Kurzrickenbach wird fürs Jahrhunderthochwasser fit gemacht

Die Stadt vergrössert den Durchlass für den Chogenbach unter der Romanshornerstrasse. Die Grossbaustelle hat Auswirkungen auf den Verkehr.

Martina Eggenberger Lenz
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Die heutige Eindohlung ist sehr eng und erfüllt die Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht.

Die heutige Eindohlung ist sehr eng und erfüllt die Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht.

Bild: Donato Caspari

Weiter unten, beim Campingplatz, und weiter oben, im Tobel, fliesst das Wasser bereits mit mehr Raum durch die Landschaft. Zurück zur Natur, lautet die Devise auch beim Chogenbach. Ein gewichtiger Grund ist der Hochwasserschutz. Nun ist der Bereich der Strassenunterquerung im Zentrum von Kurzrickenbach dran.

Nächste Woche beginnen die Bauarbeiten. Das Gewässerentwicklungskonzept sieht vor, den Chogenbach durchgehend zu öffnen. «Weil wir markante Hochwasserschutzdefizite haben, sind wir verpflichtet, das zu machen», betont der zuständige Stadtrat Ernst Zülle. Da im Sommer 2021 die Sanierung der Romanshornerstrasse geplant ist, werden die Vergrösserung des Durchlasses sowie die Erneuerung der Werkleitungen vorgezogen.

Grobholzfänger gegen Verstopfung

Mit einem Durchlass von neu 2,5 Meter in der Breite und 1,65 Meter in der Höhe können die gesetzlichen Vorgaben des Hochwasserschutzes für den Chogenbach erfüllt und ein dreihundertjähriges Hochwasser gefahrlos abgeführt werden. Zudem wird vor dem Einlauf ein Grobholzfänger erstellt, der Holz und anderes Geschiebe aus dem Chogenbachtobel aufzuhalten vermag, bevor es die Eindolung verstopfen kann. Zülle erklärt:

«Als Anwohner kann ich direkt beobachten, was die Ausweitung des Bachbetts bringt. Das Wasser fliesst besser ab. Nebst dem schönen Aspekt, dass die Tierwelt zurück kehrt und wir jetzt wieder Fische, Reiher und Schmetterlinge zu Gesicht bekommen.»
Stadtrat Ernst Zülle.

Stadtrat Ernst Zülle.

Bild: PD

Im Zuge der Baustelle wird für den Chogenbach ein Bypass erstellt, den die Tiere für ihre Wanderungen benutzen können.

Einbahn bis Mitte Mai

Um den neuen Durchlass zu realisieren, muss die Romanshornerstrasse aufgebrochen werden. Zusammen mit dem kantonalen Tiefbauamt hat die Stadt eine Etappierung beschloss. Gebaut wird in Etappen. Das bringt gegenüber einer Baustelle mit Sperrung den Vorteil, dass der Verkehr eingeschränkt, aber während der ganzen Bauzeit fliessen kann. Auf der Romanshornerstrasse wird der Verkehr Einbahn in Fahrtrichtung stadtauswärts geführt. Der Verkehr stadteinwärts wird über die Seetalstrasse umgeleitet. Es ist insgesamt mit Behinderungen bis Anfang Mai zu rechnen.

Von Januar bis April 2021 wird die Durchfahrt auf der Steigstrasse im Bereich der Baustelle komplett unterbrochen. Über Weihnachten und Neujahr pausieren die Arbeiten, der Verkehr kann dann ohne Einschränkungen fliessen. Der Fuss- und Veloverkehr ist gewährleistet, ausser im unteren Bereich des Tobels.