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Kunstrasenplatz Egnach: «Von diesem Projekt profitieren viele»

Am 23. September entscheidet die Gemeinde zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren über den Bau eines Kunstrasenplatzes. FC-Präsident Thomas Würth und Alexander Huber von der Gönnervereinigung hätten sich mehr Unterstützung anderer Vereine gewünscht. Trotzdem sollte es ihrer Meinung nach diesmal für ein Ja reichen.
Markus Schoch
Thomas Würth, Präsident des FC Neukirch-Egnach, und Alexander Huber vom Club 300 auf der Aussentreppe des Clubhauses des FC Steinach. Dieser verfügt über einen Kunstrasenplatz. (Bild: Reto Martin)

Thomas Würth, Präsident des FC Neukirch-Egnach, und Alexander Huber vom Club 300 auf der Aussentreppe des Clubhauses des FC Steinach. Dieser verfügt über einen Kunstrasenplatz. (Bild: Reto Martin)

2012 sagten die Egnacher Nein zu einem Kunstrasenplatz. Der Präsident des Turnvereins meinte: «Das Stimmvolk hat entschieden, und das müssen wir akzeptieren.» Tatsächlich hat der Fussballclub weiter Druck gemacht. Sind Sie schlechte Demokraten?

Alexander Huber: Wir hatten die Abstimmung mit 48 Prozent Ja-Stimmen verloren. Die Analyse des Abstimmungsresultates anhand von Gesprächen zeigte jedoch klar auf, dass nicht das Produkt Kunstrasen ein grundsätzliches Problem darstellt.

Sondern?

Huber: Es waren vielmehr die hohen Kosten von 3,2 Millionen Franken und der falsche Standort. Zudem gab es bei den turnenden Vereinen die Befürchtung, dass bei einer Annahme des Projektes eine neue Turnhalle um Jahre verschoben werden würde. Anhand dieser Fakten und den immer mehr wachsenden Bedürfnissen stehen die Projektverantwortlichen heute sogar in der Pflicht, diese Fragen noch einmal zu stellen.

Warum sollen die Egnacher diesmal Ja sagen?

Thomas Würth: Die Stimmbürger sehen im Vordergrund hoffentlich die Aufwertung und Komplettierung der gesamten Sport- und Freizeitanlage auf der Rietzelg sowie den idealen Zeitpunkt dieser Erweiterung aufgrund der sich bereits in der Umsetzung befindenden Gesamtprojekts. Zudem hat sich der FC Neukirch-Egnach in jüngster Vergangenheit als sehr aktiver Verein in der Gemeinde gezeigt und zur Standortentwicklung beigetragen.

Man darf dabei aber nicht vergessen, ein möglicher Kunstrasen wäre nicht ausschliesslich für den Fussballclub von Vorteil, auch polysportive Aktivitäten und Veranstaltungen würden von diesem Allwetterplatz profitieren.

Sagen die Egnacher diesmal Ja?

Würth: Ich glaube an die sachliche Neubeurteilung der Ausgangslage durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde. Wir sind uns bewusst, dass der Zeitpunkt nicht ideal ist wegen der aktuell hohen Investitionen in der Gemeinde. Uns ist jedoch klar, dass es keinen idealeren Zeitpunkt zur Erstellung eines Allwetterplatzes mehr geben wird.

Es ist erstaunlich ruhig. Es gibt keine Leserbriefe, und an der Infoveranstaltung der Gemeinde meldeten sich nur wenige Gegner zu Wort. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Huber: Die Infoveranstaltung hat gezeigt, dass die Einwohner nicht grundsätzlich gegen einen Kunstrasen sind, sondern das Produkt viel mehr verstehen möchten und darum vieles hinterfragen. Wichtige Faktoren, wie die Abstände zur 100-Meter-Bahn, Möglichkeit zur Demontage des Zauns oder der Aufbau des Kunstrasens konnten am Informationsanlass nicht klar aufgezeigt werden. Das führte zu grossen Diskussionen und Verunsicherungen. Wir hatten bereits im Vorfeld solche Punkte mit den anderen Vereinen besprochen und als Bedingung im Projekt festgelegt.

Um den Bau der fast 12 Millionen Franken teuren Dreifach-Sporthalle durchzubringen, schlossen sich vor zwei Jahren acht Vereine zur IG Sport zusammen. «Wir ziehen alle am gleichen Strick», hiess es auf einem Flyer. Diese Allianz scheint jetzt beim Kunstrasenplatz nicht mehr zu spielen. Warum?

