Kurztrip in Arboner Künstlervilla: Das Sonnenblumenhaus in Arbon wird zum Ferienhaus

Das über hundertjährige Sonnenblumenhaus war dem ehemaligen Stadtrat ein Klotz am Bein. Zuletzt wollte er es aus finanziellen Gründen gar verkaufen. Die neue Regierung geht andere Wege: Das Baudenkmal soll künftig Feriengäste beherbergen und der Stadt so Geld einbringen.

Annina Flaig
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Arbon 23.06.2020 TG - Die Stadt vermietet eine Wohnung im Sonnenblumenhaus als "Ferien im Baudenkmal" und informiert an einer PK darüber.

Andrea Stalder

Dominik Diezi kennt sich hier aus. Zielsicher führt der Stadtpräsident zum Balkon in der Zwei-Zimmer-Wohnung im ersten Stock. Dort angekommen ruft er: «Morgenessen mit Blick auf die Alpen. Ist das nicht toll?» Ab Samstag ist das für jeden möglich, der 1000 Franken locker macht. Zu diesem Preis will die Stadt die Wohnung in der Jugendstilvilla neuerdings über das Sommerhalbjahr wochenweise vermieten. Diezi findet:

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon.

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon.

Bild: Andrea Stalder
«Das ist ein angemessener Preis für dieses atemberaubende Ambiente.»

Ausserdem spüle es der Stadt Geld in die Kasse, sagt Alexander Stojkovic. Der stellvertretende Leiter der Abteilung Freizeit, Sport und Liegenschaften hat das neue Konzept mit Ruth Erat, Präsidentin des Vereins Haus Max Burkhardt, und Kerstin Camenisch von der Stiftung Ferien im Baudenkmal erarbeitet.

So sieht die Zwei-Zimmer-Wohnung in der Künstlervilla aus: Alexander Stojkovic von der Stadt Arbon, Kerstin Camenisch von der Stiftung Ferien im Baudenkmal, Ruth Erat vom Verein Haus Max Burkhardt und Stadtpräsident Dominik Diezi sitzen anlässlich der Medienorientierung in der künftigen Ferienwohnung.

So sieht die Zwei-Zimmer-Wohnung in der Künstlervilla aus: Alexander Stojkovic von der Stadt Arbon, Kerstin Camenisch von der Stiftung Ferien im Baudenkmal, Ruth Erat vom Verein Haus Max Burkhardt und Stadtpräsident Dominik Diezi sitzen anlässlich der Medienorientierung in der künftigen Ferienwohnung.

Bild: Andrea Stalder

Die Finanzierung war lange ein Zankapfel

Damit ist das über hundertjährige Haus zeitweise komplett vermietet: Im zweiten Stock wohnt eine Frau, welche im Auftrag der Stadt die Gästebetreuung und die Reinigung der historischen Ferienwohnung übernimmt. Im Kellerabteil ist ein Blumengeschäft eingemietet. Und auch die Garagen, die zur Liegenschaft gehören, sind vermietet. Die Stadt rechnet jährlich mit Einnahmen von rund 35'000 Franken. Dies dürfte auch einige Parlamentarier freuen. Auf politischer Ebene war die Finanzierung des geschichtsträchtigen Hauses nämlich lange Zeit ein Zankapfel.

Der ehemalige Stadtrat wollte das Haus, welches die Stadt als Geschenk erhalten hatte, 2018 aus finanziellen Gründen verkaufen. Diezi, damals Vizepräsident des Vereins Haus Max Burkhardt, kämpfte dagegen an. Schliesslich hatte eine Mehrheit im Parlament den Verkauf verhindert. Um Interessenkollisionen vorzubeugen, ist der Stadtpräsident vor Amtsantritt aus dem Vereinsvorstand zurückgetreten. Das Haus liegt ihm aber nach wie vor am Herzen: «Ich bin froh, dass die Stadt sich nun zu diesem tollen Haus bekennt.»

Die am oberen Rand der Fassade aufgemalten Sonnenblume haben dem Sonnenblumenhaus seinen Namen gegeben. Das Haus steht an der Rebenstrasse in Arbon.

Die am oberen Rand der Fassade aufgemalten Sonnenblume haben dem Sonnenblumenhaus seinen Namen gegeben. Das Haus steht an der Rebenstrasse in Arbon.

Bild: Andrea Stalder

Die Ferienwohnung buchen unter: ferienimbaudenkmal.ch