsweise die Josua-Stiftung wollen nun doch nicht einsteigen. Der Präsident der Saalbaugenossenschaft, Willi Bischofberger, bedauert den Entscheid Müllers. «Ich war noch immer am Verkauf interessiert.»

Es seien intern Gerüchte über das Gasthaus verbreitet worden, die den Interessenten vom Kauf abschrecken sollten. «Nicht alle unserer Genossenschafter waren mit den Plänen einverstanden.» So hätten sie alles versucht, um das Vorhaben zu verhindern. Das sei ihnen auch gelungen. «Karl Müller wollte nichts mehr mit unserem Geschäft zu tun haben.» Was für Gerüchte gestreut wurden, sagt Bischofberger nicht.

«Wer kauft schon ein Restaurant ohne Parkplätze?»

Ausserdem hätten die uneinigen Genossenschafter sogar in Betracht gezogen, die Parkplätze beim Gasthaus an die Gemeinde zu verkaufen anstatt an Müller. «Wer kauft schon ein Restaurant ohne Parkplätze?» Laut Bischofberger passiert momentan nichts mit dem Gasthaus Ochsen. «Wir müssen aber viel Geld in die Hand nehmen.» Der Sanierungsbedarf sei hoch. «Wir hätten die Renovierung herauszögern können, wenn es zum Verkauf gekommen wäre.» Ein neuer Interessent sei bisher noch nicht gefunden worden.

Kybun im Arboner Hamel

Ende Januar eröffneten die Roggwiler Schuhhersteller «Kybun» und «Joya» ein Gesundheitscenter im Arboner Hamel. Kunden können sich somit nach ärztlicher Diagnose eine Zweitmeinung einholen. Die Idee ist es, durch eine Selbsttherapie Operationen zu verhindern.

Müller war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Er ist auf Geschäftsreise in Malaysia. Die Saalbaugenossenschaft wollte das Gasthaus abreissen und wieder so aufbauen lassen, wie es vor 150 Jahren ausgesehen hat. Der Betrieb sollte weiter als Dorfbeiz geführt werden. Ein grosser Saal war nicht mehr geplant, dafür ein Sitzungszimmer für Vereine.

Ende Jahr hatte die Genossenschaft in der Josua-Stiftung einen Geldgeber gefunden. Sie ist Hauptaktionärin der Kybun AG mit Sitz in Roggwil. Die Firma ist bekannt für ihre Luftkissenschuhe, Matten und Laufbänder.

«Ochsen» und «Farinolihaus» gehören zusammen

Karl Müller (Bild: Benjamin Manser)

Karl Müller (Bild: Benjamin Manser)

Vom Absprung Müllers ist auch die Gemeinde betroffen. Sie ist das finanziell gewichtigste Mitglied der Saalbaugenossenschaft. Das der Gemeinde gehörende Farinolihaus neben dem Gasthaus Ochsen steht seit 20 Jahren leer und ist denkmalgeschützt. Die beiden Liegenschaften gehören, trotz verschiedenen Besitzern, zusammen. Und das nicht bloss, weil die Häuser nur einen halben Meter trennt. Beide Gebäude sind baufällig. Daher sollte eine Lösung gefunden werden, die beide Parzellen einbezieht.

Gemeindepräsident Gallus Hasler sagt zur neuesten Entwicklung: «Wir hätten unser Farinolihaus gerne zusammen mit dem Gasthaus Ochsen verkauft.» Ob auch die Bevölkerung mit der Veräusserung des denkmalgeschützten Gebäudes einverstanden gewesen wäre, könne man nicht sagen. «Die Gemeindeversammlung hätte bald über den Verkauf entschieden.» Hasler sagt, für das Projekt «Ochsen» wäre es ein guter Deal gewesen.

Hasler: «Wir verbleiben vorerst im Status quo»

«Die Verhandlung über das Farinolihaus haben aber erst begrenzt stattgefunden.» Was mit dem Gebäude passiert, lasse sich noch nicht sagen. «Wir verbleiben vorerst im Status quo.» Hasler hat die Nachricht vom Absprung des Käufers erst vor einer Woche erhalten. Von den Gerüchten hat Hasler nichts mitbekommen. «Es gibt immer Leute, die am Alten festhalten möchten.»

Hasler möchte sich nicht zu fest einmischen, denn die Gemeinde sei beim Verkauf nicht gross involviert. «Das Geschäft wäre zwischen der Saalgenossenschaft und dem Interessenten abgeschlossen worden.» Auf die Frage, ob die Gemeinde an den Parkplätzen vom Gasthaus interessiert ist, sagt Hasler: «Die Parkanlage liegt sehr zentral, was die Gemeinde gerne öffentlich nutzen möchte.»

«Hauptsache, wir finden für beide Gebäude eine Lösung»

Bisher wurden die Parkplätze aber nicht gekauft. Sollte sich noch ein neuer Käufer finden, könne die Gemeinde aber auf die Parkmöglichkeiten verzichten. «Hauptsache, wir finden für beide Gebäude eine Lösung.»

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