Huber: Das haben wir uns auch gefragt. Wir hatten alle vorgelegten Bedenken der anderen Vereine betreffend der Ausübung ihrer Aktivitäten diskutiert und als Bedingung im Projekt eingebunden. Würth: Für mich steht die polysportive Sportplatzförderung im Mittelpunkt. Es muss einer Gemeinde gelingen, das breite und komplexe Bedürfnis einer gesunden und sportorientierten Gesellschaft zeitgemäss abzudecken.

Natürlich wurde auch dieses Projekt im Gremium der IG Sport diskutiert.

Der Männerturnverein sowie zwei kleine Gruppierungen turnender Vereine haben die Unterstützung zugesagt. Leider haben wir trotz Erläuterungen des Projektes sowie Abfrage der Notwendigkeiten oder Anforderungen der anderen Vereine keine offizielle Unterstützung zugesagt erhalten.

Sind Sie enttäuscht?

Huber: Als Gründungsmitglied der IG Sport Egnach auf jeden Fall. Der FC Neukirch-Egnach ist mit über 200 aktiven Vereinsmitgliedern der grösste Verein in der Gemeinde und war beim sehr knappen Abstimmungsresultat für die neue Turnhalle, welche mit nur 51 Mehrstimmen angenommen wurde, ein wichtiges Element.

Es kann keinen übergeordneten Geist für den Sport geben, wenn jeder nur für sich schaut oder nach der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse die anderen aus falschen Gründen im Regen stehen lässt.

Und wie sieht es bei Ihnen aus, Herr Würth?

Würth: Ich bin enttäuscht, dass dieses Projekt von Anfang an nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, welches es benötigt und verdient hätte. Als Vertreter des FC Neukirch-Egnach habe ich mich mit unserem Verein bisher immer hinter die Anliegen und Bedürfnisse sämtlicher Vereine der IG Sport gestellt. Es ist jetzt schwer zu akzeptieren, dass diese anfänglich tolle Allianz nicht mehr so funktioniert. Wir sind für alle da.

Kann sich Egnach die Investition leisten?

Huber: Kurzfristig ist eine Mehrinvestition von 390000 Franken zu finanzieren. Langfristig wird sich das anhand der tieferen Betriebskosten erst zeigen. Das Geld alleine ist es jedoch nicht. Die wirklichen Mehrwerte eines Kunstrasenplatzes für eine Gemeinde zeigen sich mit der Zeit. Stellen Sie sich vor, wir hätten die Rietzelghalle nie gebaut. Undenkbar!

Gegner werfen der Gemeinde vor, sie operiere mit falschen Zahlen, um den Kunstrasenplatz in einem günstigen Licht erscheinen zu lassen. Die Unterhaltskosten eines normalen Rasenplatzes seien gar nicht so hoch. Spielen Sie mit falschen Karten?

Huber: Die erstellten Zahlen zu den Betriebskosten haben viel zur Diskussion beigetragen. Man beachte, dass auch die Zahlen der «Kritiker» nicht transparent vorlagen. Der direkte Vergleich ist anscheinend nicht leicht aufzuzeigen.

Ich bin ein Gegner davon, die Bürger anhand von «günstigeren» Kosten überzeugen zu wollen.

Vielmehr muss das Bedürfnis im Vordergrund stehen. Ich erkundigte mich selbst vor Ort in einer Gemeinde in der Region St. Gallen. Der Abwart der Anlage sprach von Einsparungen von 25000 bis 30000 Franken pro Jahr gegenüber einem Naturrasenplatz. Je nach Voraussetzungen einer Gemeinde könne dies jedoch stark variieren. Zudem verbuchen sie grosse Einnahmen durch Vermietungen.

Der Kunstrasenplatz käme der bestehenden 100-Meter-Bahn ziemlich nahe. Das ist nicht ideal.

Huber: Dieses Detail wird gemäss meinen Informationen seitens der Projektverantwortlichen noch ausgearbeitet und der Bevölkerung vorgelegt. Kein Befürworter des Kunstrasenplatzes möchte mit dem Projekt Einschränkungen für bestehende Aktivitäten anderer Vereine erzeugen.

Würth: Da stimme ich Alexander absolut zu. Zudem gilt der Gedanke für sämtliche Nutzer der Anlage. Bei einem Ja zum Kunstrasenplatz werden genau diese essenziellen Punkte abschliessend eingebracht und final ausgearbeitet.

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